70. Schwierigkeit
Die medizinischen Klassiker sagen: Im Frühling und Sommer soll man oberflächlich stechen, im Herbst und Winter tief stechen. Warum ist das so?
Die Antwort: Im Frühling und Sommer schwebt das Yang-Qi an der Körperoberfläche, und auch das rechte Qi des Menschen tendiert zur Körperoberfläche, daher soll man oberflächlich stechen. Im Herbst und Winter senkt sich das Yang-Qi in das Körperinnere, und auch das rechte Qi des Menschen tendiert zum Körperinneren, daher soll man tief stechen.
Wieder gefragt: Im Frühling und Sommer soll man jeweils das Yin-Qi des einen leiten, im Herbst und Winter jeweils das Yang-Qi des einen. Was bedeutet das?
Die Antwort: Im Frühling und Sommer ist das Klima warm, man muss das Yin-Qi des einen leiten. Das bedeutet: Zu Beginn des Nadelstichs sticht man tief bis zu dem Ort, wo Leber und Niere sich befinden. Sobald das Qi erreicht ist (De-Qi), zieht man die Nadel wieder in die oberflächliche Schicht herauf, um das Yin-Qi nach außen zu leiten. Im Herbst und Winter ist das Klima kalt, man muss das Yang-Qi des einen leiten. Das bedeutet: Zu Beginn des Nadelstichs sticht man oberflächlich in die Körperoberfläche, bis zu dem Ort, wo Herz und Lunge sich befinden. Sobald das Qi erreicht ist, drückt man die Nadel in die tiefe Schicht hinein, um das Yang-Qi nach innen zu leiten. Dies ist gemeint mit: Im Frühling und Sommer muss man das Yin-Qi des einen leiten, im Herbst und Winter muss man das Yang-Qi des einen leiten.
