Fasanenhahn
Vorwort zum Lied „Der männliche Fasan“:
Das Lied „Der männliche Fasan“ ist eine Satire auf Herzog Xuan von Wey. Er war zügellos und ungeordnet, kümmerte sich nicht um die Staatsgeschäfte und zog wiederholt Truppen zu Feldzügen zusammen. Dies führte dazu, dass die Großwürdenträger lange Zeit im Militärdienst fern der Heimat weilten. Männer und Frauen beklagten gleichermaßen die Trennung und die vergeudete Zeit. Das Volk, tief bekümmert über diese Zustände, schuf daher dieses Lied.
Ein männlicher Fasan fliegt in der Luft auf,
entfaltet sanft sein Gefieder.
Tief in meinem Herzen sehne ich mich –
selbst habe ich diese Trennung heraufbeschworen.
Ein männlicher Fasan fliegt in der Luft auf,
sein Ruf schwillt an und ebbt ab.
Jener aufrichtige Edle –
wahrhaftig quält er mein Herz in Sorge.
Ich blicke auf den Lauf von Sonne und Mond,
mein Gedenken zieht sich endlos dahin.
Der Weg ist so unendlich fern –
wann wird er je zurückkehren?
Ihr vielen Edlen –
ihr versteht es nicht, die Tugend zu pflegen.
Wenn man weder Hass noch Gier hegt,
was ließe sich dann nicht gut vollbringen?
„Der männliche Fasan“ umfasst vier Strophen, jede Strophe vier Verse.
