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Landesweisen (Guofeng)

Siebter Monat

Kapitel 154

Vorwort zum „Siebten Monat“:

Das Gedicht „Siebter Monat“ schildert die Gründung der Königswürde der Zhou-Dynastie. Der Herzog von Zhou erlebte einen Umsturz (gemeint ist die Rebellion der Fürsten Guan und Cai), woraufhin er die Ursprünge der erzieherischen Einflussnahme von Hou Ji und den früheren Fürsten (den Ahnen des Zhou-Volkes) darlegte, um die Mühsal der Gründung der Königswürde zu verdeutlichen.

Im siebten Monat geht der Marschstern im Westen unter, im neunten Monat soll man die Winterkleidung ausgeben.

Im elften Monat heult der Nordwind, im zwölften Monat ist die Kälte beißend. Ohne grobe Kleidung oder kurze Gewänder – wie soll man dieses Jahr überstehen?

Im ersten Monat richtet man die Ackergeräte her, im zweiten Monat setzt man den Fuß aufs Feld. Ich nehme meine Frau und Kinder mit und bringe das Essen zum südlichen Feldrain; der Aufseher freut sich sehr.

Im siebten Monat geht der Marschstern im Westen unter, im neunten Monat soll man die Winterkleidung ausgeben.

Im Frühling ist die Sonne mild, die Goldamsel singt. Die Mädchen tragen tiefe Körbe, gehen am schmalen Pfad entlang und pflücken die zarten Maulbeerblätter.

Die Frühlingstage werden allmählich länger, viele sammeln den Beifuß. Die Mädchen sind bekümmert und ängstlich, fürchten, vom Herrn mit nach Hause genommen zu werden.

Im siebten Monat geht der Marschstern im Westen unter, im achten Monat erntet man Schilf.

Im Monat der Seidenraupenzucht schneidet man die Maulbeerzweige, nimmt jene Äxte, schlägt die langen und hohen Äste ab und zieht mit der Hand die zarten Maulbeerzweige.

Im siebten Monat ruft der Würger, im achten Monat beginnt man zu spinnen. Die gefärbten Fäden sind schwarz und gelb, mein Scharlachrot ist besonders leuchtend – daraus macht man Kleider für den Herrn.

Im vierten Monat trägt die Fern-Samen Pflänzchen, im fünften Monat zirpen die Zikaden.

Im achten Monat erntet man das Getreide, im zehnten Monat fallen die Blätter der Bäume. Im elften Monat jagt man Marderhunde und erbeutet Füchse, um daraus Pelze für den Herrn zu machen.

Im zwölften Monat versammeln sich alle und üben weiter die Kampfkünste. Die kleinen Schweine behält man für sich, die großen Schweine bringt man dem Herrn dar.

Im fünften Monat zupfen die Grashüpfer mit den Beinen, im sechsten Monat schwirren die Weberinnen mit den Flügeln. Im siebten Monat ist die Grille auf dem Feld, im achten Monat unter der Dachtraufe, im neunten Monat an der Tür, im zehnten Monat kriecht sie unter mein Bett.

Man stopft die Löcher, räuchert die Mäuse aus, verstopft die Nordfenster und tüncht die Türen. Ach, meine Frau und Kinder – da das Jahr zu Ende geht, ziehen wir in dieses Haus ein.

Im sechsten Monat isst man Kirschpflaumen und wilde Trauben, im siebten Monat kocht man Malven und Bohnen, im achten Monat schlägt man Datteln. Im zehnten Monat erntet man Reis und braut diesen Frühlingswein, um damit langes Leben zu erflehen.

Im siebten Monat isst man Kürbisse, im achten Monat pflückt man Flaschenkürbisse, im neunten Monat sammelt man Hanfsamen. Man sammelt bittere Kräuter und haut den Götterbaum, um meinen Bauern Nahrung zu geben.

Im neunten Monat richtet man die Dreschtenne her, im zehnten Monat bringt man die Ernte in die Scheune. Hirse, Rispenhirse, früh- und spätreifendes Getreide, dazu Hanf, Bohnen und Weizen.

Ach, meine Bauern! Unsere Ernte ist schon eingebracht, und wir müssen noch zur Stadt gehen, um an den Palästen zu arbeiten.

Tagsüber schneidet man Schilf, abends dreht man Stricke, eilt, das Haus zu decken, denn bald beginnt man wieder, die hundert Körner auszusäen.

Im zwölften Monat bricht man mit Pochen Eis, im ersten Monat bringt man das Eis in die Eiskeller, im zweiten Monat hält man früh am Morgen ein Opferfest ab und opfert Lämmer und Schnittlauch.

Im neunten Monat fällt der Reif, die Kälte wird stark, im zehnten Monat fegt man die Dreschtenne. Man stellt zwei Krüge Wein zum Gelage auf und schlachtet auch ein Lämmchen.

Man besteigt die Halle des Herrn, erhebt den Becher aus Nashornhorn und wünscht zehntausend Jahre ohne Ende!

Das Gedicht „Siebter Monat“ hat acht Abschnitte, jeder Abschnitt hat elf Verse.