Ausfahren der Wagen
Kapitel: Ausfahrt der Streitwagen
Vorwort: „Ausfahrt der Streitwagen“ – ein Lied, das die heimkehrenden Feldherren tröstet.
Ich spanne meinen Streitwagen an und fahre hinaus ins Weideland. Vom Ort des Himmelssohnes aus ward mir der Befehl, hierher zu kommen. Ich rufe die Wagenlenker zusammen und heiße sie, die Vorräte zu laden. Die Angelegenheiten des Staates sind voller Gefahren, die Lage ist wahrhaft dringlich.
Ich spanne meinen Streitwagen an und fahre hinaus in das Vorstadtgebiet. Ich hisse die Schildkröten- und Schlangenfahne, ich richte die Yakschweifstandarte auf. Die Vogel- und Schildkrötenbanner, wie sollten sie nicht im Winde flattern? Mein Herz ist voller Kummer und Unruhe, meine Diener sind abgezehrt und müde.
Der König von Zhou befahl Nan Zhong, auszuziehen und in Shuofang eine Stadt zu bauen. Die Streitwagen rollen mit dröhnendem Lärm, die Fahnen wehen hell und deutlich. Der Himmelssohn befahl mir, im Norden eine Stadt zu errichten. Der ruhmreiche Nan Zhong wird die Xianyun befrieden und vertreiben.
Einst, als ich auszog, standen die Hirse- und Rispenhirsepflanzen in Blüte; heute, da ich heimkehre, bedecken Schnee und Regen die Straßen. Die Angelegenheiten des Staates sind voller Gefahren, es bleibt keine Muße, sich niederzulassen und auszuruhen. Wie sollte ich nicht nach Hause wollen? Ich fürchte die dringenden Erlasse.
Die Grashüpfer zirpen leise, die Heuschrecken hüpfen unermüdlich. Habe ich den Edlen nicht gesehen, ist mein Herz voller Kummer und Unruhe. Habe ich den Edlen nun erblickt, so ist mein Herz zur Ruhe gekommen. Der ruhmreiche Nan Zhong wird gegen die Westrongen zu Felde ziehen.
Die Frühlingstage werden allmählich länger, das Gras und die Bäume wachsen üppig. Die Goldamsel singt in hellem Ton, die Frauen, die Beifuß sammeln, sind zahlreich. Gefangene werden verhört, und schon naht der siegreiche Einzug. Der ruhmreiche Nan Zhong wird die Xianyun befrieden und zur Ruhe bringen.
„Ausfahrt der Streitwagen“ hat insgesamt sechs Strophen, jede Strophe hat acht Verse.
