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Die Päonienlaube

14. Akt: Porträtmalerei

Kapitel 14

【Po qi zhen】(Dan tritt auf) Auf gewundenem Pfad, Traum erwacht, der Mensch ist fern; im kalten, tiefen Gemach, klanglos die Jade, die Seele will vergehen. Wie Blumen im Nebel schauen, wie der Mond durch Wolken lugen, ein zarter Schmerz keimt früh schon auf. (Tie tritt auf) Ich scheue, die Spur der Blüten zu suchen, verliere den blauen Schmetterling; matt erhebe ich mich vor dem Spiegel, lausche dem Schrei des Pirols. Der Frühling kehrt heim, die roten Ärmel flattern. 〖Zui tao yuan〗"(Dan) Ohne die Welt zu erfahren, doch das Herz ist bewegt; der Traum vom Pfingstrosen-Pavillon ist noch nicht zu Ende. (Tie) Der Kummer des Frühlings sammelt sich auf den Brauen; wer malt mir die fernen Berge? (Dan) Ich vertreibe die Last der Sorgen, ängstlich, das Gewand ist dünn, der Leib friert; auf den Blütenzweigen perlen rote Tränen. (Gemeinsam) Die Shu-Schminke, bei Sonne und Regen schwer zu malen; die Wolkenbilder von Gaotang, schwebend im Dunst." (Tie) Fräulein, seit eurem Spaziergang im Garten seid ihr in Essen und Schlaf verstört. Seid ihr vielleicht vom Frühling ergriffen und plötzlich so abgemagert? Chunxiang ist töricht und wagt nicht, die Gelehrte zu ermahnen; jenen Garten sollt ihr nie wieder betreten. (Dan) Wie könntest du den Grund wissen? Es heißt: "Frühlingstraum schwebt heimlich mit den Farben des dritten Mondes; in der Morgenkälte schwindet um einen Teil die Blüte."

【Shuo zi xu fan】(Dan leise singend) Der Frühling kehrt heim, so kalt und still; kaum erst gekommen, schon müde und träg; nach dem Schminken, beim Räucherwerk, sitze ich einsam, gelangweilt. Frei und unbekümmert, wie kann ich das Leid vertreiben, das die duftenden Kräuter nähren? Gibt es ein Mittel, das Herz zum Keimen zu bringen? Wahre Gefühle, erzwungenes Lächeln, für wen ist es schön? Tränenperlen spritzen, begleiten den Traum, der dahinschwebt.

【Zhu nu er fan】(Tie) Fräulein, warum kühlt ihr heißes Wesen nicht ab? Wann trocknen die kalten Tränen je? Diese beiden Frühlingsausflüge waren zu deutlich; ihr ertragt das Schwalbentauchen und den Lärm der Gelbspötter nicht. Ihr grübelt heimlich und fürchtet, die Frau Mutter könnte schelten. Wenn ihr so weiter trauert, werdet ihr von zehn Teilen Schönheit nicht einmal neun behalten. (Dan erschrocken) Ach, höre ich Chunxiangs Worte, bin ich, Du Liniang, auf neun Komma neun abgemagert. Ich will zum Spiegel gehen und sehen, wie es wirklich ist. (Sieht in den Spiegel) (Traurig) Weh, war ich einst so zart und anmutig, wer hätte gedacht, dass ich jetzt so abgemagert bin! Wenn ich mich nicht jetzt selbst male und auf der Welt hinterlasse, wer wird, wenn der Tod eines Tages kommt, wissen, dass die Du Liniang aus West-Shu so schön war? Chunxiang, bring weiße Seide und Farben, und sieh mir beim Malen zu. (Tie geht ab, kommt mit Seide und Pinsel zurück) "Drei Teile Frühlingsfarbe zu malen ist leicht, ein Stück Herzensschmerz zu zeichnen ist schwer." Seide und Farben sind bereit. (Dan weint) Du Liniangs sechzehnjährige Blütenschönheit, wer hätte gedacht, dass Du Liniang sie mit eigener Hand malen würde!

【Pu tian le】(Dan) Diese Zeit, die jugendliche Blütenantlitz, bald ist es welk und fahl. Nicht weil sein Glück schwer zu ertragen, warum vergeht die rote Schönheit so schnell? Von den vollendeten Frauen der Welt gibt es nicht wenige, doch alle werfen die Frühlingspracht früh weg. Lösche im Geisterhaus das Feuer der drei Brennpunkte, stelle auf den Tisch die vier Schätze der Gelehrtenstube, um die mondgleichen Brauen des Westsees zu malen, die wie Gipfel ragen.

【Yan guo sheng】(Sieht in den Spiegel und seufzt) Leichte Seide, dünner Flor, putze den Spiegel. Die Pinselspitze streicht leicht, malt zart. Schattenbild, mit dir will ich genau vergleichen. Deine Wangen lächeln so, es fehlt nur das Tupfen des Kirschmunds, das Malen der Weidenbrauen, das Färben der Wolkenfrisur, die wie Nebel und Dunst schwebt; das Blau der Brauenspitzen ist noch nicht vollendet; die ganze Gestalt liegt im Glanz der Herbstwellen, genau wie die zarten Frühlingsberge, das kleine Stirnjuwel.

【Qing bei xu】(Tie) Zum Lächeln geeignet, in der sanften Ostbrise die schlanke Taille aufrecht, als wäre sie von Frühlingssorgen umsponnen. (Dan) Dank diesem halben Fleckchen Land, drei Teile Tür und Tor, einerlei Talent, ein kleines Bild der Freude, spielt sie mit grünen Pflaumen, tändelt. Lehnt an den Seebergen, vom Frühlingstraum erwacht, schaut auf die wehenden Weiden, die im Winde beben. Allzu schlank, füge schräg ein paar grüne Bananenblätter hinzu. Chunxiang, hänge es auf, gleicht es mir?

【Yu fu rong】(Tie) Die Schönheit mit Farben zu malen ist leicht, die wahre Farbe nachzuahmen schwer. Sie gleicht einer Blume im Nebel, dem Mond im Wasser, dem Schatten im Spiegel. (Dan erfreut) Wirklich lieblich gemalt. Ach, ich weiß, dass die Mitte des Bildes gut gerät, und dann noch eine besondere Anmut hinzukommt. (Tie) Es fehlt nur ein Ehemann an deiner Seite. Wenn die Ehe früh käme, würden wir einen windigen Schwiegersohn anlocken; was fehlte dann an glücklichen Eheleuten, gemalt in den hohen Wolken! (Dan) Chunxiang, ich will dir nichts verhehlen: Bei meinem Spaziergang im Garten hatte ich auch eine Person. (Tie erschrocken) Fräulein, wie könnte es so eine Gelegenheit geben? (Dan) Im Traum!

【Shan tao fan】Es gab einen, der mit mir lachte; ich möchte ihn lebendig malen, dann fein ausarbeiten und die besondere Schönheit einfügen; doch als Mädchen fürchte ich, die Liebesgeschichte zu verraten. Dieses Frühlingsantlitz gleicht einem einsamen Herbstmond, der die Wolkenberge verlässt; welcher edle Gast aus dem Mondpalast könnte sich den Wolken nähern? Chunxiang, ich erinnere mich. Der Gelehrte im Traum brach einen Weidenzweig und schenkte ihn mir. Sollte mein künftiger Ehemann den Namen Liu (Weide) tragen? Daher diese Vorbedeutung. Zufällig entstand ein Gedicht, das die Frühlingsfarbe verbirgt. Soll ich es auf das Bild schreiben? (Tie) Gut. (Dan schreibt und rezitiert) "Aus der Nähe klar und deutlich, aus der Ferne wie eine fliegende Fee. Wenn ich einst den Mondpalast-Gast erlange, dann nicht am Pflaumenbaum, sondern an der Weide." (Legt den Pinsel nieder und seufzt) Chunxiang, es gab auch Schönheiten der alten und neuen Zeit, die früh einen Gatten heirateten, der sie liebte, und die für ihn malten; es gab auch Schöne, die sich selbst porträtierten und es dem Geliebten schickten. Aber ich, Du Liniang, wem soll ich es schicken?

【Wei xu fan】(Dan) Freude wandelt sich in Unruh. Freude über die klare, edle Gestalt, die wie eine Fee mit Jadeschmuck schwebt. Ich fürchte nur, dass man mich, wenn die Jahre vergehen und die Farben verblassen, für eine Goldhaus-Schöne hält. Vergebliche Mühe, die Frühlingsgestalt zu schicken; wen soll sie zu Tränen rühren? Wenn ich die Wahrheit male, ruft niemand nach mir. (Weint) Ach, der frühe Tod! Der Geist zeigt sich, bleibt zum Ruhm für die Nachwelt. Chunxiang, rufe leise den Blumenknecht und sag ihm Bescheid. (Tie ruft) (Chou, als Blumenknecht, tritt auf) "Im Leben des Qin-Palastes nur in Blumen gelebt; Cui Huis Bild gleicht nicht der Frau auf der Rolle." Was befiehlt das Fräulein? (Dan) Diese Bildrolle der Freude soll bei einem guten Meister gerahmt werden. Lass sie gut herrichten.

【Bao lao cui】Diese Gestalt ist wunderbar. Wer wird sie mit Rahmen schmücken? Man soll durchsichtige Seide und einen feinen Rand nehmen. Wenn jemand fragt, soll er nicht schwatzen. Hänge es gut an die Sonne und den Wind, damit es gut zur Geltung kommt; ich fürchte, dass gute Dinge nicht von Dauer sind. Mach mir meine geschickte Malerei nicht schmutzig. (Chou) Fräulein, wenn das Bild gerahmt ist, wo soll es aufgestellt werden?

【Wei sheng】(Dan) Ganz im Duftgemach, zur Schau, von niemandem gesehen. (Tie) Diese Gestalt sollte nur im Tempel des Wu-Bergs hängen. (Gemeinsam) Ich fürchte, sie könnte als Regen und Wolke davonfliegen.

(Tie) Vor den Augen, Perlen und Korallen, dem Herzen zuwider, Cui Daorong (Dan) Doch kehre ich weinend vor den Blumen zurück. Wei Zhuang (Tie) Male gut die bezaubernde Schönheit, zeige sie den Leuten, Luo Qiu (Dan) Lass die Menschen die Yang Guifei im Bild beurteilen. Han Wo