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Die Geschichte der Drei Reiche

Die Geschichte der Drei Reiche

Einer der vier großen klassischen Romane Chinas

Der vollständige Titel des Werkes lautet Die Geschichte der Drei Reiche in allgemeinverständlicher Darstellung. Es ist einer der vier großen klassischen Romane der chinesischen Literatur und wurde von Luo Guanzhong, einem bedeutenden Romancier der späten Yuan- und frühen Ming-Dynastie, verfasst. Als erster mehrbändiger historischer Roman in Kapitelform in der chinesischen Literaturgeschichte stützt er sich auf Chen Shous Chroniken der Drei Reiche sowie auf jahrhundertealte Volksüberlieferungen und treibt das künstlerische Prinzip sieben Teile historische Wahrheit, drei Teile fiktive Ausschmückung zur Vollendung. Der Roman entfaltet ein umfassendes Panorama der bewegten und stürmischen Geschichte über fast hundert Jahre, vom Aufstand der Gelben Turbane am Ende der Östlichen Han-Dynastie bis zur Wiedervereinigung des Reiches unter der Westlichen Jin-Dynastie – ein grandioses politisches und militärisches Epos.

Die Haupthandlung folgt dem Aufstieg und Niedergang der drei Reiche Wei, Shu und Wu. Durch die Schilderung tückischer politischer Machtkämpfe und überwältigender Schlachtenszenen entsteht ein lebendiges Bild, wie Helden um die Vorherrschaft rangen. Vom Schwur im Pfirsichgarten über die Enthauptung Hua Xiongs bei noch warmem Wein, von den drei Besuchen in der Strohhütte bis zur Schlacht an der Roten Klippe, von der siebenmaligen Gefangennahme des Meng Huo bis zum Herbstwind von Wuzhangyuan – die klassischen Episoden des Romans sind voller Spannung und Dramatik. Besonders die Schilderung der drei großen Feldzüge – der Schlacht von Guandu, der Schlacht an der Roten Klippe und der Schlacht von Yiling – zeigt nicht nur die gewaltigen Dimensionen antiker Kriegsführung, sondern offenbart auch die entscheidende Rolle von Strategie, Gunst von Himmel und Erde sowie der Herzen der Menschen für den Ausgang eines Krieges.

In der Figurenzeichnung erreicht Die Geschichte der Drei Reiche außergewöhnliche künstlerische Höhen. Luo Guanzhong erschafft Hunderte von scharf konturierten historischen Gestalten, deren bekannteste der Inbegriff der Weisheit Zhuge Liang, der Inbegriff der Gerechtigkeit Guan Yu und der Inbegriff der Hinterlist Cao Cao sind. Zhuge Liangs unermüdlicher Einsatz und seine geniale Voraussicht, Liu Beis Güte und Beharrlichkeit, Cao Caos überragendes Talent gepaart mit Argwohn und Verschlagenheit, sowie Zhao Yuns unerschrockene Treue – all dies hat sich tief in das kulturelle Gedächtnis der chinesischen Nation eingeprägt. Diese Figuren sind nicht nur Spiegel der Geschichte, sondern auch Verkörperungen der traditionellen ethischen Werte wie Loyalität, Kindespflicht, Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Weisheit und Aufrichtigkeit.

Der Einfluss der Geschichte der Drei Reiche auf die chinesische Kultur ist allumfassend und von nachhaltiger Tiefe. Sie hat nicht nur den chinesischen Wortschatz ungemein bereichert – mit Redewendungen wie die List der leeren Stadt, Pfeile von Strohbooten borgen oder dreimal in die Strohhütte kommen –, sondern auch die spätere Literatur, das Theater, die Volkskunst und sogar das strategische Denken sowie die zwischenmenschlichen Beziehungen der Chinesen tiefgreifend geprägt. Der Roman verbindet auf vollendete Weise das tiefe Gefühl für den Wandel der Geschichte mit einem leidenschaftlichen Heroismus und lässt unzählige Leser im Seufzer über die rollenden Wasser des östlich fließenden Jangtse die Schwere der Geschichte und die Lebensweisheit darin erfahren.