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Der Palast der Unsterblichkeit

1. Aufzug: Vorspiel

Kapitel 1

1. Akt: Prolog

(Nanlü-Einleitung • Vollroter Strom) [Der Spielführer tritt auf.] Seit alters her auf dem Feld der Liebe – frage, wer es vermag, von ganzem Herzen bis zum Ende auszuharren? Wenn die Aufrichtigkeit wahrhaft unerschütterlich ist, fügt sich am Ende doch ein Paar zusammen. Was kümmert die Ferne von zehntausend Meilen, wenn die Herzen sich verbinden? Was zählen Trennung durch Leben oder Tod, wenn die Seelen einander zugetan sind? Zum Lachen ist es, wie die Menschenkinder stets über die Dünnheit des Schicksals klagen – es ist nur, weil sie ohne rechte Empfindung sind. Vermag Rührung, Metall und Stein zu bewegen, Himmel und Erde zu wandeln. Leuchtend wie die helle Sonne, ihren Namen hinterlassend im Buch der Geschichte. Sieh jene, die als Diener ihre Treue, als Kinder ihre kindliche Pietät erfüllen – all dies kommt aus dem Gefühl. Konfuzius, der weise Meister, tilgte nicht die Lieder von Zheng und Wei; wir hier nehmen die darin verborgene Bedeutung und wandeln sie in Klänge der Musik. Mit dem Außergewöhnlichen Bericht der Edlen Yang als Vorlage schreiben wir neue Worte – es ist nichts anderes als das eine Wort „Gefühl“.

(Zhonglü-Langsames Lied • Der Garten des Frühlings) Im Himmel, zur Ära Tianbao, der Tang-Kaiser Minghuang und die Konkubine Yang Yuhuan – die im früheren Leben bestimmte Fügung traf zur rechten Zeit ein. Seit der ersten Gunst im Bad der Quellen von Huaqing, die Gnade empfangend. Auf dem Langen Leben-Palast, bei der Bitte um Geschick, für ewig das Gelöbnis besiegelnd mit Weihrauch. Eben erst der anmutige Tanz erlernt, noch nicht der klare Gesang verklungen – da dröhnten die Kriegstrommeln laut von Fanyang herüber. An der Poststation Mawei, da die sechs Heere nicht weiterziehen wollten, ward die schöne Frau dahingerafft. Die Reise nach Westen nach Sichuan voller Trauer – wie hilflos, dass unter der Erde und im Diesseits beide Welten so fern und ungewiss waren. Zum Glück bereute die irrende Seele ihre Schuld und fand bereits Aufnahme in die Reihen der Unsterblichen. Nach der Rückkehr des Kaisers, bei der Umbettung, blieb nur ein wohlriechendes Säckchen zurück. Bestätigt ward das Gelöbnis der Himmelsweberin, die Empfindung überbracht dem Unsterblichen, Pfauenmuschel und Goldhaarnadel neu gesandt. Im Mondpalast die Wiederbegegnung, die alte Geschichte des Regenbogengewandes – sie lebt fort in den Liedern der Dichter.

Kaiser Minghuang hielt Gelage beim Regenbogengewand-Tanz,

Edle Yang verlor ihr Leben beim Aufstand von Fanyang.

Ein Fremdling aus der Hauptstadt geleitete zum Mondpalast,

Die Himmelsweberin gab den Bundesschwur auf dem Langen Leben-Palast.