Zwölfte grundlegende Annalen: Kaiser Wu
Anmerkung: Der sechzigste Abschnitt des Xiaowu-Benji wurde von Chu Shaosun ergänzt und folgt nicht der Schreibweise des Großhistorikers.
In der Jijie sagt Zhang Yan: „Der Abschnitt über Kaiser Wu wurde von Herrn Chu ergänzt. Herr Chu, mit dem Vornamen Shaosun, war ein Gelehrter der Han-Dynastie.“
Der Suoyin sagt: „Herr Chu ergänzte die Aufzeichnungen des Historikers, sammelte die Taten von Kaiser Wu und ordnete sie chronologisch an.“ Betrachtet man den Inhalt des Xiaowu-Benji, so beschreibt er größtenteils nur Dinge wie Kaiser Wus Suche nach Unsterblichen sowie die Opfer an Himmel und Erde; die übrigen wichtigen Ereignisse fehlen. Daher sagt der Suoyin: „Er nahm nur das Buch der Opfer an Himmel und Erde, um es zu ergänzen; das zeigt wirklich seine geringe Gelehrsamkeit und sein flaches Wissen.“
Kaiser Xiaowu war der zweite Sohn von Kaiser Xiaojing. Seine Mutter hieß Kaiserinmutter Wang. Im vierten Jahr von Xiaojing wurde er als kaiserlicher Prinz zum König von Jiaodong ernannt. Im siebten Jahr von Xiaojing wurde der Thronfolger Li abgesetzt und zum König von Linjiang gemacht; daraufhin machte man den König von Jiaodong zum Thronfolger. Im sechzehnten Jahr von Xiaojing starb Kaiser Jing; der Thronfolger bestieg den Thron und wurde Kaiser Xiaowu. Gleich nach seiner Thronbesteigung ehrte Kaiser Xiaowu besonders die Opfer für Geister und Götter.
Im ersten Jahr seiner Regierung war die Han-Dynastie bereits seit über sechzig Jahren gegründet, das Reich war befriedet, und die Gelehrten und Würdenträger hofften, dass der Himmelssohn das Feng- und Shan-Opfer durchführen und den Kalender sowie die Gesetze reformieren würde. Der Kaiser neigte zur konfuzianischen Lehre, zog vortreffliche und fähige Männer an, und Zhao Wan, Wang Zang und andere wurden aufgrund ihrer literarischen Fähigkeiten zu hohen Beamten. Sie wollten im Süden der Stadt die Mingtang-Halle errichten, um dort die Lehnsfürsten zu empfangen. Sie entwarfen die Dinge wie kaiserliche Inspektionsreisen, das Feng- und Shan-Opfer, die Kalenderreform und den Wechsel der Hofkleidung, aber sie konnten diese nicht vollenden. Gerade zu dieser Zeit hielt Kaiserinmutter Dou an der Lehre von Huang-Lao fest, mochte die konfuzianische Lehre nicht und ließ heimlich nachforschen, ob Zhao Wan und andere unlautere Gewinne erzielt hatten. Sie ließ Zhao Wan und Wang Zang vorladen und verhören; Zhao Wan und Wang Zang begingen Selbstmord, und alle von ihnen begonnenen Projekte wurden eingestellt.
Nach sechs Jahren starb Kaiserinmutter Dou. Im folgenden Jahr berief der Kaiser die Literaten Gongsun Hong und andere ein.
Wieder ein Jahr später begab sich der Kaiser zum ersten Mal nach Yong und opferte bei den fünf heiligen Stätten. Danach opferte er oft alle drei Jahre. Zu dieser Zeit suchte der Kaiser nach dem göttlichen Geist und ließ ihn im Tempel Tishi im Shanglin-Park unterbringen. Der göttliche Geist war eine Frau aus Changling, die um ihren gestorbenen Sohn trauerte und sich daraufhin in ihrer Schwägerin Wanruo manifestierte. Wanruo opferte ihr in ihrem eigenen Haus; viele Menschen aus dem Volk kamen, um zu opfern. Die Prinzessin Pingyuan opferte ihr, und daraufhin wurden ihre Nachkommen geehrt und berühmt. Als Kaiser Wu den Thron bestieg, ließ er sie mit großem Zeremoniell im Palast unterbringen und ihr opfern; man konnte sie sprechen hören, aber nicht sehen.
Zu dieser Zeit trat auch Li Shaojun vor den Kaiser, indem er die Kunst des Opferns an den Herdgott, die Gewinnung von Gold aus Getreide sowie Methoden zur Verzögerung des Alterns lehrte. Der Kaiser ehrte ihn sehr. Shaojun war zuvor von Marquis Shenze empfohlen worden, um die Methoden der Magie zu beaufsichtigen. Er verbarg sein Alter und seine Herkunft, gab sich oft als siebzigjährig aus und behauptete, Geister und Dämonen befehligen und das Altern verzögern zu können. Er reiste umher und besuchte mit seinen Künsten alle Lehnsfürsten. Er hatte weder Frau noch Kinder. Die Leute hörten, dass er Geister und Dämonen befehligen und unsterblich leben könne, und schenkten ihm viele Dinge; so hatte er stets reichlich Geld, Seide, Kleidung und Nahrung. Die Leute dachten, er habe kein Gewerbe und sei doch wohlhabend, und da sie nicht wussten, woher er stammte, glaubten sie ihm umso mehr und wetteiferten, ihm zu dienen. Shaojun war aufgrund seiner feinen Künste geschickt im klugen Reden und traf oft das Richtige. Einmal trank er mit dem Marquis von Wuan; unter den Gästen war ein über neunzigjähriger Greis. Shaojun begann, von Orten zu erzählen, an denen er mit dem Großvater des Greises gejagt und geschossen hatte. Der Greis kannte diese Orte, da er als Kind mit seinem Großvater dorthin gegangen war, und alle Anwesenden waren erstaunt. Shaojun wurde beim Kaiser vorgelassen; der Kaiser hatte ein altes Bronzegefäß und fragte Shaojun danach. Shaojun sagte: „Dieses Gefäß stand im zehnten Jahr des Herzogs Huan von Qi in der Baiqin-Halle.“ Daraufhin prüfte man die eingravierten Schriftzeichen; es war tatsächlich ein Gefäß des Herzogs Huan von Qi. Der gesamte Palast war erschüttert und hielt Shaojun für einen göttlichen Menschen, der mehrere hundert Jahre alt sei.
Shaojun sagte zum Kaiser: „Opfert man dem Herdgott, so kann man Geister herbeirufen; aus Zinnober kann man Gold herstellen; macht man aus diesem Gold Trink- und Essgefäße, so verlängert dies das Leben; verlängert man das Leben, so kann man die Unsterblichen auf dem Penglai-Berg im Meer sehen; sieht man die Unsterblichen und führt dann das Feng- und Shan-Opfer durch, so kann man unsterblich werden – so machte es der Gelbe Kaiser. Ich bin einst auf dem Meer gereist und habe An Qisheng getroffen; er gab mir eine Dattel zu essen, die so groß wie eine Melone war. An Qisheng ist ein Unsterblicher, der zwischen dem Penglai-Berg und der Menschenwelt verkehren kann. Wenn er einem wohlgesonnen ist, erscheint er, wenn nicht, verbirgt er sich.“ Daraufhin begann der Himmelssohn persönlich dem Herdgott zu opfern und sandte Magier auf das Meer, um den Penglai-Berg und Leute wie An Qisheng zu suchen; gleichzeitig begann man, Zinnober und verschiedene Arzneien zur Herstellung von Gold zu verarbeiten.
Nach langer Zeit starb Li Shaojun an einer Krankheit. Der Himmelssohn glaubte, dass er sich verwandelt habe und nicht gestorben sei, und ließ Huang Chui Shi Kuanshu seine Künste erlernen. Die Suche nach An Qisheng auf dem Penglai-Berg blieb erfolglos, aber die verschrobenen und phantastischen Magier aus den Küstenregionen von Yan und Qi ahmten seine Künste nach und redeten immer mehr über die Angelegenheiten der Unsterblichen.
Ein Mann aus Bo, Bo Youji, reichte eine Methode zur Verehrung des Taiyi-Gottes ein: „Der höchste unter den Himmelsgöttern ist Taiyi, seine Gehilfen sind die fünf Götter. In alten Zeiten opferten die Himmelsöhne im Frühling und Herbst im südöstlichen Vorort dem Taiyi, wobei sie Opfertiere (Rind, Schaf, Schwein) verwendeten; sie opferten sieben Tage lang, errichteten einen Altar und öffneten acht Wege zu den Geistern und Göttern.“ Daraufhin befahl der Himmelssohn dem Großen Opferpriester, im südöstlichen Vorort von Chang’an einen Taiyi-Altar zu errichten und regelmäßig nach der Methode von Bo Youji zu opfern. Später reichte jemand ein Schreiben ein: „In alten Zeiten opferten die Himmelsöhne alle drei Jahre mit Opfertieren den drei Göttern: Himmelsgott, Erdgott und Taiyi.“ Der Himmelssohn stimmte zu und befahl dem Großen Opferpriester, auf dem Taiyi-Altar nach der Methode von Bo Youji die Opfer zu leiten. Wieder später reichte jemand ein Schreiben ein: „In alten Zeiten führten die Himmelsöhne im Frühling und Herbst Entsühnungsopfer durch: Sie opferten dem Gelben Kaiser eine Eule und einen ‚Pojing‘ (ein Fabeltier); dem Mingyang opferten sie einen Schafsbock; dem Maxing opferten sie einen schwarzen Hengst; Taiyi, Berggott Gaoshan und Erdgott Dichang opferten sie ein Rind; dem Wuyi-Herrn opferten sie getrockneten Fisch; dem Yin-Yang-Gesandten opferten sie ein Rind.“ Der Himmelssohn befahl den Opferbeamten, diese Opfer nach diesen Methoden durchzuführen, und zwar neben dem Taiyi-Altar von Bo Youji.
Danach gab es im Park des Himmelssohnes einen weißen Hirsch; aus seiner Haut ließ man Ledergeld herstellen, um ein glückverheißendes Zeichen hervorzurufen, und man prägte auch Weißgoldmünzen (eine Legierung aus Silber und Zinn).
Im folgenden Jahr opferte man in Yong und fing ein Einhorn, das wie ein Milu aussah. Der zuständige Beamte sagte: „Eure Majestät opfert ehrfürchtig und andächtig; der höchste Gott hat das Opfer angenommen und ein Einhorn geschenkt; das ist wohl das Qilin.“ Daraufhin opferte man es den fünf heiligen Stätten, wobei man jeder Stätte ein Rind hinzufügte und es verbrannte. Auch schenkte man den Lehnsfürsten Weißgold, um zu zeigen, dass die Omen mit Himmel und Erde übereinstimmten.
Daraufhin glaubte der König von Jinan, dass der Himmelssohn das Feng- und Shan-Opfer durchführen würde, und bot schriftlich den Berg Tai und die umliegenden Städte an. Der Himmelssohn nahm an und entschädigte ihn mit anderen Bezirken. Der König von Changshan beging ein Verbrechen und wurde verbannt; der Himmelssohn belehnte seinen jüngeren Bruder in Zhending, um die Opfer des früheren Königs fortzusetzen, und machte Changshan zu einer Präfektur. So befanden sich alle fünf heiligen Berge innerhalb der direkt vom Himmelssohn verwalteten Präfekturen.
Im folgenden Jahr trat der Mann aus Qi, Shao Weng, mit der Kunst der Geister und Götter vor den Kaiser. Der Kaiser hatte eine geliebte Konkubine, Frau Wang; als sie starb, rief Shao Weng mit seiner Kunst nachts die Gestalten von Frau Wang und des Herdgottes herbei; der Himmelssohn sah sie durch einen Vorhang. Daraufhin ernannte er Shao Weng zum General Wencheng, beschenkte ihn reichlich und behandelte ihn mit der Etikette eines Gastes. General Wencheng sagte: „Wenn der Himmelssohn mit den Unsterblichen verkehren möchte, die Paläste und Kleider gleichen nicht denen der Unsterblichen; dann werden die Unsterblichen nicht kommen.“ Daraufhin ließ man Wagen mit bemalten Wolken anfertigen und trieb an verschiedenen glücklichen und unglücklichen Tagen mit ihnen böse Geister aus. Man erbaute auch den Ganguang-Palast, in dem man eine Tempelhalle errichtete, Himmel, Erde, Taiyi und alle Götter malte und Opfergeräte aufstellte, um die Himmelsgötter herbeizurufen. Nach über einem Jahr wurden seine Künste allmählich unwirksam; die Götter kamen nicht. Daraufhin schrieb er Schriftzeichen auf Seide, steckte sie einem Rind in den Bauch, tat so, als wisse er nichts, und sagte, im Bauch des Rindes sei etwas Wunderbares. Man tötete das Rind und untersuchte es; man fand die Seidenschrift, deren Zeichen sehr seltsam waren; der Kaiser hegte Verdacht. Jemand erkannte seine Handschrift; als man ihn danach fragte, bestätigte sich, dass die Seidenschrift gefälscht war. Daraufhin ließ man General Wencheng hinrichten und vertuschte die Sache.
Danach erbaute man die Bai-Liang-Terrasse, Kupfersäulen und die Pfirsichhand-Auffangschale für den Tau der Unsterblichen und dergleichen.
Im Jahr nach dem Tod des General Wen Cheng erkrankte der Himmlische Sohn in Dinghu schwer. Er ließ alle Schamanen und Ärzte kommen, doch die Krankheit besserte sich nicht. You Shui Fa Gen sprach: „Im Shang-Kommanderie gibt es einen Schamanen. Wenn er erkrankt, steigen die Geister und Götter auf ihn herab.“ Der Kaiser ließ ihn kommen und in einem Schrein im Ganquan-Palast unterbringen, um dort Opfer darzubringen. Als der Kaiser dann erkrankte, sandte er jemanden, um den Geisterfürsten zu befragen. Der Geisterfürst sprach: „Der Himmlische Sohn braucht sich wegen der Krankheit nicht zu sorgen. Wenn die Krankheit ein wenig nachlässt, bemühe er sich, zum Ganquan-Palast zu kommen, um mir zu begegnen.“ Daraufhin genas der Kaiser von seiner Krankheit und begab sich zum Ganquan-Palast, wo die Krankheit vollständig ausheilte. Der Kaiser erließ eine allgemeine Amnestie und ließ den Schrein des Geisterfürsten im Shou-Palast errichten. Der Höchste unter den Geisterfürsten war Tai Yi (der Große Eine), seine Gehilfen hießen Da Jin, Si Ming und dergleichen, die alle ihm folgten. Man konnte sie nicht sehen, nur ihre Stimmen hören, die wie menschliche Rede klangen. Sie kamen und gingen, und wenn sie kamen, war ein sausender Wind zu vernehmen. Sie wohnten in Gemächern hinter Vorhängen. Manchmal sprachen sie am Tage, meist jedoch in der Nacht. Der Himmlische Sohn konnte erst nach einem Reinigungsritual zu ihnen eintreten. Ein Schamane fungierte als Gastgeber und war für die Speisen und Getränke zuständig. Was sie sagen wollten, gaben sie durch ihn weiter. Man errichtete auch den Shou-Palast und den Nördlichen Palast, hängte Federbanner auf, stellte Opfergaben bereit und ehrte die Geisterfürsten mit ritueller Verehrung. Was die Geisterfürsten sprachen, ließ der Kaiser aufzeichnen und nannte es „Schriftwerk“. Ihre Worte waren das, was weltliche Menschen ohnehin wussten, nichts Besonderes, doch der Himmlische Sohn allein fand Gefallen daran. Diese Angelegenheiten waren streng geheim, niemand in der Welt erfuhr davon.
Drei Jahre danach sprachen die zuständigen Beamten: „Die Jahresnamen sollten nach den glückverheißenden Zeichen des Himmels benannt werden, nicht nach Zahlen wie Eins, Zwei usw. gezählt werden.“ Das erste Jahresname hieß Jian Yuan, das zweite, wegen des Erscheinens eines Kometen, Yuan Guang, und das dritte, weil bei einem Grenzopfer ein Einhorn gefangen wurde, Yuan Shou.
Im Winter des darauffolgenden Jahres begab sich der Himmlische Sohn zum Grenzopfer im Yong-Kreis und sagte überlegend: „Nun opfere ich dem höchsten Gott selbst, aber die Erdgottheit (Hou Tu) habe ich noch nicht geopfert; dann ist das Ritual nicht vollständig.“ Die zuständigen Beamten berieten mit dem Großhistoriker und dem Opferbeamten Kuan Shu und anderen: „Die Opfertiere für Himmel und Erde sollten junge Kälber sein, deren Hörner so klein wie Seidenraupenkokons oder Kastanien sind. Da der Kaiser nun persönlich der Erdgottheit opfert, sollte man für die Erdgottheit auf einer runden Anhöhe im Sumpf fünf Altäre errichten, jeder mit einem Opfer von einem gelben Kalb als vollständigem Opfer. Nach dem Opfer soll alles vergraben werden, und die Begleiter beim Opfer sollen gelbe Kleidung tragen.“ Daraufhin zog der Kaiser nach Osten und begann, auf der Anhöhe (Shui) in Fenyin einen Schrein für die Erdgottheit zu errichten, gemäß den Vorschlägen von Kuan Shu und den anderen. Der Kaiser selbst opferte und betete, genau wie beim Opfer für den höchsten Gott. Nach Abschluss des Rituals begab sich der Kaiser nach Xingyang und kehrte dann zurück. Als er Luoyang passierte, erließ er ein Edikt: „Die Drei Dynastien sind fern, sie sind schwer fortzuführen. Man sollte dem Nachkommen der Zhou-Dynastie ein Gebiet von dreißig Li Land geben, ihn zum Zhouzi Nan-Jun machen, damit er die Opfer der früheren Könige fortsetzen kann.“ In diesem Jahr begann der Kaiser, die Kommanderien zu bereisen und näherte sich allmählich dem Berg Tai.
In jenem Frühjahr reichte Le Cheng Hou ein Schreiben ein, um Luan Da zu empfehlen. Luan Da war ein Hofbeamter des Königs von Jiaodong und hatte zuvor denselben Lehrer wie General Wen Cheng gehabt. Später wurde er zum obersten Handwerksbeamten des Königs von Jiaodong ernannt. Le Cheng Hous Schwester war die Königin von Jiaodong Kang Wang; sie hatte keinen Sohn. Nach dem Tod von Kang Wang wurde der Sohn einer anderen Nebenfrau zum König erhoben. Die Königin Kang aber hatte ein ausschweifendes Verhalten gezeigt und war mit dem neuen König uneins; beide versuchten, sich gegenseitig mit Gesetzen zu schaden. Als die Königin Kang hörte, dass General Wen Cheng bereits tot war, wollte sie sich beim Kaiser einschmeicheln und schickte Luan Da über Le Cheng Hou, um vor dem Kaiser zu erscheinen und seine Künste darzubieten. Der Himmlische Sohn bereute nach der Tötung von General Wen Cheng, dass er zu früh gestorben war, und bedauerte, dass seine Künste nicht vollständig überliefert waren. Als er Luan Da sah, war er hocherfreut. Luan Da war ein hochgewachsener, gutaussehender Mann, sprach mit viel List und wagte es, groß zu reden, ohne zu zögern. Er prahlte ungeniert: „Ich bin schon oft ins Meer hinausgefahren und traf dort die Unsterblichen An Qi Sheng und Xian Men Gao. Weil ich von niedrigem Stand war, schenkten sie mir kein Vertrauen. Sie hielten auch König Kang nur für einen Lehnsfürsten, der nicht würdig war, die Unsterblichenrezepte zu erhalten. Ich sprach mehrfach zu König Kang, aber er wandte meine Künste nicht an. Mein Lehrer sprach: ‚Gold kann geschmolzen werden, die Dammbrüche des Gelben Flusses können gestopft werden, das Lebenselixier der Unsterblichkeit kann erlangt werden, und die Unsterblichen können herbeigerufen werden.‘ Ich fürchte, wie General Wen Cheng getötet zu werden; dann würden alle Zauberer den Mund halten, wer wagte es noch, seine Künste darzubieten!“ Der Kaiser sprach: „General Wen Cheng starb an Pferdelebervergiftung. Wenn du seine Künste ausüben kannst, was hätte ich zu bedauern!“ Luan Da sprach: „Mein Lehrer sucht nicht die Menschen auf, sondern der Fürst muss ihn suchen. Wenn der Kaiser ihn unbedingt herbeirufen will, sollte er seinen Boten ehren, ihm verwandtschaftliche Stellung geben, ihn mit Gastrecht behandeln, ihn nicht gering schätzen, ihn mit verschiedenen Siegeln schmücken, dann kann dieser Bote den Göttern die Botschaft überbringen. Ob die Götter kommen wollen oder nicht, ist ungewiss. Nur wenn man seinen Boten äußerst ehrt, dann können die Götter herbeigerufen werden.“ Daraufhin ließ der Kaiser ihn zuerst eine kleine Zauberkunst vorführen: Fahnen gegeneinander stoßen zu lassen; die Fahnen stießen tatsächlich von selbst aufeinander.
Zu dieser Zeit war der Kaiser in Sorge wegen der Dammbrüche des Gelben Flusses und weil die Goldherstellung nicht gelang. Daher machte er Luan Da zum Wu Li Jiang Jun (General der Fünf Vorteile). Nach etwas mehr als einem Monat erhielt er vier goldene Siegel und trug die Siegel des Tian Shi Jiang Jun (General des Himmlischen Gelehrten), des Di Shi Jiang Jun (General des Irdischen Gelehrten), des Da Tong Jiang Jun (General der Großen Durchdringung) und des Tian Dao Jiang Jun (General des Himmlischen Weges). Der Kaiser erließ ein Edikt an den Historiographen: „Einst leitete der Große Yu die Neun Ströme und öffnete die Vier Flussläufe. In letzter Zeit ist das Wasser des Gelben Flusses über die Ufer getreten und hat die Höhen überschwemmt, und die Deicharbeiten hören nicht auf. Ich regiere die Welt seit 28 Jahren, und der Himmel scheint mir einen weisen Mann gesandt zu haben, und der Weg der Großen Durchdringung steht bevor. Das Buch der Wandlungen sagt: ‚Der fliegende Drache ist am Himmel‘ und ‚Die Wildgans nähert sich allmählich dem Ufer‘; die Bedeutung ist wohl ähnlich. Nun verleihe ich dem Di Shi Jiang Jun Luan Da zweitausend Haushalte und mache ihn zum Le Tong Hou (Marquis der Freude an der Durchdringung).“ Er schenkte ihm den vornehmsten Wohnsitz eines Marquis, tausend Diener. Aus den kaiserlichen Wagen, Vorhängen, Geräten und Gegenständen ließ er dessen Haus ausstatten. Er gab ihm Prinzessin Wei Zhang zur Frau, schenkte ihm zehntausend Jin Gold und änderte den Namen ihres Lehens in Dang Li Gongzhu (Prinzessin der Angemessenen Gunst). Der Himmlische Sohn begab sich persönlich zum Anwesen des Wu Li Jiang Jun. Die Gesandten, die zur Begrüßung und Versorgung geschickt wurden, kamen auf der Straße in ununterbrochener Folge. Von der Großen Prinzessin Chang an abwärts, einschließlich der Generäle und Kanzler, veranstalteten alle Bankette in seinem Haus und überreichten Geschenke. Daraufhin ließ der Kaiser ein weiteres Jadestück mit der Aufschrift „Tian Dao Jiang Jun“ (General des Himmlischen Weges) schnitzen und schickte einen Gesandten in Federkleidung, der nachts auf weißem Schilf stand. Wu Li Jiang Jun trug ebenfalls ein Federkleid und stand auf weißem Schilf, um das Siegel entgegenzunehmen, was bedeutete, dass man ihn nicht als Untertanen betrachtete. Das Tragen des Siegels „Tian Dao“ bedeutete, dass er dem Himmlischen Sohn als Führer zu den Himmlischen Göttern dienen würde. Daraufhin opferte Wu Li Jiang Jun oft nachts in seinem Haus, um auf diese Weise die Unsterblichen herbeizurufen. Die Unsterblichen kamen nicht, aber die hundert Geister versammelten sich, und er konnte sie recht gut beherrschen. Später packte er seine Sachen und reiste ab, um nach Osten ins Meer zu gehen und seinen Lehrer zu suchen. Luan Da war wenige Monate nach seiner Vorstellung mit sechs Siegeln geschmückt worden, sein Ansehen erschütterte die Welt, und unter den Menschen an der Küste von Yan und Qi gab es niemanden, der nicht die Handgelenke packte und erklärte, er habe geheime Rezepte, um die Unsterblichen herbeizurufen.
Im Sommer jenes Jahres, im sechsten Monat, gab es in Fenyin einen Schamanen namens Jin, der für das Volk am Altar der Hou-Tu-Erde am Weißhügel opferte. Er sah auf dem Boden eine Spur, die wie ein Haken aussah, grub die Erde auf und fand einen Dreifuß. Dieser Dreifuß war viel größer als gewöhnliche Dreifüße, hatte eingravierte Muster, aber keine Inschrift. Verwundert meldete er es dem Beamten. Der Beamte berichtete es dem Präfekten von Hedong, Sheng, und dieser meldete es dem Hof. Der Himmelssohn sandte Gesandte, um die Umstände, unter denen der Schamane Jin den Dreifuß gefunden hatte, zu untersuchen. Es gab keinen Betrug, und so opferte man mit Riten, empfing den Dreifuß und brachte ihn zum Ganquan-Palast. Auf dem ganzen Weg begleitete man ihn, und der Kaiser selbst brachte Opfer dar. Als man den Berg Zhongshan erreichte, war das Wetter mild, und gelbe Wolken bedeckten den Himmel. Ein Hirschkuh kam vorbei, der Kaiser schoss sie persönlich und opferte sie. In Chang’an angekommen, berieten die hohen Beamten und Fürsten und baten einmütig darum, den kostbaren Dreifuß zu ehren. Der Himmelssohn sagte: „In letzter Zeit war der Gelbe Fluss über die Ufer getreten, und es gab mehrere Jahre Missernte. Deshalb unternahm ich eine Inspektionsreise und opferte der Hou-Tu, um für das Volk Getreide wachsen zu lassen. In diesem Jahr gab es eine gute Ernte, aber ich habe noch nicht dafür gedankt. Warum erscheint nun der Dreifuß?“ Die zuständigen Beamten sagten alle: „Wir haben gehört, dass der Große Kaiser (Fuxi) einst einen heiligen Dreifuß schuf, einer stand für die Einheit, das Symbol der endgültigen Rückkehr aller Dinge in der Welt. Der Gelbe Kaiser schuf drei kostbare Dreifüße, die den Himmel, die Erde und den Menschen symbolisierten. Der Große Yu sammelte Metall aus den neun Provinzen und goss neun Dreifüße, die alle dazu dienten, Opfertiere zu kochen und den höchsten Göttern und Geistern zu opfern. Sie erscheinen, wenn ein heiliger Herrscher an der Macht ist, und wurden an die Xia- und Shang-Dynastie weitergegeben. Als die Tugend der Zhou-Dynastie verfiel und der Ahrentempel des Staates Song unterging, versanken die Dreifüße und wurden verborgen und unsichtbar. Im ‚Buch der Lieder‘, Abschnitt ‚Zhou‘, heißt es: ‚Von der Halle bis zum Fundament, vom Schaf bis zum Rind; der große Dreifuß, der mittlere Dreifuß, der kleine Dreifuß; ohne Lärm und ohne Hochmut, erlange das Glück eines langen Lebens.‘ Nun ist der kostbare Dreifuß im Ganquan-Palast angekommen, glänzend und glatt, mit der Wandlungsfähigkeit des Drachen, und empfängt unendliches Glück. Er trifft hier mit dem Berg Zhongshan zusammen, wo gelbe und weiße Wolken herabkamen und sich senkten, und es gab ein hirsches Omen. Der große Bogen und die vier Pfeile sammelten sich und erlegten das Tier unter dem Altar, als Dankopfer und großes Festmahl. Nur der, der das Mandat des Himmels als Kaiser empfangen hat, versteht in seinem Herzen die Absicht und ist in Tugend mit ihm verbunden. Der kostbare Dreifuß sollte im Ahrentempel ausgestellt und im kaiserlichen Palast aufbewahrt werden, um das offensichtliche glückverheißende Zeichen zu bestätigen.“ Der Kaiser erließ ein Edikt: „Es sei so.“
Diejenigen, die aufs Meer hinausfuhren, um den Penglai-Berg der Unsterblichen zu suchen, sagten, Penglai sei nicht weit, aber man könne ihn nicht erreichen, vermutlich weil man seine Wolken nicht sehe. Der Kaiser sandte daher einen „Wolkenschauer“, um dort auf die Wolken zu warten.
In jenem Herbst begab sich der Kaiser nach Yong, um das Grenzopfer darzubringen. Jemand sagte: „Die Fünf Kaiser sind die Helfer des Großen Einen. Man sollte einen Altar für den Großen Einen errichten und der Kaiser selbst das Grenzopfer darbringen.“ Der Kaiser zögerte noch. Ein Mann aus Qi namens Gongsun Qing sagte: „In diesem Jahr wurde der kostbare Dreifuß gefunden. In diesem Jahr, am Tag Xinsi des Winters, war Neumond, und am Morgen war die Wintersonnenwende. Dies stimmt mit dem Kalender des Gelben Kaisers überein.“ Gongsun Qing hatte eine Bambustafel mit der Aufschrift: „Der Gelbe Kaiser erhielt den kostbaren Dreifuß in Wanqu und fragte Guiyuqu. Guiyuqu antwortete: ‚Der Gelbe Kaiser erhielt den kostbaren Dreifuß und die heiligen Orakelstäbe. In diesem Jahr war am Tag Jiyou Neumond, und am Morgen war die Wintersonnenwende. Er empfing den Kalender des Himmels, der endet und wieder beginnt.‘ Daraufhin berechnete der Gelbe Kaiser die Sonnenwenden voraus, und im Allgemeinen erhielt er etwa alle zwanzig Jahre eine Wintersonnenwende am Neumond. Insgesamt berechnete er zwanzig Mal, zusammen 380 Jahre. Der Gelbe Kaiser wurde ein Unsterblicher und stieg in den Himmel auf.“ Gongsun Qing wollte dies durch Suozhong dem Kaiser vortragen. Suozhong hielt seine Schrift für unseriös, verdächtigte sie der Fälschung und lehnte ab: „Die Angelegenheit des kostbaren Dreifußes ist bereits entschieden. Wozu soll das noch dienen!“ Gongsun Qing trug es durch einen Günstling des Kaisers vor. Der Kaiser war hocherfreut, ließ Gongsun Qing rufen und fragte ihn. Gongsun Qing antwortete: „Ich habe dieses Buch von Shengong erhalten, und Shengong ist bereits gestorben.“ Der Kaiser sagte: „Wer war Shengong?“ Gongsun Qing sagte: „Shengong war ein Mann aus Qi. Er verkehrte mit Anqisheng und empfing die Lehren des Gelben Kaisers. Er hatte kein Buch, nur dieses Buch über den Dreifuß. In dem Buch heißt es: ‚Die Han-Dynastie erhebt sich und wird wieder die Blütezeit des Gelben Kaisers sein. Der Heilige der Han-Dynastie erscheint in der Generation des Enkels oder Urenkels von Gaozu. Wenn der kostbare Dreifuß erscheint, kann man mit den Göttern und Geistern kommunizieren und das Fengshan-Opfer durchführen. Das Fengshan-Opfer haben insgesamt 72 Kaiser durchgeführt, aber nur der Gelbe Kaiser konnte auf dem Berg Tai das Feng-Opfer darbringen.‘ Shengong sagte: ‚Auch der Herrscher der Han-Dynastie sollte auf den Berg Tai gehen und das Feng-Opfer darbringen. Wenn man auf den Berg Tai geht und das Feng-Opfer darbringt, kann man ein Unsterblicher werden und in den Himmel aufsteigen.‘ Zur Zeit des Gelben Kaisers gab es zehntausend Lehnsfürsten, aber siebenausend von ihnen waren von den Göttern und Geistern belehnt worden. Es gibt acht berühmte Berge unter dem Himmel, drei liegen in den Gebieten der Barbaren, fünf in China. Die fünf Berge Chinas, der Berg Hua, der Berg Shou, der Berg Taishi, der Berg Tai und der Berg Donglai, dies sind die fünf Berge, die der Gelbe Kaiser oft bereiste, um sich mit den Göttern und Geistern zu treffen. Der Gelbe Kaiser kämpfte und lernte gleichzeitig die Wege der Unsterblichen. Er fürchtete, dass das Volk seiner Lehre nicht folgen würde, und tötete daher diejenigen, die die Götter und Geister verleumdeten. Erst nach über hundert Jahren konnte er mit den Göttern und Geistern in Verbindung treten. Der Gelbe Kaiser opferte in Yong dem Höchsten Kaiser und verweilte dort drei Monate. Guiyuqu, genannt Dahong, starb und wurde in Yong begraben, daher gibt es dort das Hong-Grab. Später empfing der Gelbe Kaiser die zehntausend Geister in Mingting. Mingting ist der Ganquan-Palast. Das, was man Hanmen nennt, ist Gukou. Der Gelbe Kaiser förderte Kupfer am Berg Shou und goss am Fuß des Berges Jing einen Dreifuß. Als der Dreifuß gegossen war, kam ein Drache herab, der einen Bart herabhängen ließ, um den Gelben Kaiser zu empfangen. Der Gelbe Kaiser bestieg den Drachen, und über siebzig seiner Minister und Hofdamen folgten ihm hinauf. Da erst flog der Drache hinauf. Die übrigen niederen Beamten konnten nicht hinaufsteigen, packten alle den Drachenbart, der Bart riss, und der Bogen des Gelben Kaisers fiel herab. Das Volk blickte hinauf und sah den Gelben Kaiser bereits im Himmel, da umarmte es seinen Bogen und den Drachenbart und weinte laut. Daher nennt man diesen Ort später Dinghu (‚Dreifußsee‘) und den Bogen Wuhao (‚Krähengeschrei‘).“ Daraufhin sagte der Himmelssohn: „Ach! Wenn ich wie der Gelbe Kaiser sein könnte, würde ich das Verlassen von Frau und Kindern wie das Ausziehen von Schuhen betrachten.“ Er ernannte Gongsun Qing zum Palastbeamten und sandte ihn nach Osten zum Berg Taishi, um auf die Götter zu warten.
Der Kaiser begab sich daraufhin nach Yong, um das Grenzopfer darzubringen, erreichte Longxi, zog nach Westen auf den Berg Kongtong und begab sich dann zum Ganquan-Palast. Er befahl dem Opferbeamten Kuanshu und anderen, einen Altar für den Großen Einen zu errichten. Der Altar wurde nach dem Vorbild des Boji-Taiyi-Altars gestaltet, mit drei Ebenen. Die Altäre der Fünf Kaiser wurden ringsherum darunter aufgestellt, jeder entsprechend seiner Himmelsrichtung, der Gelbe Kaiser im Südwesten. Acht Wege wurden zu den Pfaden der Geister geöffnet. Die Opfergaben für den Großen Einen waren dieselben wie die für die Ein-Altäre in Yong, zusätzlich gab es Süßwein, Datteln und Trockenfleisch, und ein Yak wurde als vollständiges Opfer auf der Schale dargebracht. Für die Fünf Kaiser gab es nur Schalen und Süßwein als Opfer. Auf dem viereckigen Platz unter dem Altar wurden für die Scharen der Geister und den Großen Bärenstern Opfergaben niedergelegt. Nach Abschluss der Opfer wurden die Reste des Opferfleisches alle verbrannt. Die Opferrinder waren weiß, Hirsche wurden in die Rinder gelegt, Schweine in die Hirsche, und dann mit Wasser übergossen. Dem Sonnengott opferte man ein Rind, dem Mondgott je ein Schaf oder Schwein. Der Opferpriester des Großen Einen trug purpurne, bestickte Kleidung. Die Opferpriester der Fünf Kaiser trugen jeweils die ihrer Himmelsrichtung entsprechende Farbe, der Sonnengott trug Rot, der Mondgott Weiß.
Am elften Monat, am Tag Xinsi, war Neumond, und am Morgen war die Wintersonnenwende. Bei Tagesanbruch begann der Himmelssohn das Grenzopfer und verehrte den Großen Einen. Am Morgen opferte er dem Sonnengott, am Abend dem Mondgott, mit einer Verbeugung; die Verehrung des Großen Einen aber geschah nach dem Ritus von Yong. Der Zeremonienmeister verkündete: „Der Himmel hat dem Kaiser den kostbaren Dreifuß und die heiligen Orakelstäbe verliehen. Der Neumond trifft wieder auf den Neumond, endet und beginnt von neuem. Der Kaiser verehrt ehrfurchtsvoll.“ Der Kaiser trug gelbe Kleidung. Die bei der Opferung aufgestellten Lichter erfüllten den Altar, und neben dem Altar standen Kochgeräte. Die zuständigen Beamten sagten: „Während der Opferung erschien ein Lichtglanz.“ Die Fürsten und hohen Beamten sagten: „Der Kaiser begann in Yunyang das Grenzopfer und verehrte den Großen Einen. Der zuständige Beamte hielt die Xuan-Jade und gute Opfertiere zum Opfermahl dar. In dieser Nacht erschien ein schöner Lichtglanz, und am Tag stieg gelbe Luft direkt zum Himmel auf.“ Der Große Historiker, der Opferbeamte Kuanshu und andere sagten: „Dies ist ein glückverheißendes Zeichen der Götter und Geister, ein Omen des segensreichen Schutzes. Man sollte genau an der Stelle, wo dieses Licht erschien, einen Tai-Altar errichten, um das glückverheißende Zeichen zu bekunden. Man befehle dem Großen Opferpriester, die Opfer zu verwalten und sie während der La-Opferzeit durchzuführen. Alle drei Jahre soll der Kaiser selbst einmal das Grenzopfer darbringen.“
In jenem Herbst, um die Südlichen Yue zu bestrafen, verkündete man die Opferung und betete zum Großen Einen. Man verwendete eine Stange aus Hanf und Dornen als Fahnenmast und malte auf den Wimpel die Sonne, den Mond, den Großen Bären und einen aufsteigenden Drachen, um die Drei Sterne des Himmels zu symbolisieren, als Vorhut des Großen Einen. Man nannte sie „Geisterfahne“. Wenn für militärische Zwecke gebetet wurde, hielt der Große Historiker sie und zeigte auf das Land, das bestraft werden sollte. Der Fünf-Glück-Graf aber, der auf Befehl als Gesandter ausgezogen war, wagte nicht, aufs Meer hinauszufahren, sondern ging zum Berg Tai, um zu opfern. Der Kaiser sandte heimlich Leute, die ihn verfolgten und überprüften. Tatsächlich sahen sie nichts. Der Fünf-Glück-Graf log und sagte, er habe seinen Meister gesehen. Seine Künste waren erschöpft und meist unwirksam. Der Kaiser ließ daraufhin den Fünf-Glück-Grafen hinrichten.
In jenem Winter wartete Gongsun Qing in Henan auf die Unsterblichen. Auf der Stadtmauer von Goushi sah er Fußabdrücke von Unsterblichen und etwas, das wie ein Fasan aussah, das über der Stadtmauer hin und her flog. Der Himmelssohn kam persönlich zur Stadtmauer von Goushi, um die Fußabdrücke zu besichtigen. Er fragte Gongsun Qing: „Du willst doch nicht etwa den beiden Männern Wencheng und Wuli nachahmen?“ Gongsun Qing antwortete: „Die Unsterblichen suchen nicht den Fürsten, sondern der Fürst sucht die Unsterblichen. Wenn man ihnen bei der Suche nicht etwas mehr Spielraum und Zeit lässt, kommen die Unsterblichen nicht. Über die Angelegenheiten der Unsterblichen zu sprechen, klingt weit hergeholt und absurd, aber man muss Jahre und Monate darauf verwenden, um sie herbeizurufen.“ Daraufhin ließen alle Kommandanturen und Fürstentümer die Straßen instand setzen, die Paläste und die Schreine auf den berühmten Bergen reparieren, in der Hoffnung, dass der Himmelssohn sie besuchen würde.
In diesem Jahr war Nanyue bereits vernichtet worden. Der Kaiser hatte einen Liebling namens Li Yannian, der wegen seiner Meisterschaft in der Musik Gunst genoss. Der Kaiser schätzte ihn sehr und erließ ein Edikt, das die hohen Beamten beraten ließ, mit den Worten: „Bei den Opfern des Volkes gibt es noch Musik mit Trommeln und Tänzen, aber jetzt haben die Himmelsopfer keine Musik. Wie kann das angemessen sein?“ Die hohen Beamten sagten: „In alter Zeit opferte man Himmel und Erde stets mit Musik, so dass die Geister die Opfer annahmen.“ Jemand sagte: „Tai der Erhabene ließ die Schöne Jungfrau die fünfzig-saitige Zither spielen. Der Klang war zu traurig; Tai konnte sie nicht aufhalten und spaltete die Zither in eine fünfundzwanzig-saitige.“ Daraufhin wurden zur Feier der Befriedung von Nanyue Opfer dargebracht. Man betete und opferte Tai Yi und Hou Tu, begann mit Musik und Tänzen, zog zusätzlich Sängerknaben heran und fertigte die fünfundzwanzig-saitige Zither sowie die Konghou-Zither an – dies begann von da an.
Im folgenden Winter schlug der Kaiser vor: „In alter Zeit ordnete man zuerst die Truppen, entließ die Soldaten und hielt dann erst das Fengshan-Opfer.“ Daraufhin bereiste er im Norden Shuofang, befehligte über hunderttausend Soldaten, opferte auf dem Rückweg am Qiaoshan dem Gelben Kaiser in seinem Grab, entließ die Truppen in Xuru und sagte: „Ich habe gehört, dass der Gelbe Kaiser nicht gestorben ist. Nun gibt es aber ein Grab – wie kann das sein?“ Jemand antwortete: „Der Gelbe Kaiser war bereits als Unsterblicher in den Himmel aufgestiegen, und seine Diener begruben nur seine Kleider und Kopfbedeckung.“ Als er in Ganzuquan ankam, opferte er zunächst Tai Yi, da er bald zum Berg Tai reisen würde, um das Fengshan-Opfer durchzuführen.
Seit Erhalt des heiligen Dreifußes beriet der Kaiser mit den hohen Beamten und den Gelehrten über das Fengshan-Opfer. Die Rituale des Fengshan-Opfers waren selten durchgeführt worden, lange unterbrochen, und niemand kannte die genauen Zeremonien. Die Beamten griffen daher auf die Aufzeichnungen über die Wang-Opfer und das Schießen auf Rinder im Buch der Urkunden, im Ritual der Zhou und im Königlichen System zurück. Ein Mann aus Qi, Ding Gong, über neunzig Jahre alt, sagte: „Das Fengshan-Opfer ist mit dem Namen der Unsterblichkeit verbunden. Der Erste Kaiser von Qin konnte nicht auf den Berg Tai steigen, um das Feng-Opfer durchzuführen. Wenn Eure Majestät unbedingt hinaufsteigt, geht ein wenig höher, wo es keinen Wind und Regen gibt, dann kann man hinaufsteigen und das Feng-Opfer durchführen.“ Der Kaiser ließ daraufhin die Gelehrten das Schießen auf Rinder üben und die Rituale des Fengshan-Opfers entwerfen. Nach einigen Jahren kam die Zeit des Aufbruchs. Der Himmelssohn hatte bereits von den Worten des Gongsun Qing und der Fangshi gehört, dass die Fengshan-Opfer seit dem Gelben Kaiser aufwärts alle wundersame Wesen herbeigelockt und die Verbindung mit den Unsterblichen ermöglicht hätten. Er wollte dem Gelben Kaiser nacheifern, Kontakt mit den Unsterblichen und den Fangshi von Penglai aufnehmen, seine Tugend über die der Neun Kaiser erheben und dies reichlich mit konfuzianischen Lehren ausschmücken. Die Gelehrten konnten weder die Angelegenheiten des Fengshan-Opfers erklären, noch waren sie fähig, sich von den alten Texten wie dem Buch der Lieder und dem Buch der Urkunden zu lösen und freier zu handeln. Der Kaiser zeigte den Gelehrten die Opfergeräte für das Fengshan-Opfer. Einige Gelehrte sagten: „Die sind nicht wie die der Antike.“ Xu Yan sagte: „Die Riten der Taichang-Gelehrten sind nicht so gut wie die von Lu.“ Zhou Bao plante, die Menschen zu versammeln, um über das Fengshan-Opfer zu beraten. Daraufhin verbannte der Kaiser Xu Yan und Zhou Bao, entließ alle diese Gelehrten und verwendete sie nicht mehr.
Im dritten Monat bereiste der Kaiser im Osten Goushi, bestieg den Berg Tai Shi (Zhongyue) und vollzog die Opfer. Die begleitenden Beamten hörten am Fuß des Berges, wie jemand „Zehntausend Jahre!“ rief. Sie fragten die Menschen auf dem Berg; die auf dem Berg sagten, sie hätten nicht gerufen. Sie fragten die Menschen am Fuß des Berges; auch diese sagten, sie hätten nicht gerufen. Daraufhin verlieh der Kaiser den dreihundert Haushalten am Berg Tai Shi die Würde eines Opferlehens und nannte es den Ort Chonggao. Dann stieg er im Osten auf den Berg Tai. Die Blätter der Bäume und Gräser waren noch nicht gewachsen. Er ließ eine Steintafel auf den Gipfel des Berges Tai bringen und dort aufstellen.
Der Kaiser reiste dann im Osten weiter bis zum Meer, opferte den Acht Geistern. Die Menschen aus Qi reichten Zehntausende von Schriften ein, die von wundersamen Geistern und seltsamen Rezepten sprachen, aber nichts bewahrheitete sich. Daraufhin vermehrte der Kaiser die Schiffe und befahl jenen Tausenden, die von den Inseln der Unsterblichen im Meer sprachen, die Unsterblichen von Penglai zu suchen. Gongsun Qing, der stets mit seinem Siegeszeichen vorausging, um auf den berühmten Bergen auf die Unsterblichen zu warten, gelangte nach Donglai. Dort sagte er, er habe in der Nacht einen Menschen gesehen, mehrere Zhang groß, aber als er näher kam, war er verschwunden; nur seine Fußabdrücke waren sehr groß, wie die von Tieren. Einige Beamte sagten, sie hätten einen alten Mann gesehen, der einen Hund führte und sagte: „Ich möchte den Großen Herrn sehen.“ Dann sei er plötzlich verschwunden. Der Kaiser glaubte den großen Fußabdrücken zunächst nicht recht, aber als die Beamten von dem alten Mann sprachen, war er fest davon überzeugt, dass es sich um einen Unsterblichen handelte. Daraufhin übernachtete der Kaiser am Meer, stellte den Fangshi Postpferde zur Verfügung und sandte heimlich Tausende von Boten aus, um die Unsterblichen zu suchen.
Im vierten Monat kehrte er nach Fenggao zurück. Der Kaiser dachte, dass die Gelehrten und Fangshi alle unterschiedliche Ansichten über das Fengshan-Opfer äußerten, die nicht der Vernunft entsprachen und schwer durchzuführen waren. Der Himmelssohn begab sich nach Liangfu und opferte dem Erdgeist. Am Tag Yimao befahl er den Hofdienern und Gelehrten, Ledermützen zu tragen, Jadetäfelchen in den Gürtel zu stecken und das Schießen auf Rinder durchzuführen. Auf der Ostseite des Berges Tai wurde das Feng-Opfer vollzogen, wie das Opfer für Tai Yi in den Vororten. Der Opferaltar war ein Zhang und zwei Chi breit, neun Chi hoch. Darunter wurde eine Jadetafel mit einer Inschrift gelegt, deren Inhalt geheim war. Nach Abschluss des Rituals bestieg der Himmelssohn allein mit dem Hofdiener und Wagenlenker Hou Zihou den Berg Tai und vollzog ebenfalls das Feng-Opfer. Diese Angelegenheiten waren streng geheim. Am nächsten Tag stieg man auf dem nördlichen Pfad des Berges hinab. Am Tag Bingchen wurde auf dem Berg Suran, nordöstlich des Berges Tai, das Shan-Opfer vollzogen, wie das Opfer für Hou Tu. Der Himmelssohn kniete und verbeugte sich persönlich, trug gelbe Kleidung und verwendete vollständig Musik. Man verwendete das dreikantige Gras aus dem Gebiet von Jiang und Huai als Opfermatte. Man vermischte Erde in fünf Farben, um den Opferaltar zu verstärken. Man ließ seltene Tiere, Vögel und weiße Fasane aus fernen Gegenden frei und fügte besondere Opfergaben hinzu. Nashörner, Yaks, Nashörner und Elefanten wurden nicht verwendet. Diese Opfergaben wurden erst nach dem Berg Tai gebracht, bevor man ging. In der Nacht des Fengshan-Opfers schien ein Licht aufzuleuchten, und am Tag stieg eine weiße Wolke aus dem Opferaltar auf.
Der Himmelssohn kehrte vom Ort des Fengshan-Opfers zurück, saß in der Halle des Lichts, und die Beamten traten der Reihe nach vor, um ihm Glück zu wünschen. Daraufhin erließ er ein Edikt an den Historiographen: „Ich, mit meinem geringen Körper, habe den höchsten Thron geerbt, voller Sorge und Ehrfurcht, dass ich nicht fähig sein könnte. Meine Tugend ist gering, ich verstehe die Riten und die Musik nicht. Als ich dem Tai Yi opferte, schien ein glückverheißender Lichtschein und Schatten, undeutlich und wie eine Erwartung, und ich war erschüttert und ehrfürchtig von diesen wundersamen Erscheinungen. Ich wollte innehalten und wagte es nicht, also bestieg ich den Berg Tai, um das Feng-Opfer zu vollziehen, ging nach Liangfu und dann auf den Berg Suran, um das Shan-Opfer zu vollziehen. Von nun an will ich mich erneuern und hoffe, gemeinsam mit den Gelehrten und Beamten einen neuen Anfang zu machen. Ich verleihe dem Volk für je hundert Haushalte ein Rind, zehn Maß Wein, und gebe zusätzlich allen über Achtzigjährigen, Waisen und Witwen je zwei Stück Seide. Die Steuern von Bo, Fenggao, Sheqiu und Licheng werden erlassen; die diesjährigen Abgaben werden nicht erhoben. Eine allgemeine Amnestie wird verkündet, wie die Amnestie am Tag Yimao. Alle Orte, die ich auf meiner Reise besucht habe, sind von Frondiensten befreit. Vergehen, die vor zwei Jahren begangen wurden, werden nicht mehr verfolgt.“ Weiter hieß es im Edikt: „In alter Zeit bereiste der Himmelssohn alle fünf Jahre das Reich, opferte am Berg Tai, und die Lehnsfürsten hatten alle Orte für Audienzen und Unterkünfte. Ich befehle den Lehnsfürsten, in der Nähe des Berges Tai Residenzen zu errichten.“
Nachdem der Himmelssohn das Fengshan-Opfer am Berg Tai vollzogen hatte und kein Unwetter oder Schaden aufgetreten war, sagten die Fangshi erneut, dass die Inseln der Unsterblichen wie Penglai wohl zu finden seien. Der Kaiser war hocherfreut und hoffte, den Unsterblichen zu begegnen. So reiste er wieder nach Osten zum Meer, um Ausschau zu halten, in der Hoffnung, die Insel Penglai zu erblicken. Der Wagenlenker Hou Zihou erkrankte plötzlich und starb noch am selben Tag. Der Kaiser reiste daraufhin ab, folgte der Küste nordwärts, erreichte Jieshi, reiste dann durch Liaoxi, passierte die nördliche Grenze und gelangte nach Jiuyuan. Im fünften Monat kehrte er nach Ganzuquan zurück. Der zuständige Beamte sagte: „Im Jahr, als der heilige Dreifuß erschien, wurde die Ära in Yuanding umbenannt. Dieses Jahr sollte in Yuanfeng, das erste Jahr, umbenannt werden.“
In jenem Herbst erschien ein Komet in der Nähe des Sternbilds Dongjing. Nach über zehn Tagen erschien ein weiterer Komet in der Nähe des Sternbilds Sanneng. Der die Wetterzeichen deutende Fangshi Wang Shuo sagte: „Als ich beobachtete, erschien der Stern so groß wie eine Flaschenkürbisfrucht, und nach der Dauer einer Mahlzeit verschwand er wieder.“ Der zuständige Beamte sprach: „Der Kaiser hat das Fengshan-Opfer des Hauses Han errichtet, und der Himmel scheint dies mit einem Tugendstern zu vergelten.“
Im folgenden Winter opferte der Kaiser den Fünf Herren in Yong und kehrte zurück, um dem Taiyi zu huldigen und zu beten. Die Gebetsworte lauteten: „Der Tugendstern leuchtet hell und klar, dies ist ein gutes Omen. Der Stern der Langlebigkeit erscheint unablässig, sein Glanz erstrahlt. Auch der Stern des Glaubens ist hell erschienen, der Kaiser verehrt demütig und dankt der großen Gunst des Taiyi.“
In jenem Frühling sagte Gongsun Qing, er habe am Donglai-Berg einen Geisterwesen gesehen, das gesagt habe: „Ich wünsche, den Himmelssohn zu sehen.“ Der Himmelssohn begab sich daraufhin nach Goushi, ernannte Gongsun Qing zum Zhongdafu und zog weiter nach Donglai. Dort verweilte er einige Tage, sah aber nichts, nur die Fußabdrücke eines großen Menschen. Er entsandte daraufhin tausende von Fangshi, um nach Geisterwesen zu suchen und Pilze und Kräuter der Unsterblichkeit zu sammeln. In diesem Jahr herrschte Dürre. Da die Reise des Himmelssohns ohne erkennbaren Anlass war, ging er nach Wanlisha, um zu beten, und opferte beiläufig am Berg Tai. Auf dem Rückweg erreichte er Huzi, hielt persönlich am Durchbruch des Gelben Flusses an, verweilte zwei Tage, versenkte Opfergaben zur Verehrung des Flussgeistes und reiste dann ab. Er entsandte zwei Generäle, die mit Soldaten den Durchbruch des Gelben Flusses abdämmten, den Fluss in zwei Arme teilten und das alte Flussbett aus der Zeit des Yu wiederherstellten.
Zu dieser Zeit war Nanyue bereits vernichtet worden, und der Yue-Mann Yongzhi sagte: „Im Brauch der Yue verehrt man Geister, und ihre Opfer können die Geister sichtbar machen, was sich oft als wirksam erwiesen hat. Einst ehrte der König von Dong'ou die Geister und wurde 160 Jahre alt. Spätere Generationen vernachlässigten die Geister, daher verfielen sie.“ Daraufhin befahl der Kaiser, dass Yue-Zauberer Yue-ähnliche Opferstätten errichten, mit Altären ohne Erdhügel, um den Himmelsgott, die höchsten Herren und die hundert Geister zu opfern, und sie verwendeten Hühnerknochen zur Wahrsagerei. Der Kaiser glaubte fest daran, und von da an wurden Yue-Opfer und Hühnerknochen-Wahrsagerei eingeführt.
Gongsun Qing sagte: „Die Unsterblichen sind zu sehen, aber der Kaiser geht oft zu hastig vor, daher sieht er sie nicht. Jetzt möge der Kaiser einen Aussichtsturm errichten, ähnlich der Stadt Goushi, mit getrocknetem Fleisch und Datteln, dann sollten die Geisterwesen angelockt werden können. Zudem lieben die Unsterblichen es, auf Türmen zu wohnen.“ Daraufhin befahl der Kaiser, in Chang'an den Feilian-Turm und den Gui-Turm zu erbauen, in Ganquan den Yiyanshou-Turm, und entsandte Gongsun Qing mit einem Vertrauenssymbol und Opfergaben, um auf die Geisterwesen zu warten. Weiterhin ließ er den Tongtian-Turm errichten, unter dem Opfergaben aufgestellt wurden, um die Unsterblichen anzulocken. Daraufhin wurde in Ganquan die Haupthalle erweitert und der Palast begann, sich auszudehnen. Im Sommer wuchs ein Lingzhi-Pilz an der Mauer des Palastes. Der Kaiser, da er den Durchbruch des Gelben Flusses abgedämmt und den Tongtian-Turm errichtet hatte und ein helles Licht erschienen war, erließ ein Edikt: „An der Mauer des Ganquan-Palastes ist ein neunstieliger Lingzhi-Pilz gewachsen. Daher wird eine allgemeine Amnestie erlassen, und es gibt keine Fronarbeiten mehr.“
Im folgenden Jahr wurde Korea angegriffen. Im Sommer herrschte Dürre. Gongsun Qing sagte: „Zur Zeit des Gelben Kaisers, wenn er das Fengshan-Opfer vollzog, gab es Dürre, um die Opferstätte drei Jahre lang trocknen zu lassen.“ Der Kaiser erließ daraufhin ein Edikt: „Die Dürre – bedeutet dies etwa, dass die Opferstätte getrocknet werden soll? Ich befehle, dass im ganzen Reich der Lingxing-Stern verehrt wird.“
Im folgenden Jahr opferte der Kaiser in Yong, öffnete den Weg nach Huizhong und bereiste die Gegend. Im Frühling erreichte er Mingze und kehrte über Xihe zurück.
Im folgenden Winter bereiste der Kaiser Nanjun, erreichte Jiangling und zog dann nach Osten. Er bestieg und opferte am Tianzhu-Berg in Qian, den er den Südlichen Gipfel nannte. Dann fuhr er den Fluss hinab, von Xunyang nach Zongyang, durchquerte den Pengli-See und opferte an den großen Bergen und Flüssen entlang des Weges. Weiter nach Norden erreichte er Langya und zog entlang der Küste. Mitte des vierten Monats erreichte er Fenggao und vollzog erneut das Fengshan-Opfer.
Anfangs, als der Himmelssohn am Berg Tai das Fengshan-Opfer vollzog, war der Ort der alten Mingtang am nordöstlichen Fuß des Berges Tai gefährlich und nicht geräumig. Der Kaiser wollte eine Mingtang neben dem Kreis Fenggao errichten, wusste aber nicht ihre Bauform. Der Mann aus Jinan, Gongyu, brachte eine Zeichnung der Mingtang aus der Zeit des Gelben Kaisers dar. Die Mingtang-Zeichnung zeigte eine Halle ohne Wände an den vier Seiten, mit Stroh gedeckt, durch Wasser führend, mit einem überdachten Gang um die Palastmauer herum, oben mit einem Turm, der vom Südwesten betreten wurde, „Kunlun“ genannt, durch den der Himmelssohn eintrat, um den höchsten Gott zu opfern. Daraufhin befahl der Kaiser, am Wen-Fluss im Kreis Fenggao eine Mingtang nach der Zeichnung von Gongyu zu errichten. Als fünf Jahre später erneut das Fengshan-Opfer vollzogen wurde, opferte man in der oberen Halle der Mingtang dem Taiyi und den Fünf Herren und stellte den Sitz von Kaiser Gaozu ihnen gegenüber. In der unteren Halle opferte man dem Houtu mit zwanzig Taizhen-Opfern. Der Himmelssohn trat durch den Kunlun-Weg ein und begann, nach dem Ritus der Jiao-Opfer in der Mingtang zu opfern. Nach Abschluss der Riten wurden die Opfergaben unter der Halle verbrannt. Und der Kaiser bestieg erneut den Berg Tai, um auf dem Gipfel geheime Opfer darzubringen. Am Fuß des Berges Tai opferte man den Fünf Herren, jeden nach seiner Himmelsrichtung, der Gelbe Herr wurde mit dem Roten Herrn gemeinsam geopfert, begleitet von den zuständigen Beamten. Auf dem Berg Tai wurden Fackeln entzündet, und am Fuß des Berges antwortete man mit Feuer.
Zwei Jahre danach, am ersten Tag des elften Monats, am Morgen der Wintersonnenwende, begann der Kalenderzyklus. Der Himmelssohn begab sich persönlich zum Berg Tai, opferte am ersten Tag des elften Monats, am Morgen der Wintersonnenwende, in der Mingtang dem höchsten Gott, und jedes Mal wurde das Fengshan-Opfer vollzogen. Die Lobpreisung lautete: „Der Himmel verleiht dem Kaiser die große Yuan-Strategie, die sich immer wieder erneuert. Der Kaiser ehrt demütig Taiyi.“ Er zog nach Osten bis zum Meer, untersuchte diejenigen, die auf das Meer hinausfuhren, und die Fangshi, die nach den Geistern suchten, aber nichts bewahrheitete sich, dennoch sandte er noch mehr aus, in der Hoffnung, die Unsterblichen zu treffen.
Am elften Monat, am Tag Yiyou, brannte der Bailiang-Turm ab. Am ersten Tag des zwölften Monats, am Tag Jiazi, opferte der Kaiser persönlich am Berg Gaoli und verehrte den Houtu. Er erreichte die Bohai-See und beabsichtigte, in die Ferne zu den Inseln der Unsterblichen wie Penglai zu schauen, in der Hoffnung, das Reich der Unsterblichen zu erreichen.
Nach seiner Rückkehr, aufgrund des Brandes des Bailiang-Turms, empfing der Kaiser in Ganquan Audienzen und die Abrechnungen. Gongsun Qing sagte: „Der Gelbe Kaiser erbaute den Qingling-Turm, der nach zwölf Tagen niederbrannte, woraufhin der Gelbe Kaiser das Mingting errichtete. Mingting, das ist Ganquan.“ Die Fangshi sagten mehrheitlich, dass die alten Kaiser in Ganquan ihre Hauptstadt gehabt hätten. Daraufhin hielt der Himmelssohn in Ganquan Hof, um die Fürsten zu empfangen, und ließ in Ganquan Wohnsitze für die Fürsten errichten. Yongzhi sagte daraufhin: „Im Brauch der Yue, wenn ein Feuer ausbricht, muss man beim Wiederaufbau die Gebäude größer machen, um es zu bezwingen.“ Daraufhin errichtete man den Jianzhang-Palast mit einer Größe von tausend Toren und zehntausend Räumen. Die Haupthalle überragte den Weiyang-Palast, im Osten stand der Feng-Turm, über 20 Zhang hoch. Im Westen befand sich Tangzhong mit einem Tigergehege von mehreren Dutzend Li. Im Norden wurde ein großes Becken angelegt, der Jian-Tai-Turm über 20 Zhang hoch, genannt Taiye-Becken, in dem sich die Inseln Penglai, Fangzhang, Yingzhou und Huliang befanden, die die Formen der Meeresberge, Schildkröten und Fische nachahmten. Im Süden gab es Gebäude wie Yutang, Bimen und große Vögel. Daraufhin errichtete man den Shenming-Turm und den Jinggan-Turm, über 50 Zhang hoch, mit Wagenwegen, die sie verbanden.
Im Sommer änderte das Han-Reich den Kalender, setzte den ersten Monat als Jahresanfang, die Farbe wurde Gelb bevorzugt, die Beamtennamen wurden auf fünf Zeichen geändert. Daher wurde dieses Jahr als Taichu-Yuan (Erstes Jahr der Großen Anfänge) festgelegt. In diesem Jahr zog man nach Westen, um Dayuan zu bekriegen. Heuschrecken traten in großem Ausmaß auf. Ding Furen und Yu Chu aus Luoyang verwendeten Zauberformeln, um die Xiongnu und Dayuan zu verfluchen.
Im folgenden Jahr sagten die zuständigen Beamten, dass in den Fünf Opferstätten von Yong keine gekochten Opfergaben vorhanden seien und die Düfte der Opfer nicht vollständig. Daraufhin befahl man den Opferbeamten, Kälber und Opfergaben für die Fünf Opferstätten darzubringen, mit fünf Farben nach dem Prinzip der gegenseitigen Überwindung, und hölzerne Pferde anstelle von Fohlen zu verwenden. Nur für die Fünf Herren verwendete man Fohlen, und wenn der Kaiser persönlich die Jiao-Opfer leitete, verwendete man Fohlen. Und bei den großen Bergen und Flüssen, wo man Fohlen opferte, wurden alle durch hölzerne Pferde ersetzt. Nur wenn der Kaiser auf Reisen vorbeikam, verwendete man Fohlen. Die anderen Riten blieben wie zuvor.
Im dritten Jahr bereiste er im Osten das Meer, um nach den Unsterblichen zu forschen, aber nichts bewahrheitete sich. Ein Fangshi sagte: „Zur Zeit des Gelben Kaisers erbaute man die Fünf Städte und Zwölf Türme, wartete in Zhiji auf die Geisterwesen und nannte es Yingnian.“ Der Kaiser genehmigte, nach den Worten des Fangshi zu handeln, und führte es im folgenden Jahr aus. Der Kaiser opferte persönlich dem höchsten Gott, seine Kleidung war gelb.
Gongyu Dai sprach: „Als der Gelbe Kaiser das Fengshan-Opfer auf dem Tai Shan darbrachte, ließen Feng Hou, Feng Ju und Qi Bo ihn auf dem Ost-Tai Shan das Fengshan-Opfer vollziehen, und das Chan-Opfer auf dem Fan Shan entsprach den glückverheißenden Zeichen; daraufhin erlangte er Unsterblichkeit und starb nicht.“ Der Himmelssohn befahl daraufhin, die Opfergeräte vorzubereiten. Als er zum Ost-Tai Shan kam, war dieser niedrig und klein und entsprach nicht seinem Ruhm. Daher befahl er dem Tempelvorsteher, ihm zu opfern, aber kein Fengshan-Opfer zu vollziehen. Danach befahl er Gongyu Dai, zu warten und auf die Erscheinung der Geister zu hoffen. Im Sommer kehrte er dann zum Tai Shan zurück und vollzog wie zuvor das alle fünf Jahre stattfindende Fengshan-Ritual, wobei er zusätzlich das Chan-Opfer auf Shi Lü darbrachte. Shi Lü lag am Fuß des Tai Shan im Süden. Die Fangshi sagten oft, dies sei das Tor der Unsterblichen, daher opferte der Kaiser persönlich dort.
Fünf Jahre danach begab er sich erneut zum Tai Shan, um das Fengshan-Opfer darzubringen, und auf dem Rückweg opferte er am Chang Shan.
Die Opfer, die der heutige Himmelssohn eingerichtet hatte – für Tai Yi und Hou Tu –, brachte er alle drei Jahre persönlich in einem suburbanen Ritual dar. Er etablierte das Fengshan-System der Han-Dynastie, das alle fünf Jahre stattfand. Die Opfer für Bo Ji Tai Yi sowie für San Yi, Ming Yang, Ma Xing und Chi Xing – diese fünf Opferstätten – wurden von Tempelvorstehern wie Kuan Shu zu den festgelegten Zeiten mit den entsprechenden Riten durchgeführt. Insgesamt sechs Opferstätten wurden alle vom Obersten Gebetsvorsteher verwaltet. Was die acht Geister und andere Gottheiten sowie die Opfer an Ming Nian, Fan Shan und weitere verschiedene Namen betrifft: Wenn der Kaiser auf Reisen vorbeikam, opferte er; wenn er fortging, hörte es auf. Die von den Fangshi eingerichteten Opfer wurden von ihnen selbst geleitet; wenn diese starben, hörten sie auf, und die Tempelvorsteher übernahmen sie nicht. Andere Opfer blieben alle wie zuvor. Als der Kaiser das Fengshan-Opfer vollzog, kehrte er zwölf Jahre später zurück und hatte bereits allen fünf heiligen Bergen und den vier großen Strömen geopfert. Doch die Fangshi, die auf die Geister warteten und ins Meer gingen, um Penglai zu suchen, erzielten nie einen Erfolg. Und Gongsun Qing, der auf die Unsterblichen wartete, erklärte dies immer noch mit den Fußspuren des großen Mannes, aber auch das hatte keine Wirkung. Der Kaiser wurde der seltsamen und abwegigen Reden der Fangshi immer überdrüssiger, aber er hielt sie dennoch stets bei sich, in der Hoffnung, auf einen wahren Unsterblichen zu treffen. Von da an mehrten sich die Fangshi, die über das Opfern an die Geister sprachen, aber ihre Ergebnisse waren offensichtlich.
Der Große Historiker sagt: Ich folgte dem Kaiser auf seinen Reisen, um den Göttern des Himmels und der Erde sowie den heiligen Bergen und großen Flüssen zu opfern, und nahm am Fengshan-Opfer teil. Ich trat in den Shou-Palast ein, diente bei den Opfern und lauschte auf die Worte der Geister. Ich durchschaute die Reden der Fangshi und der Tempelvorsteher und kehrte dann zurück, um der Reihe nach die Angelegenheiten der Geister- und Götteropfer seit alters her darzulegen und ihr Inneres und Äußeres vollständig zu enthüllen. Spätere Wissende können daraus lesen. Was die Einzelheiten der Opfergeräte wie die Opferschalen und die Jadestücke sowie die Riten des Darbringens und Erwiderns betrifft, so obliegt dies den zuständigen Beamten.
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