7. Aufzug: Kaiserliche Gunst
Siebte Szene: Die Gunst des Glücks
[Shang-Diao-Vorspiel · Um den Weiher ziehen] (Die Nebendarstellerin tritt auf) Am Jade-Weiher diente ich in der Gesellschaft, wie hätte ich gedacht, neue Gunst zu empfangen? Seltsam, dass der Blaue Vogel mich getäuscht hat; hin und her erwäge ich tausend Gedanken. Mitten darin, ohne Grund, wird mein Herz bewegt – ach, was nützt es? Verleumdung verletzt, die Schönheit mit den Mottenaugenbrauen wird noch nicht geduldet.
Jade-Schwalben schweben leicht, spielen mit schneeweißem Glanz, versteckt lauschen sie unter den duftenden Balken, die Schatten schmiegen sich paarweise aneinander. Die Schwestern aus dem Hause Zhao sind voller Eifersucht, fliegt nicht zur Halle des Zhao-Yang-Palastes! Ich, geborene Yang, wurde in jungen Jahren an die Familie Pei verheiratet. Die Saiten rissen – unglücklicherweise wurde ich früh Witwe wie Zhuo Wenjun; der Duftbeutel barg Jade-Schlösser, wie hätte ich je gestattet, dass Han Shou heimlich Liebe stahl? Weil meine jüngere Schwester Yang Yuhuan die Gunst des Kaisers gewann, wurde ich zum Glück zur Dame des Staates Guo ernannt. Obwohl ich in Reichtum lebe, liebe ich keinen Puder und keine Schminke. Ich wage mich als eine vollendete Schönheit zu rühmen, die ihr Angesicht unbemalt dem Himmel zeigt. Wer hätte gedacht, dass der Kaiser jüngst zum Krummen Fluss kam und mir befahl, ihn auf seinem Ausflug zu begleiten? Alle Schwestern wurden draußen beim Gastmahl bewirtet, nur mich rief er in den Palast des Frühlingserwartens zum Bankett. So empfing ich die Gunst des Himmels und nahm widerstrebend seine Zuneigung an. Obwohl die kaiserliche Absicht tief war, ist die Rede der Menschen furchtbar. Gestern wollte er mich in den Inneren Palast bringen, aber ich lehnte mehrfach ab und durfte heimkehren. Wenn ich genau überlege – welch ein Glück!
[Shang-Diao-Durchgangslied · Zeichen um Zeichen] Die Gunst fällt vom Himmel herab, tief und dicht; das Schicksal ward in früherem Leben gesät. Der goldene Käfig öffnet sich unter den Blüten, geschickt lockt er den sanften Wind herbei. Die Kerzenblüten leuchten rot, man reicht die Becher; dort, wo die Becher kreisen, plötzlich ertönt leises Flüstern. Hastig, eilig, gönnt man mir kein Zögern, und führt den Menschen hinein ins Zelt. Denk ich ans Zelt zurück, im Zelt war Lust wie ein Traum. Im zärtlichen Umschlingen waren zwei Herzen eins. Im zärtlichen Umschlingen waren zwei Herzen heimlich eins. Nur leider, am Morgen hinter dem Rücken, da ist einer, da ist einer, der tut so, als ob, mit Reden und Worten, mit Spott und Hohn. Ich hier, voll Scham und Erröten, voll Schrecken und Bangen, so wurde ich von ihm behandelt.
[Nicht der Weg] (Der als Diener verkleidete Nebendarsteller und die als Dienstmagd verkleidete Nebendarstellerin treten heimlich auf) (Die alte Dame führt den als Diener verkleideten Hauptdarsteller, die hässliche Darstellerin als Dienstmagd tritt auf) Der Frühlingswind weht hindurch, die Blumen im Haus der kaiserlichen Verwandten duften besonders stark. Neulich empfing die Schwester aus dem Hause Pei allein die Gunst. Ich verabredete mich mit der Schwester aus dem Hause Liu, um gemeinsam nachzuforschen. Unerwartet wurde sie krank vor Zorn, darum gehe ich allein. (Hauptdarsteller) Ich melde: Frau, wir sind am Haus der Dame des Staates Guo. (Alte Dame) Meldet uns an! (Der Hauptdarsteller meldet) (Nebendarsteller gibt die Nachricht weiter) Die Dame von Han erreicht! (Nebendarstellerin) Sagt, sie sei willkommen! (Nebendarstellerin bittet herein) (Hauptdarsteller und Nebendarsteller gehen heimlich ab) (Nebendarstellerin tritt heraus, um zu empfangen, Alte Dame tritt ein) (Nebendarstellerin) Schwester, bitte! (Nebendarstellerin und hässliche Darstellerin scherzen und gehen ab) (Alte Dame) Schwester, ein Glücksfall für dich! (Nebendarstellerin) Was für ein Glücksfall? (Alte Dame) Du empfingst besondere Gunst – ein Blütenzweig erglüht schon rot neben der Sonne. (Nebendarstellerin tut verlegen) Schwester, was redest du da! Ich ging in den abgelegenen Palast, es war nur ein Becher Wein zur Begleitung; die tiefe kaiserliche Gnade ist innen wie außen gleich. (Alte Dame lacht) Obwohl das Bankett allgemein war, wie kann das Draußen mit dem Drinnen wetteifern? Betrüge mich nicht! Die neunfache Frühlingspracht weiß dich besonders zu schätzen – wer kann das mit dir teilen? (Nebendarstellerin) Was gibt es da zu teilen?
(Alte Dame) Lass mich dich fragen: Wie hast du die Schwester Yang Yuhuan im Palast angetroffen – wie war ihre Lage?
[Ganzer Frühlingsgarten] (Nebendarstellerin) Auf dem Frühlingsfluss ist die Landschaft mild. Man drängte zum Bankett, im Palast des Frühlingserwartens. Jene Schwester Yuhuan aber, sie stützt sich neu auf ihre Hoheit und hat an Stolz gewonnen. (Alte Dame) Weißt du nicht, wie der Kaiser mit ihr verkehrt? (Nebendarstellerin) In der Frühlingsnacht, in der Frühlingsnacht, sind sie wie die Butten, einträchtig. Wer kennt die Spuren von Wolken und Regen? (Alte Dame) Merkt man denn gar nichts? (Nebendarstellerin) Ich sehe nur, dass die Schwester Yuhuan im Wesen noch übermütiger geworden ist. Wenn ich genau in ihr Inneres spähe, langsam ihren Sinn ermesse – sie ist an das Schmollen gewöhnt. Sie ist es gewohnt zu schmollen, sucht Fehler und tadelt Mängel, tut nur nach ihrem eigenen Herzen.
[Vorherige Strophe] (Neue Melodie) (Alte Dame) Sie war von Kind auf so von Natur, Schwester, du solltest sie doch ermahnen. (Nebendarstellerin) Wer hat die Geduld, sie zu ermahnen? (Alte Dame) Ihr Wesen ist voll Hochmut und Stolz; sie verlässt sich auf die angeborene hundertfache Gewandtheit. Unter Schwestern sollten wir vorläufig nicht hinter dem Rücken reden. Zudem, in diesen Tagen, ist sie im Zhao-Yang-Palast, im Zhao-Yang-Palast, nimmt sie allein die dreitausend Gunst in Anspruch – frage: Wer kann mit ihr den Kampf um die Vorherrschaft aufnehmen? (Nebendarstellerin) Wer streitet mit ihr? Aber ihr Wesen – ich fürchte, das kaiserliche Herz ist schwer zu ergründen! (Alte Dame erhebt sich, spricht leise mit dem Rücken zum Publikum) Höre ich genau auf die Worte der Schwester aus dem Hause Pei, so muss dahinter ein Grund stecken. Wenn ich genau in ihr Inneres spähe, langsam ihren Sinn ermesse – so zu schmollen und zu grollen. So zu schmollen und zu grollen, den Kopf zu verstecken und den Schwanz zu zeigen – wage ich zu sagen, da steckt ein anderes Anliegen dahinter!
(Der Hauptdarsteller tritt auf) „Unverhofft hört man den strengen kaiserlichen Befehl – vor der Halle melde ich es der Edlen.“ (Verbeugt sich) Ich melde: Frauen, es ist schlimm! Die kaiserliche Gemahlin hat sich gegen den kaiserlichen Befehl vergangen. Der Kaiser ist sehr zornig und hat befohlen, dass der hohe Eunuch Gao sie in das Haus des Kanzlers zurückbringt! (Alte Dame erschrickt) Gibt es so etwas! (Nebendarstellerin) Ich sagte ja, bei solchem Wesen muss Unheil daraus entstehen. (Alte Dame) Trotzdem – wir sind Schwestern, und es betrifft Ehre und Schande der ganzen Familie. Wir müssen sie besuchen! (Nebendarstellerin) Richtig, lass uns gemeinsam gehen. (Alte Dame)
[Schluss] Plötzlich höre ich von strengem Tadel – mein Herz ist voll Schrecken. (Nebendarstellerin) Wir rüsten den duftenden Wagen, um gemeinsam nach Glück und Unglück zu fragen. Schwester, jene Schwester Yuhuan – wird sie nicht von der Mei-Fee ausgelacht! (Gemeinsam) Wie viel besser wäre es, wenn die kalte Pflaumenblüte noch immer im Purpurglut-Palast blühte!
(Nebendarstellerin) Man hört, der Palast erließ ein Edikt, (Liu Changqing)
(Alte Dame) Sie verließ das rote Tor und trat durch das Speer-Tor; (Jia Dao)
(Nebendarstellerin) Warum soll des Kaisers Gunst ewig allein genießen? (Qiao Zhizhi)
(Alte Dame) Ach, wie kläglich – Ehre und Schande wechseln zwischen Morgen und Abend! (Li Shangyin)
