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Der Palast der Unsterblichkeit

49. Szene: Der Empfang der Nachricht

Kapitel 49

49. Akt: Nachricht erlangen

(Eingangsweise der Xian-Lü-Musik: „Trunken auf dem Stein" – Die kranke Hauptrolle, von Hofdamen gestützt, tritt auf.)

Die Sehnsucht ist mir bis ins Mark gedrungen, die langwierige Krankheit lastet schwer, ich werde immer hinfälliger und magerer. Das Duftkraut ist verbrannt – kann der Geist wohl kommen? Ich spähe vergeblich nach der himmlischen Kunde und sehe nur eine Herbstwolke.

„Trübsinn und Kummer lassen sich kaum vertreiben, die schleichende Krankheit wird allmählich schwerer. Die klagenden Zikaden und das fallende Laub – alles gleichermaßen stimmt mich traurig." Ich sehnte mich nach der Gemahlin und zog mir ein Siechtum zu. Darum ließ ich den Magier Yang Tongyou ihren Geist herbeirufen – wer hätte gedacht, dass er sie nicht finden würde? Tongyou machte sich wieder auf, sie auf den Götterbergen zu suchen. Ach! Ist es nur Geschwätz des Magiers, oder wird er sie tatsächlich finden können? Ich wälze mich in Sorgen, mein kranker Leib wird immer schwerer. Ich habe bereits Gao Lishi zum Altar geschickt, um Nachricht zu erfragen, doch noch ist er nicht zurück. Angesichts dieses herbstlichen Hofes harre ich voller Sehnsucht!

(Zwischenweise der Xian-Lü-Musik: „Zweifach den Kassienzweig" – [Kassienzweig])

Die roten Lotosblätter welken, die grünen Weidenzweige werden kahl. Nach und nach erhebt sich überall der Westwind und bringt alles zum Welken, was ich ertragen muss. [Vier-Jahreszeiten-Blume] Träge, möchte ich schlafen und kann doch nicht, lehne mich schief auf das Kissen. Ist es wahr oder nicht? Ich reibe mir die Augen und spähe. Ich frage den Schamanengeist – ganz und gar kann er es nicht ergründen. [Gewand aus feiner Gaze] Lebend war sie schwer zu retten, nach dem Tod – wie könnte ich aufhören? Das künftige Leben ist noch nicht vollendet, dieses Leben ist plötzlich abgerissen. [Kassienzweig] Erbärmlich ist ihr entschwundener Geist, nirgends zu finden. Ich aber – dieser sieche, kranke Leib – wie sollte er genesen?

(Auftrittsweise: „Nicht der Weg" – Der Schurke kommt herein, eine Haarnadel und ein Kästchen tragend.)

Der Kranich kehrt vom Inselberg Penglai zurück, er bringt ein Pfand aus weiter Ferne gesandt. Eilig komme ich zur Meldung. (Er sieht den Kaiser und berührt mit der Stirn den Boden.) Vom Zauberaltar lässt man ausrichten und tröstet über den Trennungsschmerz hinweg. (Der Kaiser) Gao Lishi, du bist gekommen? Frage nach der Kunde! Hat die Schöne tatsächlich eine gute Nachricht? Erfinde nichts aus Sorge um mich und aus Leichtfertigkeit! (Der Schurke) Erhabener Kaiser, hört! Jener Meister-Magier suchte lange, durchstreifte die Unterwelt und die Himmelsbläue und fand sie nicht. (Der Kaiser erschrickt und weint.) Ach! Wenn das so ist, werde ich die Gemahlin niemals wiedersehen! Wie zerreißt es mir nicht das Herz! (Der Schurke) Erhabener Kaiser, seid nicht betrübt! Jener Meister-Magier...

(Vorherige Weise)

...ritt auf dem Urhauch dahin und traf die Weberin, die ihm Kunde gab von der himmlischen Insel im Meer. (Der Kaiser) Hat er sie gesehen? (Der Schurke) Auf dem Inselberg Penglai sah er den Tempel der Höchsten Wahrheit mit einer hochhängenden Tafel. (Der Kaiser) So ist die Gemahlin also tatsächlich unsterblich geworden! Hat sie etwas ausrichten lassen? (Der Schurke) Sie sprach vom Ursprung, voller Dankbarkeit für die tiefe Gnade des Kaisers. Als sie auf die irdische Welt hinabblickte, flossen zwei Strombäche von Tränen. (Der Kaiser) Ist das wirklich wahr? (Der Schurke) Es ist keine Täuschung! Sie hat die damaligen Haarnadeln und das Kästchen eigenhändig verteilt und zum Geschenk gesandt, um sie vorzulegen.

(Er überreicht die Haarnadel und das Kästchen.) Dieses Schmuckkästchen und die goldene Haarnadel – das sind die Dinge, die die Hohe Gemahlin in ihrer letzten Stunde der Dienerin zur Beigabe ins Grab übergab. Wer hätte gedacht, dass die Hohe Gemahlin sie auf den Götterberg mitgenommen hat! (Der Kaiser nimmt die Haarnadel und das Kästchen, weint heftig.) Meine Gemahlin!

(Lange Aufnahme)

Das Kästchen ist getrennt, das Kästchen ist getrennt, die goldene Haarnadel ist auseinandergebrochen – ganz wie die Schöne, seitdem sie fort ist. Einsam, ein einzelner Schatten, zwei Jahre lang ohne Gefährtin – beide haben sie Trennungsschmerz erzeugt. Ich erinnere mich noch, wie ich sie dir zur Aufbewahrung anvertraute, um morgens die Wolkenfrisur zu schmücken, abends die duftenden Seidenärmel. Jetzt hat man sie leichthin getrennt und weithin gesandt – unendlicher Groll bleibt darin zurück. Wenn ich sie sehe, wie könnte ich sie loslassen? Vergeblich denke ich an eine Wiedervereinigung von Herz zu Herz, dass die Doppelspange wieder ein Paar werde.

Halt! Diese Haarnadel und das Kästchen sind irdische Gegenstände – wie könnten sie in den Himmel gelangen? Neulich fehlten sie im Grab, und ich war schon im Zweifel. Wie kommt es, dass sie heute in ihrer Hand sind? (Der Schurke) Erhabener Kaiser, zweifelt nicht! Jener Meister-Magier hatte es bereits bedacht. Er fragte die Hohe Gemahlin nach einer geheimen Begebenheit aus jener Zeit. (Der Kaiser) Welche Begebenheit? Sprich! (Der Schurke) Die Hohe Gemahlin...

(Kurze Aufnahme)

...im Jahre Tianbao, im Jahre Tianbao, im Palast des Langen Lebens, mit unendlichem Groll begann sie von Anfang an zu erzählen. Am Abend des Siebten standen sie dem Kuhhirtenstern gegenüber, genau um Mitternacht, Schulter an Schulter, und sprachen heimlich einen Schwur. (Der Kaiser) Diese Sache gab es tatsächlich! Wer hätte gedacht, dass Haarnadel und Kästchen getrennt würden! (Weint.) Nur an diesem Tag bin ich zum einsamen Schwan im Han-Palast-Herbst geworden.

(Der Schurke) Erhabener Kaiser, lasst vorerst den Kummer fahren! Die Hohe Gemahlin hatte noch etwas zu sagen. (Der Kaiser) Was sagt sie noch? (Der Schurke) Die Hohe Gemahlin sprach: Zur Mitternacht dieses Herbstes wird im Mondpalast der Reigen der RegenbogenGewänder gespielt. Die Hohe Gemahlin wird dort sein. Sie bittet den Meister-Magier, den Erhabenen Kaiser zu führen, um sich im Mondpalast zu treffen. (Der Kaiser, erfreut) Wenn das so ist, warum hast du es nicht früher gesagt? Welche Zeit ist jetzt? (Der Schurke) Jetzt geht der siebte Monat zu Ende. Bis zum Mittherbstfest sind es nur noch fünfzehn Tage. Bitte, Erhabener Kaiser, pflegt Euren Drachengemütszustand! (Der Kaiser) Da die Gemahlin mir eine Wiederbegegnung zugesagt hat, ist meine Krankheit mit einem Male verschwunden!

(Schlussweise)

Der Palast der Breiten Kälte erlaubt eine Begegnung – die zehn Teile meiner Krankheit sind mit einem Mal getilgt. Und ich sollte nicht einmal die halbe Mondzeit des Herbstes auf Erden ertragen können!

Ein Bote aus Übersee brachte seltsame Nachricht, der Kranich säumte sich. (Lu Lun)

In den Worten lag ein Schwur, den nur zwei Herzen kannten. (Bai Juyi)

Man harrt noch auf die Nacht des Fünfzehnten, der Vollmondnacht. (Xu Yin)

Doch wenn das reine Licht erscheint, wer weiß, wem es gilt? (Dai Shulun)