Eule
Vorwort: „Chi Xiao“ (Die Eule) ist ein Werk, mit dem der Herzog von Zhou die drohende Gefahr abwenden wollte. Da der junge König Cheng zu jener Zeit die aufopfernde Sorge des Herzogs von Zhou noch nicht verstand, verfasste dieser das Gedicht und sandte es dem König. Er gab ihm den Titel „Chi Xiao“ (Die Eule).
O Eule, o Eule!
Du hast mir bereits meine Jungen geraubt,
Zerstöre nun nicht auch noch mein Nest.
In Mühsal und Plage schufte ich,
Wie schwer war es, die Jungen aufzuziehen.
Solange der Himmel noch keinen Regen schickt,
Schäle ich die Rinde vom Maulbeerbaum,
Umwickle und befestige Tür und Fenster.
Nun mag, wer immer unter dem Baum steht,
Sich wagen, mich zu bedrängen.
Meine Krallen sind schon völlig erschöpft,
Ich sammelte Blüten des Schilfgrases,
Ich häufte trockenes Gras an,
Mein Schnabel ist vor Müdigkeit ganz krank,
Und dennoch sage ich: Mein Nest ist noch nicht vollendet.
Mein Gefieder ist spärlich und verdorrt,
Mein Schweif ist welk und abgezehrt,
Mein Nest schwankt und droht einzustürzen.
Im Wind und Regen schwankt es hin und her,
Ich kann nur noch ängstliche Klagerufe ausstoßen.
„Chi Xiao“ (Die Eule) umfasst vier Strophen, jede Strophe besteht aus fünf Versen.
