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Kleine Elegien (Xiaoya)

Wechsel im zehnten Monat

Kapitel 33

Das Zusammentreffen im zehnten Monat

Vorwort: „Das Zusammentreffen im zehnten Monat“ ist ein Gedicht, mit dem ein Minister König You von Zhou tadelt.

Am ersten Tag des zehnten Monats war es der Tag Xinmao. Es ereignete sich eine Sonnenfinsternis – ein überaus verwerfliches Zeichen.

Einst war der Mond verdunkelt, nun ist auch die Sonne verfinstert. Jetzt sind die Menschen da unten überaus beklagenswert.

Sonne und Mond zeigen Unheilszeichen, sie folgen nicht ihrer gewohnten Bahn. In den vier Himmelsrichtungen herrscht keine gute Regierung, man setzt keine tüchtigen Männer ein.

Wenn der Mond sich verfinstert, ist das noch ein gewöhnliches Ereignis; doch dass die Sonne sich verfinstert – warum ist das so unheilvoll?

Blitze und Donner lodern und grollen, der Himmel ist unruhig, die Staatsgeschäfte sind nicht in Einklang. Die hundert Flüsse wallen und stürzen, die Gipfel der Berge brechen plötzlich ein.

Hohe Ufer werden zu tiefen Tälern, tiefe Täler werden zu Bergen. Ach, wie beklagenswert sind die Menschen von heute – warum nur nehmen sie keine Warnung?

Huangfu ist der Minister der Staatsämter, Fan ist der Minister der Riten. Jiabo ist der Großverwalter, Zhongyun ist der Speisenmeister.

Zouzi ist der Chronist, Gui ist der Pferdeaufseher. Jushi ist der Lehrer der Jugend, und die schöne Gattin (Bao Si) ist glühend mächtig.

Ach! Dieser Huangfu – sagt er etwa, es sei nicht die Zeit der Feldarbeit? Warum zwingt er mich zur Fron, ohne zuvor mit mir zu beraten?

Er reißt meine Mauern und Häuser nieder, die Felder sind ganz verwildert und voll Unkraut. Er spricht: „Ich habe euch nicht geschädigt; die Sitte verlangt es nun einmal so.“

Huangfu ist überaus weise, er baut eine Stadt im Land Xiang. Er wählt die drei hohen Beamten aus und häuft in der Tat großen Reichtum an.

Er will keinen alten Minister behalten, der unseren König beschützen könnte. Er wählt Männer aus, die Wagen und Pferde besitzen, und lässt sie nach Xiang umsiedeln.

Ich mühe mich ab im Dienst des Königs und wage nicht, über meine Mühsal zu klagen. Ohne Schuld werde ich doch von verleumderischen Zungen angefeindet.

Das Unheil der Untertanen kommt nicht vom Himmel herab. Man redet ins Gesicht und hasst im Rücken – all dieses Unglück wird von Menschen verursacht.

Ich lebe in Kummer in meiner Heimat, und es ist mir überaus schmerzlich. Die Leute in den vier Himmelsrichtungen haben alle ihr Auskommen, nur ich befinde mich in Sorge.

Das Volk ist nicht ohne Behagen, nur ich wage nicht, auszuruhen. Der Wille des Himmels weicht von der rechten Bahn ab, und ich wage nicht, es meinen Freunden gleichzutun, die auf eigene Bequemlichkeit bedacht sind.

„Das Zusammentreffen im zehnten Monat“ hat acht Strophen, jede Strophe hat acht Verse.