Besser lesen auf dem Handy App Buch der Urkunden: Volltextsuche, Lesezeichen, Vorlesen, Offline-Lesen
Thema
Schriftgröße 18
Buch von Shang

Yue Ming, Teil 1

Kapitel 21

König Gaozong von Shang träumte, dass er Fu Yue gefunden hatte. Daraufhin schickte er alle Beamten aus, um ihn im Volk zu suchen, und fand ihn in Fu Yan. Zu diesem Anlass verfasste er die drei Kapitel der „Yue Ming“-Ansprachen. (Dieser Abschnitt fehlt im Originaltext.)

Der König hielt Trauerzeit, verbrachte drei Jahre in der Schweigehalle und sprach kein Wort. Nach Ablauf der Trauerzeit schwieg er noch immer. Die Minister alle ermahnten den König und sprachen: „Ach! Wer die Dinge durchschaut, heißt weise und klar; der Weise und Klare schafft wahrhaftig die Gesetze. Der Himmelssohn herrscht über alle Länder, die hundert Beamten folgen deiner Ordnung. Des Königs Worte sind Befehle; spricht der König nicht, so haben die Untergebenen keine Weisungen, denen sie gehorchen können.“

Der König aber schrieb einen Erlass, um die Minister zu belehren: „Ihr verlangt, dass ich als Vorbild die ganze Welt zurechtbringe. Ich fürchte nur, meine Tugend sei nicht entsprechend; deshalb spreche ich nicht. In ehrfürchtigem Schweigen sinne ich über den Weg der Regierung nach. Da träumte ich, der Himmelsherr schenke mir einen trefflichen Helfer; er wird an meiner Stelle reden.“

Daraufhin zeichnete er die Gestalt aus dem Traum genau auf und ließ mit diesem Bild im ganzen Land nach ihr suchen. Fu Yue, der damals in Fu Yan am Berg die Mauern stampfte, glich dem Bild vollkommen.

Da erhob er ihn zum Kanzler und stellte ihn an seine Seite.

Er befahl ihm: „Von früh bis spät bringe mir Belehrung dar, um meine Tugend zu fördern!“

„Bin ich wie Metall, so sei du mein Wetzstein! Muss ich einen großen Strom überqueren, so sei du mein Schiff und mein Ruder! Kommt eine große Dürre, so sei du der anhaltende Regen!“

„Öffne dein Herz, um mein Herz zu tränken!“

„Wenn eine Arznei nicht Schwindel erregt, heilt sie die Krankheit nicht. Wenn man barfuß geht, ohne auf den Boden zu sehen, verletzt man sich die Füße.“

„Ich hoffe, dass du und deine Mitarbeiter alle einträchtig seid, um euren Herrscher zurechtzuweisen, dass er den Weg der früheren Könige befolge, den Spuren meines erhabenen Vorfahren folge und so die zahllosen Menschen zur Ruhe bringe.“

„Ach! Ehre diesen meinen Befehl! Möge er ein gutes Ende haben!“

Fu Yue antwortete dem König: „Das Holz folgt der Richtschnur und wird gerade; der Herrscher folgt der Ermahnung und wird weise. Ist der Herrscher weise, so warten die Untergebenen nicht auf Befehl, sondern gehorchen von selbst. Wer wagte es dann, die herrlichen Befehle des Königs nicht zu ehren?“