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Schwierigkeitsklassiker: Pulslehre

Fünfzehnte Schwierigkeit

Kapitel 15

Im medizinischen Klassiker heißt es: Im Frühling ist der Puls fadenförmig (Xian-Mai), im Sommer ist der Puls hakenförmig (Gou-Mai), im Herbst ist der Puls haarig (Mao-Mai), im Winter ist der Puls steinig (Shi-Mai). Sind dies normale Pulse oder sind es Krankheitspulse?

Antwort: Die Pulse Xian-Mai, Gou-Mai, Mao-Mai und Shi-Mai sind die den vier Jahreszeiten entsprechenden Pulse. Im Frühling erscheint der Xian-Mai, weil die Leber dem Osten und dem Holz-Element zugeordnet ist. Die zehntausend Dinge beginnen gerade zu wachsen und haben noch keine Blätter und Zweige hervorgebracht. Daher kommt der Puls weich, geschmeidig und lang an, weshalb er Xian-Mai (Fadenpuls) genannt wird. Im Sommer erscheint der Gou-Mai, weil das Herz dem Süden und dem Feuer-Element zugeordnet ist. Die zehntausend Dinge wachsen üppig, senken ihre Zweige und entfalten ihre Blätter, die alle nach unten gekrümmt sind wie ein Haken. Daher kommt der Puls schnell an und geht langsam weg, weshalb er Gou-Mai (Hakenpuls) genannt wird. Im Herbst erscheint der Mao-Mai, weil die Lunge dem Westen und dem Metall-Element zugeordnet ist. Die zehntausend Dinge erreichen ihr Ende; die Blüten und Blätter der Gräser und Bäume fallen im Herbst ab, nur die Zweige bleiben allein bestehen, wie feine Haare. Daher kommt der Puls leicht, leer und oberflächlich an, weshalb er Mao-Mai (Haarpuls) genannt wird. Im Winter erscheint der Shi-Mai, weil die Niere dem Norden und dem Wasser-Element zugeordnet ist. Die zehntausend Dinge verbergen sich alle; in der tiefen Winterzeit gefriert das Wasser und wird wie Stein. Daher kommt der Puls tief, geschmeidig und gleitend an, weshalb er Shi-Mai (Steinpuls) genannt wird. Dies sind die Pulse der vier Jahreszeiten.

Was ist, wenn sich der Puls verändert?

Antwort: Im Frühling sollte der Puls ein Xian-Mai sein; das Gegenteil ist ein Krankheitspuls. Was bedeutet das Gegenteil? Antwort: Wenn die Puls-Qi-Kraft voll und stark ankommt, nennt man das Übermaß (Tai Guo); die Krankheit liegt außen. Wenn die Puls-Qi-Kraft schwach und fein ankommt, nennt man das Mangel (Bu Ji); die Krankheit liegt innen. Wenn die Puls-Qi-Kraft weich und anhaltend ankommt, wie das Streichen über ein Ulmenblatt, nennt man das den ausgeglichenen Puls (Ping-Mai). Wenn sie noch voller und gleitender ist, wie das Streichen über einen langen Bambusstab, nennt man das einen Krankheitspuls. Wenn sie hastig und stark kraftvoll ist, wie eine frisch gespannte Bogensehne, nennt man das einen Todespuls. Wenn der Frühlingspuls leicht fadenförmig ist, nennt man das den ausgeglichenen Puls; ist das Fadenartige viel und das Magen-Qi wenig, nennt man das einen Krankheitspuls; ist nur das Fadenartige vorhanden und kein Magen-Qi, nennt man das einen Todespuls. Der Frühling hat das Magen-Qi als seine Grundlage.

Im Sommer sollte der Puls ein Gou-Mai sein; das Gegenteil ist ein Krankheitspuls. Was bedeutet das Gegenteil? Antwort: Wenn die Puls-Qi-Kraft voll und stark ankommt, nennt man das Übermaß; die Krankheit liegt außen. Wenn die Puls-Qi-Kraft schwach und fein ankommt, nennt man das Mangel; die Krankheit liegt innen. Wenn der Puls verbunden wie ein Ring ankommt, wie das Streichen über Jade, nennt man das den ausgeglichenen Puls. Wenn er immer schneller ankommt, wie ein Huhn, das den Fuß hebt, nennt man das einen Krankheitspuls. Wenn der vordere Teil gekrümmt und der hintere Teil gerade ist, wie das Halten eines Hakens, nennt man das einen Todespuls. Wenn der Sommerpuls leicht hakenförmig ist, nennt man das den ausgeglichenen Puls; ist das Hakenartige viel und das Magen-Qi wenig, nennt man das einen Krankheitspuls; ist nur das Hakenartige vorhanden und kein Magen-Qi, nennt man das einen Todespuls. Der Sommer hat das Magen-Qi als seine Grundlage.

Im Herbst sollte der Puls ein Mao-Mai sein; das Gegenteil ist ein Krankheitspuls. Was bedeutet das Gegenteil? Antwort: Wenn die Puls-Qi-Kraft voll und stark ankommt, nennt man das Übermaß; die Krankheit liegt außen. Wenn die Puls-Qi-Kraft schwach und fein ankommt, nennt man das Mangel; die Krankheit liegt innen. Wenn der Puls oberflächlich und groß ankommt wie ein Wagenschirm und beim Herunterdrücken noch größer wird, nennt man das den ausgeglichenen Puls. Wenn er weder auf- noch absteigt, wie das Streichen über Hühnerfedern, nennt man das einen Krankheitspuls. Wenn er beim Herunterdrücken welk und zerstreut ist, wie Wind, der durch Haare bläst, nennt man das einen Todespuls. Wenn der Herbstpuls leicht haarig ist, nennt man das den ausgeglichenen Puls; ist das Haarartige viel und das Magen-Qi wenig, nennt man das einen Krankheitspuls; ist nur das Haarartige vorhanden und kein Magen-Qi, nennt man das einen Todespuls. Der Herbst hat das Magen-Qi als seine Grundlage.

Im Winter sollte der Puls ein Shi-Mai sein; das Gegenteil ist ein Krankheitspuls. Was bedeutet das Gegenteil? Antwort: Wenn die Puls-Qi-Kraft voll und stark ankommt, nennt man das Übermaß; die Krankheit liegt außen. Wenn die Puls-Qi-Kraft schwach und fein ankommt, nennt man das Mangel; die Krankheit liegt innen. Wenn der Puls oben groß und unten klein ankommt, geschmeidig und gleitend wie der Schnabel eines Spatzen, nennt man das den ausgeglichenen Puls. Wenn er anhaltend pickt, in der Mitte leicht gekrümmt, nennt man das einen Krankheitspuls. Wenn er ankommt wie ein gelöstes Seil und weggeht wie ein abgeschossener Pfeil, nennt man das einen Todespuls. Wenn der Winterpuls leicht steinig ist, nennt man das den ausgeglichenen Puls; ist das Steinartige viel und das Magen-Qi wenig, nennt man das einen Krankheitspuls; ist nur das Steinartige vorhanden und kein Magen-Qi, nennt man das einen Todespuls. Der Winter hat das Magen-Qi als seine Grundlage.

Der Magen ist das Meer, das Wasser und Nahrung aufnimmt; er ist zuständig für die Aufnahme der Nahrung für die vier Jahreszeiten. Alle haben das Magen-Qi als ihre Grundlage. Dies ist der Schlüsselpunkt, bei dem die Pulsveränderungen der vier Jahreszeiten Krankheiten hervorbringen und über Leben und Tod entscheiden. Die Milz befindet sich im mittleren Erwärmer (Zhong Jiao); ihr ausgeglichener Puls kann nicht beobachtet werden, er zeigt sich nur, wenn sie geschwächt ist. Wenn der Puls ankommt wie ein Spatz, der Körner pickt, oder wie Wasser, das aus einem Leck tropft, dann ist dies die Erscheinung einer geschwächten Milz.