Hoher Südberg
»Der hohe Südberg«
Vorwort:
»Der hohe Südberg« ist ein Gedicht, das der Hausvater verfasste, um König You von Zhou zu tadeln.
Jener hohe Südberg –
Fels auf Fels türmt sich, Schicht um Schicht.
Der allmächtige Großmeister Yin –
Das Volk blickt auf dich.
Kummer brennt wie Feuer,
Ich wage nicht, zu scherzen oder zu lachen.
Das Reich steht am Rand des Untergangs –
Warum schaust du nicht hin?
Jener hohe Südberg –
An den Hängen wuchert dichtes Gras.
Der allmächtige Großmeister Yin –
Du handelst ungerecht – was soll das heißen?
Der Himmel sendet unablässig Plagen,
Verderben und Aufruhr sind groß und vielfältig.
Die Reden des Volkes enthalten kein gutes Wort –
Du aber seufzest nicht einmal in Sorge.
Meister Yin, Großmeister –
Du bist das Fundament der Zhou-Dynastie.
Du hältst die Zügel der Macht im Reich –
Von dir hängt der Bestand der vier Himmelsrichtungen ab.
Der Himmelssohn stützt sich auf deine Hilfe,
Damit das Volk nicht vom Weg abirrt.
Oh du unheilvoller Himmel –
Lass das Volk nicht darben und leiden!
Wenn du selbst nicht die Geschäfte führst,
Vertraut dir das Volk nicht.
Fragst du nicht und berufst keine Tüchtigen –
Täusche nicht den Edlen!
Sei gerecht und halte ein –
Lass nicht die Geringen Schaden bringen!
Jene unbedeutenden Verwandten –
Gib ihnen nicht hohe Ämter und reichen Sold!
Der Himmel ist nicht gütig –
Er sandte diese große Verwirrung.
Der Himmel ist nicht gnädig –
Er sandte diese große Heimsuchung.
Käme der Edle –
Er könnte des Volkes Herz beruhigen.
Wäre der Edle gerecht –
Des Volkes Groll würde schwinden.
Oh du unheilvoller Himmel –
Der Aufruhr findet kein Ende.
Monat um Monat bricht neuer Aufruhr aus –
Er raubt dem Volk alle Ruhe.
Kummer ist wie Trunkenheit –
Wer hält die Zügel der Macht?
Wer nicht selbst die Regierung führt,
Der bringt am Ende das Volk ins Elend.
Spanne die vier Hengste an –
Die vier Hengste haben fette Nacken.
Ich schweife mit den Blicken nach allen vier Enden –
Himmel und Erde sind eng, nirgends kann ich dahinjagen.
Als du im Begriff warst, Böses zu tun –
Da sah ich deine Lanze erhoben.
Wenn dein Zorn verebbt und Freude einkehrt,
Dann tust du, als tränken wir Bruderschaft.
Der Himmel ist nicht gerecht –
Unserem König bleibt keine Ruhe.
Du züchtigst nicht dein eigenes Herz,
Sondern grollst den aufrechten Männern.
Der Hausvater schuf dieses Lied,
Um die Wurzel des Unheils für König Zhou aufzuspüren.
Er will dein Herz wandeln,
Auf dass die zehntausend Länder genährt werden.
»Der hohe Südberg« hat zehn Strophen, davon sechs mit je acht Versen und vier mit je vier Versen.
