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Dreihundert Gedichte

Dem Klausner Wei Ba gewidmet (Du Fu: Dem Klausner Wei Ba gewidmet)

Kapitel 13

Im menschlichen Leben begegnen sich die Menschen oft nicht, gleich dem Sternparameter und dem Handelsstern, der eine auf- und der andere untergeht. Welch glücklicher Abend ist dies, dass ich dich im Schein der Lampe treffen kann? Wie viele Jahre der Jugendkraft und Stärke gibt es schon? Im Nu sind unsere Schläfen ergraut. Ich frage nach alten Freunden und Verwandten – die Hälfte ist schon zu Geistern geworden. Erschrocken rufe ich auf, und heiß wallt es im Herzen empor. Wer hätte gedacht, dass ich nach zwanzig Jahren wieder deine Halle betreten würde? Damals bei der Trennung warst du noch unvermählt, jetzt stehen deine Kinder plötzlich in Reih und Glied. Freundlich und ehrerbietig grüßen sie den alten Freund des Vaters und fragen mich, woher ich komme. Noch ist das Fragen und Antworten nicht zu Ende, da drängst du die Kinder, den Wein und die Speisen aufzutragen. Im Nachtregen schneidest du Frühlingslauch, und neu gekochter Reis ist mit gelber Hirse vermischt. Der Hausherr spricht: „Ein Treffen ist selten“, und hebt zehnmal den Becher zum Trunk. Auch nach zehn Bechern bin ich nicht betrunken – ich danke dir für die tiefe Freundschaft zum alten Gefährten. Morgen werden uns die Berge trennen, und die Welt ist weit und ungewiss – schwer lässt sich beider Schicksal ergründen.