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Dreihundert Lieder der Song

Dreihundert Lieder der Song

Ausgewählte Lieder der Song-Dynastie, herausgegeben von Zhu Qiangcun

Die Dreihundert Lieder der Song-Dynastie (Song ci san bai shou) sind eine in der späten Qing- und frühen Republikzeit von dem bedeutenden Ci-Gelehrten Zhu Zumou (Pseudonym Qiangcun) zusammengestellte Anthologie der Liedtexte aus der Song-Dynastie. Sie umfasst dreihundert Werke, die von der Nördlichen bis zur Südlichen Song-Dynastie reichen, und zählt zu den einflussreichsten einführenden Lektüren zur Song-Ci-Dichtung des 20. Jahrhunderts. Zhu Qiangcun, ein herausragender Ci-Gelehrter der späten Qing-Zeit, legte bei seiner Auswahl sowohl Wert auf künstlerischen Rang als auch auf die repräsentative Vielfalt der Schulen. Sie berücksichtigt gleichermaßen die zarte Andeutung (wanyue) wie die kraftvolle Großzügigkeit (haofang) und verwirklicht damit das Kompilationsprinzip, die rechte und die abweichende Richtung in etwa zu bewahren.

Die Anthologie versammelt Meisterwerke berühmter Dichter wie Su Shi, Xin Qiji, Li Qingzhao, Liu Yong, Zhou Bangyan, Jiang Kui und Wu Wenying. Zu den bekannten Stücken zählen Wassermelodien-Gesang – Wann wohl der helle Mond (Shui diao ge tou – Ming yue ji shi you), Der Geist des Gedankens an die Vergangenheit am Roten Felsen (Nian nu jiao – Chibi huai gu), Langsam, langsam – Suchen, suchen (Sheng sheng man – Xun xun mi mi) und Trompetenklang im Regen – Die kalte Zikade klagt kläglich (Yu lin ling – Han chan qi qie). Sie zeigen den reichen Gestaltungsspielraum der Song-Ci in den Bereichen Gefühlsausdruck, Erzählung, Dingbesprechung und Erinnerung an die Vergangenheit. Die Song-Ci steht mit der Tang-Dichtung auf einer Stufe und erlaubt durch ihre Form ungleicher Verslängen einen freieren Ausdruck feiner Empfindungen und der Lebensbetrachtung.

Als kanonische Sammlung der Ci-Literatur bilden die Dreihundert Lieder der Song-Dynastie zusammen mit der Blütenlese am Blütenbach (Hua jian ji) und dem Gedichtüberschuss der Strohhütte (Cao tang shi yu) eine wichtige Traditionslinie. Seit dem 20. Jahrhundert haben Gelehrte wie Tang Guizhang diese Werke eingehend erforscht; verschiedene kommentierte und mit Anmerkungen versehene Ausgaben sind weit verbreitet und gelten als unverzichtbare Bücher für Liebhaber der Dichtkunst und für Studenten.

Diese Anthologie verdichtet die Essenz der Ci-Dichtung aus drei Jahrhunderten der Song-Dynastie und ist der beste Einstieg in die Welt der Song-Ci. Wer dieses Buch liest, kann den eigentümlichen Reiz erfahren, dass das Ci eine eigene Kunstform ist, und die formale Entwicklung und ästhetische Erweiterung von der klassischen Dichtung zum Liedtext in der chinesischen Literatur nachvollziehen.