Östlicher Berg
Vorwort:
Das Lied „Dongshan“ handelt von Herzog Dans Feldzug nach Osten. Herzog Dan war drei Jahre lang im Osten unterwegs, bevor er zurückkehrte. Er tröstete die heimkehrenden Krieger, und die Adligen priesen dieses Ereignis, weshalb sie dieses Lied verfassten. Das erste Kapitel besagt, dass die Krieger wohlbehalten heimkehrten, das zweite, dass sie sich nach ihrer Heimat sehnten, das dritte, dass ihre Familien auf ihre Rückkehr hofften, und das vierte, dass man sich über die rechtzeitige Wiedervereinigung von Mann und Frau freute. Ein edler Mensch vermag die Gefühle des Volkes zu verstehen und ihr Leid zu bemitleiden, weshalb das Volk froh ist. Wenn man das Volk freudig in Dienst nimmt, vergisst es die Gefahr des Todes – bezieht sich das wohl auf das Lied „Dongshan“?
Ich zog nach Dongshan, um Krieg zu führen,
lange schweifte ich umher, konnte nicht heimkehren.
Als ich aus dem Osten zurückkam,
fiel feiner Nieselregen.
Im Osten sprach ich von der Heimkehr,
doch im Herzen trauerte ich um die westliche Heimat.
Ich nähte mir die Kleider für die Rückkehr,
brauchte nicht mehr das Mundstück zu tragen.
Die sich ringelnden, sich windenden Seidenraupen
weilten lange im Maulbeerbaum-Freien.
Der sich zusammenkauernde, einsam Schlafende
ruhte auch unter dem Kriegswagen.
Ich zog nach Dongshan, um Krieg zu führen,
lange schweifte ich umher, konnte nicht heimkehren.
Als ich aus dem Osten zurückkam,
fiel feiner Nieselregen.
Die Früchte der Trichosanthes-Pflanze
hingen auch unter dem Dachvorsprung.
Die Kakerlaken krochen im Haus umher,
Spinnen woben Netze vor der Tür.
Das Ödland am Feldrain wurde zum Tummelplatz der Hirsche,
Glühwürmchen leuchteten in der Nacht.
Diese Erscheinungen sind nicht furchterregend,
vielmehr wecken sie Sehnsucht.
Ich zog nach Dongshan, um Krieg zu führen,
lange schweifte ich umher, konnte nicht heimkehren.
Als ich aus dem Osten zurückkam,
fiel feiner Nieselregen.
Der Storch rief auf dem Erdhügel,
die Frau seufzte im Haus.
Sie fegte das Haus und stopfte die Löcher,
mein Kriegsmann wird bald heimkommen.
Die runden Bitterkürbisse
hingen lange auf dem Reisighaufen.
Seit wir uns trennten und nicht mehr sahen,
sind nun drei Jahre vergangen.
Ich zog nach Dongshan, um Krieg zu führen,
lange schweifte ich umher, konnte nicht heimkehren.
Als ich aus dem Osten zurückkam,
fiel feiner Nieselregen.
Der Pirol flog,
sein Gefieder glänzte und schimmerte.
Als jene Frau verheiratet wurde,
waren die Pferde falb und weiß.
Die Mutter band ihr selbst die Schürze,
die Bräuche waren umständlich, neunzig an der Zahl.
Die Hochzeit war überaus schön,
wie wird es erst nach langer Trennung und Wiederbegegnung sein?
Dongshan hat insgesamt vier Kapitel, jedes Kapitel zwölf Verse.
