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Die Päonienlaube

12. Akt: Suche nach dem Traum

Kapitel 12

12. Auf der Suche nach dem Traum

Nächtlicher Palastbesuch (Chunxiang tritt auf)

Mit geschminktem Gesicht, das der Morgensonne entgegenblickt, bin ich zu träge zum Waschen und Kämmen. Der Rhinoceroshorn-Haarpfeil steckt verkehrt, die Doppelknoten hängen schief. Ich warte auf das frühe Aufstehen der jungen Dame, doch ihr Schlaf ist noch tief: Vor dem Kleiderständer, neben dem Toilettentisch, zwischen den bemalten Schirmen. Ich, Chunxiang, bin die Dienerin, die der vornehmen jungen Dame aufwartet. Ich habe den Kater zum Meister genommen, damit er die Ratten am Leuchten hindert. Durch ein glückliches Zufälliges wurde sie vom "Buch der Lieder" bewegt, und die junge Dame wählte einen glückverheißenden Tag. Sie nahm mich, Chunxiang, mit zur Zerstreuung in den hinteren Garten zur Lustbarkeit. Wer hätte gedacht, dass die junge Dame dabei eindösen würde? Gerade da traf die Frau Mutter ein und hielt eine Strafpredigt. Sie schimpfte eine Weile auf die junge Dame ein und wollte ihren Zorn an mir, Chunxiang, auslassen. Ich, Chunxiang, bekannte mich schweigend schuldig und versprach, die junge Dame künftig davon abzuhalten. Doch die Frau Mutter ließ nicht locker und zwang mich, einen Schwur zu leisten. (Stimme von hinter der Bühne:) Schwester Chunxiang, welchen Schwur hast du geleistet? (Chunxiang:) Wage ich es noch einmal, der jungen Dame auf ihren wilden Streifzügen zu folgen, so soll mich, Chunxiang, zeitlebens kein Bräutigam erblicken. Obschon ich mir eine Zurechtweisung einhandelte – kann ein Rabe über einen Phönix gebieten? Die ganze Nacht war die junge Dame ruhelos, stand auf und verlangte Wasser zum Waschen und Kämmen. Ich überließ sie ihrem Selbstgespräch, während die Sonne hoch stieg und der Blütenschatten die Fensterläden durchdrang. (Stimme von hinter der Bühne:) Bitte die junge Dame schnell zum Frühstück. (Chunxiang:) "Ich melde: Das Essen in der Hofküche ist fertig, ich gehe einstweilen Tee und Suppe holen." (Ab.)

Mondhoch (Du Liniang tritt auf)

In mehrfach gefalteten Wandschirmen entfalten sich die Reste der Augenbrauentusche in hellen und dunklen Tönen. Warum winden sich in der Bettdecke unaufhörlich die Eingeweide hundertfach? Diese Verzehrung kommt nicht vom Wachen aus Liebe zum Mond und nächtlicher Müdigkeit, noch vom Aufstehen am Morgen, um den Hof zu fegen, aus Sorge um die Blumen. "Wie im Traum erwachte im Blütengebüsch die Liebessehnsucht, doch des Mädchens Herz ist noch unklar. Die ganze Nacht kein Schlaf, das Lämpchen flackert – verhasst ist der Duft der Blüten, der nicht wecken will." Gestern bei einem zufälligen Frühlingsspaziergang – wer schickte mir diesen Traum? In innigem Verlangen und Sehnen, als hätte ich ihn mein Leben lang gekannt. Nun sitze ich allein und sinne nach, das Herz ist voll besonderer Schwermut. Wahrlich ein bemitleidenswerter Mensch! (Sie ist niedergeschlagen. Chunxiang bringt Tee und Essen herein.) "Duftenden Reis bringe ich in der Papageienschale, klaren Tee kredenze ich im Rebhuhnflecken-Porzellan." Fräulein, nehmt das Frühstück ein. (Du Liniang:) Was liegt mir am Herzen dazu!

Vorherige Melodie (Fortsetzung)

Kaum habe ich mich gewaschen und das Gesicht gepudert, ist der Toilettentisch noch nicht aufgeräumt. Nach dem Schlaf habe ich keinen Appetit, wie soll ich Tee und Essen hinunterwürgen? (Chunxiang:) Die Frau Mutter hat befohlen, das Frühstück früh einzunehmen. (Du Liniang:) Du erwähnst heftig die Frau Mutter, und schon drängst du mich, der ich hungrig bin. Sage mir, was heißt es im Menschenleben, zu essen? (Chunxiang:) Drei Mahlzeiten am Tag. (Du Liniang:) Ach! Wo ist die Kraft, die Schale zu heben und die Stäbchen zu fassen! Lebendig erfülle ich die vorherbestimmte Bindung. Iss du es selbst, das ist genug. (Chunxiang:) "Sich an den kalt gewordenen Speisen zu laben, ist besser als sich mit Resten von Schminke und Puder zu begnügen." (Ab.) (Du Liniang:) Chunxiang ist fort. O Himmel! Der gestrige Traum, der Teich und der Pavillon sind noch so deutlich. Ich wünschte nur, der alte Traum käme wieder, doch stattdessen kommt ein neuer Kummer. Ich wälzte mich und sann nach, die ganze Nacht kein Schlaf. Ich denke, ich nutze diese Muße, verheimliche es vor Chunxiang und gehe heimlich in den Garten, um nachzusehen. (Traurig:) Ach, mir geht es so, wie es heißt: "Der Traum hat keine Flügel des doppelten Phönix, doch das Herz hat die eine Spitze des Einhorns, die sich berührt." (Sie geht.) Ich bin den Weg gekommen. Erfreulicherweise steht das Gartentor weit offen, die Blumenbetrachter sind nicht da. Nur dieses rot gefallene Laub bedeckt den Boden!

Träge Augenbrauen malen (Du Liniang)

Am verführerischsten ist die Frühlingspracht in diesem Jahr. Wie viele hohe und niedrige, mit rosa Staub bemalte Mauern! Es zeigt sich, dass die Frühlingslust überall unstet umherschwebt. (Sie stolpert.) Ach! Der schlafende Geißblattstrauch hat sich in meinem Rockband verfangen, genauso wie die Blüten das Menschenherz an den guten Ort ziehen. Und dieser Bach mit seinem gewundenen Lauf!

Vorherige Melodie (Fortsetzung)

Warum wohl sucht die Jade-Wahre den Wuling-Quellgrund wieder auf? Nur weil hier Wasserstropfen und fliegende Blüten vor Augen sind. Der Himmel spart das Geld für Blumeneinkäufe, doch in meinem Herzen ist der Kummer, der sich in Blut und Tränen äußert. Ach! Ich habe den dritten und zweiten Frühlingsmonat unnütz vertan. (Chunxiang tritt auf:) Ich ging zum Essen, da fand ich die junge Dame nicht. So musste ich den ganzen Weg her suchen. Ah, Fräulein, hier seid Ihr!

Kein Weg (Chunxiang)

Warum steht die junge Dame, Fräulein, so lange an der Seite des herabhängenden blühenden Baumes? Eben habt Ihr das Frühstück eingenommen, wie könnt Ihr allein ohne Gesellschaft im Garten umherstreifen? (Du Liniang:) Vor der bemalten Galerie sah ich plötzlich tief drinnen die Schwalben, die Lehm im Schnabel trugen, und folgte ihnen aus Zufall in diesen berühmten Garten. (Chunxiang:) Die Frau Mutter ist zurückgekehrt. Wenn man Euch im stillen Gemach plötzlich erblickt – "an welchen Orten treibt Ihr Euch herum? An welchen Orten treibt Ihr Euch herum?"

Vorherige Melodie (Fortsetzung) (Du Liniang ärgerlich:) Pah! Nur weil ich zufällig hierherkam, sagt Ihr gleich, ich spiele den Müßiggänger und ahme die Jugend nach. (Chunxiang:) Ach, nicht müßig gehen, sondern müßig sein? (Du Liniang:) Ihr haltet mich für gutmütig und deutet den Hügel der Frühlingspflege als lügnerisches Paradies. (Chunxiang:) Wie wagte ich unverschämte Reden! Es ist der Befehl der Frau Mutter: Im Frühling, wenn man stickt, sollte man den Faden verlängern, und bei feuchter Luft räuchert man den Stoff, um die Briefchen gut ankleben zu können. (Du Liniang:) Was sagt Ihr noch? (Chunxiang:) Dieser verwilderte Garten mit seinen Gräben und Höhlen – ich fürchte, Blumenfeen und Baumgeister zeigen sich oft. Geht in den kleinen Hof und das tiefe Gemach! Geht in den kleinen Hof und das tiefe Gemach! (Du Liniang:) Ich weiß schon. Antwortet schön der Frau Mutter, ich komme gleich nach. (Chunxiang:) "Die müßigen Blumen am Gemäuer scheinen an den Herrn zu schmiegen, der zarte Vogel hasst den Käfig und schilt die Menschen." (Ab.) (Du Liniang:) Das Mädchen ist fort, gerade recht, den Traum zu suchen.

So und so (Du Liniang)

Dort drüben ist der Rand des Gesteins am See, und hier scheint es die Seite des Pfingstrosenpavillons zu sein. Eingelassen sind die Geländer, die Pfingstrosensprossen sind noch flach. Die feinen Fäden der Trauerweiden, die einzelnen Münzen der Ulmen – die Frühlingsfäden, was für Geld hängt daran und dreht sich! Ach, gestern forderte mich der Jüngling auf, ein Gedicht auf den Weidenzweig zu machen, und drängte mich zur freudigen Vereinigung – wie lang war das Gespräch!

Festliche Freude (Du Liniang)

Wer war der junge, vornehme Bursch, der aus der Nähe oder Ferne kam, dass er es wagte, mich, die duftende Jungfer, in den Qinyuan-Garten zu locken? Als die Rede darauf kam, wurde ich rot. Er zwinkerte mit den Augen, o Himmel, welche Geduld er hatte! Ich verzog den Mund, um zu antworten.

Der Beamtenbefehl (Du Liniang)

Dieser Gelehrte war reizend! War ich nicht seine geliebte Verbindung aus einem früheren Leben? Und doch hatten wir uns in diesem Leben nie zuvor auch nur von Angesicht gesehen. Ich dachte nur, er erscheine aus einem künftigen Leben, doch plötzlich erschien er in diesem Leben im Traum. Da war ein Gelehrter, der mich leibhaftig umfasste und zum Schlafen trug. Wie sehr bewegte das die Frühlingslust in mir!

Der Qualitätsbefehl (Du Liniang)

Er lehnte am Taihu-Stein und stellte mich, diese Jade-Schönheit, auf. Er wollte den Jadesturz zu Fall bringen, und es wurde warme Sonne, die Jade ließ Rauch aufsteigen. Er schob sich an den Geländern entlang, drehte sich am Schaukelspiel vorbei, drückte auf die Blumen des Rockes, die sich entfalteten. Er wagte es, auf dem Boden zu sitzen, aus Furcht, der Himmel könnte es sehen. Eine ganze Weile war es klar, vollendete Süße und Duft, unbeschreiblich. Als der Traum am schönsten war, da fiel ein Blütenblatt herab!

Sojabohnenblätter-Gelb (Du Liniang)

Sein Herz war ganz fest und drängend, er küsste meine duftende Schulter. Ich aber zauderte absichtlich und zierte mich ein wenig. Leicht und schnell hatte er aus einer, die sich im Spiegel sah, eine vor Wonne Besinnungslose gemacht. So zeigte sich die Gestalt, so weich und zart. Da fiel ein roter Schatten, ein Blütenherz verstreuend, vom halben Himmel herab. War das etwa die Umarmung meiner Traumseele? Ach! Ich suche und suche, aber nichts ist mehr zu finden. Der Pfingstrosenpavillon, das Pfingstrosengeländer – wie sind sie so öde und verlassen, ohne Menschenspur? Wie schmerzt das Herz!

Jade sich kreuzende Zweige (Sie weint.)

Solch eine verwilderte, öde Stätte! Kaum die Hälfte eines Pavillons oder einer Terrasse steht am Rand. Mit meinen trüben, blinzelnden Augen suche ich und kann nichts finden. Helle Sonne, klarer Himmel sind offenbar da, doch plötzlich kann ich die Erscheinung vor dem Traum nicht fassen. Einen Augenblick war sie lebendig da, dann drehte sie sich und zögerte wieder. Ah, hier ist die Stelle, die das goldene Armband platt drückte. Soll ich den Gelehrten je wiedersehen?

Mond über dem Meertang (Du Liniang)

Wie soll ich ihn betrügen, dass ich die Gestalt, die ich nur verschwommen im Bild habe, zu Gesicht bekomme? Er kam unmerklich, und sein Gehen zögerte sich hin. Nicht fern – die Spuren des Regens und der Wolken haben sich erst einmal gewendet; vielleicht lehnt er sich an die Blumen und Weiden und erscheint wieder. Der gestrige Tag und der heutige Morgen, vor den Augen und im Herzen – ein ganzen Yangtai-Berg verwandelt sich im Nu. Ich will noch ein wenig verweilen. (Sie blickt umher:) Ah, an einem menschenleeren Ort sehe ich plötzlich einen großen Pflaumenbaum, dessen Früchte in dichten Trauben hängen, gar lieblich.

Zweimal den Befehl verletzt (Du Liniang)

Gerade er verströmt einen feinen Duft, der weit reicht, und breitet sich schirmgleich vollkommen aus. Er nützt, er nützt diesen dritten Frühlingsmonat, die Zeit, da die roten Früchte im Regen schwellen. Die Blätter sind grün, gerade da drängen sich die bitteren Kerne in runder Fülle. Ich liebe diesen Schatten am Tag, und so gelange ich wieder an den Rand des Luofu-Traumes. Genug! Dieser Pflaumenbaum ist so anmutig und liebenswert. Wenn ich, Du Liniang, nach dem Tode hier bestattet würde, wäre ich glücklich.

Flusswasser (Du Liniang)

Wie zufällig ist das Herz voller Sehnsucht am Pflaumenbaum! So mögen Blumen und Gräser der Menschen Lust folgen, Leben und Sterben mögen des Menschen Willen gehorchen, dann gäbe es selbst bei Bitterkeit und Schmerz keinen Groll. Ich will meine duftende Seele ganz zusammennehmen, im Regenwetter des Pflaumenmonats, und ausharren, bis ich die Wurzel des Pflaumenbaums sehe. (Ermüdet setzt sie sich.) (Chunxiang tritt auf:) "Die Schöne, die Kräuter sammelt, ist fern am Frühlingspavillon; die Dienerin fügt Weihrauch hinzu, der Mittagshof ist still." Ach, das Fräulein ist müde vom Gehen und döst unter dem Pflaumenbaum.

Der Fluss durchbohrt das Ufer (Chunxiang)

Ihr durchstreift den Blumengarten, wie könnt Ihr Euch da an den Pflaumenbaum lehnen und ausruhen? (Du Liniang:) Einen Augenblick lang blickte ich, einen Augenblick lang blickte ich zum Himmel, und plötzlich wurde das Herz traurig und jammerte um sich selbst. (Sie weint.) (Beide zusammen:) Wie soll man die Traurigkeit im Herzen verstehen? Wie soll man die heimlich fließenden Tränen verstehen? (Chunxiang:) Fräulein, was habt Ihr für Gedanken?

Vorherige Melodie (Fortsetzung) (Du Liniang)

Der Frühling kehrt heim, die Menschenantlitze – wir blicken einander an, ohne ein Wort. Ich wollte den, ich wollte den Weidenzweig brechen und den Himmel befragen. Nun bereue ich, nun bereue ich, dass ich ihm nicht die Verse darauf geschrieben habe. (Chunxiang:) Was soll diese rätselhafte Rede bedeuten? (Beide zusammen, wie zuvor.) (Chunxiang:) Gehen wir. (Du Liniang macht Anstalten zu gehen, bleibt aber stehen.)

Vorherige Melodie (Fortsetzung) (Du Liniang)

Lass mich langsam heimkehren, lass mich zögernd verweilen. (Vogelruf von innen:) Hört, hört diesen "Heimkehr"-Ruf in der Frühlingsdämmerung! Soll ich etwa, soll ich etwa wieder zu diesem Pavillon und Garten kommen? Ich werde nur den langen Schlaf und den kurzen Schlaf erlangen! (Beide zusammen, wie zuvor.) (Chunxiang:) Wir sind da. Gehen wir mit dem Fräulein zur Frau Mutter. (Du Liniang:) Genug.

Der Sinn ist ohne Ende (Du Liniang)

Kaum hat man mich, die Erschlaffte, zur Seite der bemalten Galerie gestützt, melde ich der Frau Gemahlin im Saal, sie möge sich wohlbefinden. Ich, Du Liniang, ach! Die Blütenzweige oben am Haus – auch sie erleuchten nur den einsamen Schlaf.

(Du Liniang) Wo in Wuling sucht man den Unsterblichen? – Shi Jiaoran

(Chunxiang) Nur tadle den Wanderer, der leicht vergisst. – Wei Zhuang

(Du Liniang) Von nun an in Frühlings Träumen immerdar, – Bai Juyi

(Chunxiang) Ein Leben lang haftet Gram im Herzen fest. – Zhang Hu