Beim Regen im Amtssitz, Zusammenkunft mit Gelehrten und Gästen (Wei Yingwu: Beim Regen im Amtssitz, Zusammenkunft mit Gelehrten und Gästen)
Die hellen Hellebarden der Wachen stehen in Reih und Glied, im Schlafgemach sammelt sich ein reiner Duft. Der Regen und Wind vom Meer kommen heran, am Teichpavillon ist es kühl und erfrischend. Gram und Krankheit beginnen sich zu lösen, der Saal ist voller erhabener Gäste. Ich schäme mich, dass meine Wohnstatt allzu prächtig ist, doch ich sehe nicht das Wohlergehen des Volkes. Wer die Vernunft begreift, kann Recht und Unrecht beiseitelegen; wer von Natur gelassen ist, vergisst die äußeren Spuren. Gerade jetzt ist die Zeit der Enthaltsamkeit von Fleisch, Gemüse und Früchte werden von den Gästen gekostet. Ich neige mich und trinke einen Becher Wein, hebe den Kopf und lausche den gold-jade-gleichen Meisterwerken. Der Geist ist froh, der Leib wird leicht, das Herz möchte auf dem Winde fliegen. Im Lande Wu ist die Literatur blühend, viele Weise strömen hier zusammen wie ein weites Meer. Nun erst erkenne ich: In einer großen Grenzprovinz – wie könnte man nur von ihrer Reichtumskraft sprechen?
