Im Maulbeerhain
Vorwort: „Im Maulbeerhain“ ist ein Gedicht, das schamlose Liebesfluchten verspottet. Der Fürstenclan von Wey war in Unzucht verfallen, Männer und Frauen liefen einander heimlich nach, so dass selbst die vornehmen Familien, die an der Macht waren, einander die Ehefrauen und Nebenfrauen stahlen und sich an abgelegenen Orten trafen. Die Staatsgeschäfte zerfielen, das Volk gab sich der Zügellosigkeit hin, und niemand konnte es verhindern.
Wo pflücke ich die Dodder-Kletterpflanze?
Im Außenbezirk von Mei.
An wen denke ich in meinem Herzen?
An die schöne Meng Jiang.
Sie verabredete sich mit mir im Maulbeerhain,
lud mich in die obere Halle ein,
und begleitete mich bis an das Qi-Flussufer.
Wo pflücke ich den Weizen?
Im nördlichen Bezirk von Mei.
An wen denke ich in meinem Herzen?
An die schöne Meng Yi.
Sie verabredete sich mit mir im Maulbeerhain,
lud mich in die obere Halle ein,
und begleitete mich bis an das Qi-Flussufer.
Wo pflücke ich die Rüben?
Im östlichen Bezirk von Mei.
An wen denke ich in meinem Herzen?
An die schöne Meng Yong.
Sie verabredete sich mit mir im Maulbeerhain,
lud mich in die obere Halle ein,
und begleitete mich bis an das Qi-Flussufer.
„Im Maulbeerhain“ besteht aus drei Strophen, jede Strophe aus sieben Versen.
