Viertes Buch: Träumerei von Yingying in der Strohbrückenherberge – Dritte Szene
Vierter Band: Die Traum-Yingying in der Strohbrückenherberge · Dritter Aufzug
(Die alte Dame, Fräulein Yingying, die Alte, Zhang Gong und der Diener treten auf.)
Die alte Dame (spricht): Heute bringe ich Zhang Sheng zum Wegegeleit – es ist einfach unvermeidlich. Yingying, mein Kind, du hast Herrn Zhang noch etwas zu sagen, nicht wahr?
Yingying (spricht): Solch ein trauriger Anblick – wie soll ich da Worte finden?
(Herr Zhang (spricht): Meine Schwiegermutter, wenn ich heute fortgehe, bitte ich Euch, Euch um meine liebe Yingying zu kümmern. Wenn ich bei der Prüfung kein Glück habe, seid bitte nicht böse. (Zur Yingying gewandt.) Yingying, ich werde heute gehen. Wenn ich nicht das Glück habe, den Lorbeer zu pflücken, komme ich gewiss nicht zurück. Du musst hier gut auf dich achtgeben.)
(Der Diener (spricht): Herr, es ist Zeit aufzubrechen. Bitte beeilt Euch. Morgen, zur Stunde des Pferdes, müssen wir in der Stadt zur Prüfung sein.)
Yingying (singt):
[Zheng Gong · Duanzheng Hao]
Die leuchtenden Wolken entfalten sich wie Seide,
An den Grenzen des Himmels legt sich der Herbstnebel nieder.
Wer hat die Westwinde die alten Bäume durchpflügen lassen?
Früher war es immer warm und sonnig –
Heute, da die Trennung naht, erfasst mich rote Kälte und Schmerz.
[Gun Xiu Qiu]
Siehst du den klaren Herbsthimmel, den frostigen Boden,
Diese windzerzausten, von Regen geschüttelten Bäume?
Der rote Staub ist schwer von den Rädern der Trennung,
Der Farn und die Flechten bedecken den weiten Weg.
Die Gedanken zur Zeit der Trennung:
Was soll aus mir werden?
Der Abschiedsschmerz, das Gefühl des Scheidens –
Wann wird es enden?
Im Augenblick der Abreise müssten die Worte strömen wie Wasser,
Doch bevor ich den Mund öffne, ist das Herz schon schwer.
Das Herz ist schwer – der Wein des Abschieds ist lange kalt,
Das Auge ist leer – die Tränen des Abschieds sind heiß.
Ach, wie schwer ist dieser Abschied!
Yingying (spricht): Meine Mutter, heute soll Herr Zhang gehen – ich möchte ihn ein Stück begleiten.
Die alte Dame (spricht): Gut, mein Kind. Ihr jungen Leute habt noch einiges zu besprechen, also lasst mich allein zurückkehren. (Ab.)
(Der Diener (spricht): Wir sind schon eine ganze Strecke gegangen. Herr, Fräulein – bitte trennt Euch hier.
Yingying (spricht): Noch ein Stück, ich kann es nicht ertragen, ihn so schnell ziehen zu lassen.
Zhang Gong (spricht): Ich auch nicht. Lass uns noch eine Weile zusammen sein.)
Yingying (singt):
[Tuo Bu Shan]
Dass das schwarze Pferd nicht schneller läuft,
Dass der goldene Sattel mich nicht trägt,
Dass die Trennung den Himmel so weit macht –
Wie könnte ich da nicht weinen?
(Liang Zhou Di Qi Qi)
Wie kann ich das Elend des Abschieds ertragen?
Die Liebe, die uns verbindet, ist wie ein Traum.
Wer hätte gedacht, dass dieses Mal die Trennung so schwer fällt?
Der Himmel ist weit, die Erde ist weit –
Die Gedanken an die Liebe sind die schwerste Last.
Das Herz zittert, die Seele bebt –
Der Wein des Abschieds treibt die Tränen hervor.
Die Tränen des Abschieds und die Gedanken des Herzens
Vermischen sich zu einem unendlichen Schmerz.
Die grünen Hügel und die weißen Wolken
Trennen uns für immer.
Die Gedanken an die Liebe, das Gefühl des Abschieds –
Wann wird es enden?
Yingying (spricht): Herr Zhang, dieser eine Becher Wein ist für Euch zum Abschied. Bitte trinkt ihn.
Zhang Gong (spricht): Ich danke dir. (Nimmt den Becher und trinkt.)
Yingying (spricht): Herr Zhang, ich habe noch ein Wort zu sagen: Wenn Ihr in die Hauptstadt kommt, sucht nicht nach Ruhm und Reichtum, sondern denkt an mich.
Zhang Gong (spricht): Wie könnte ich das vergessen?
Yingying (singt):
[Si Sha]
Dieser Becher Wein des Abschieds –
Er ist nicht wie der Wein der Hochzeit,
Nicht wie der Wein des Friedens.
Er ist der Wein der Tränen, der das Herz bricht.
Herr Zhang, wenn Ihr in die Hauptstadt kommt,
Und die Blumen des Erfolgs und die Pflaumen des Ruhms erblühen seht –
Denkt an die Reben vor dem Fenster,
Die uns verbanden,
Und an das Haus in der östlichen Vorstadt,
Wo wir uns liebten.
Ich werde auf Euch warten –
Bis Ihr zurückkehrt,
Und wir uns wieder vereinen.
[Wu Sha]
Sieh die Wolken am Himmel, die sich wiegen,
Die Vögel im Wald, die sich trennen.
Die Winde und der Regen werden Euch begleiten –
Hütet Euch vor Kälte und Frost.
Wenn Ihr in der Herberge seid,
Denkt an mich, die einsam daheim sitzt.
Die Tränen des Abschieds, die Gedanken des Herzens –
Sie sind wie die Wolken und der Regen,
Die nie aufhören.
[Wei Sheng]
Die Trennung ist geschehen –
Die Worte sind gesprochen, die Tränen geflossen.
Herr Zhang, geht nun –
Ich werde auf Euch warten.
Wenn Ihr den Lorbeer pflückt,
Kehrt bald zurück –
Dann werden wir uns wieder sehen.
Bis dahin –
Lebe wohl!
(Alle ab.)
Vierte Sammlung: Traum von Yingying in der Grasbrückenschenke – Dritter Akt (Teil 2)
[Die Frau und der Älteste treten auf und sagen:] Heute begleiten wir Meister Zhang in die Hauptstadt. Am Zehn-Meilen-Pavillon haben wir ein Gastmahl vorbereitet. Ich und der Älteste gehen voraus; noch haben wir Meister Zhang und das Fräulein nicht gesehen. [Yingying, Zhang Sheng und Hongniang treten gemeinsam auf.] [Yingying sagt:] Heute begleiten wir Meister Zhang zur Prüfung in die Hauptstadt. Schon an sich ist dies eine Zeit der Trennungsschmerzen, und zudem fällt es in dieses tiefe Herbstwetter – wie bekümmert das macht! Freude und Leid, Treffen und Trennen – ein Becher Wein; nordwärts, südwärts, ostwärts, westwärts – tausend Meilen Weg. [Zhenggong-Melodie:] [Duanzheng Hao:] Der Himmel ist klar und blau, Chrysanthemen bedecken die Erde, der Westwind weht heftig, die Wildgänse fliegen nach Süden. Im Morgengrauen – wer hat den bereiften Ahornwald so rot gefärbt wie einen Betrunkenen? Es sind die Tränen derer, die sich trennen. [Gunxiu Qiu:] Ich hasse es, dass wir uns zu spät begegnet sind, und grolle, dass die Trennung zu früh kommt. Selbst wenn die Weidenzweige noch so lang wären, könnten sie den schwarzbraunen Hengst von Zhang Sheng nicht festhalten. Ich wollte, der lichte Wald hielte die schon westwärts neigende Sonne auf. Das Pferd langsam voran, der Wagen eilig hinterher – kaum ist die Qual des Sehnens vorbei, beginnt schon wieder der Schmerz der Trennung. Wenn ich das Wort „Geh!“ höre, wird sofort das goldene Armband lose; wenn ich von ferne den Zehn-Meilen-Pavillon sehe, schwindet mein Fleisch dahin. Wer kennt diesen Kummer und Groll! [Hongniang sagt:] Ältere Schwester, warum schmückst du dich heute nicht? [Yingying sagt:] Wie könntest du mein Herz kennen! [Daodao Ling:] Wenn ich die bereitgestellten Wagen und Pferde sehe, überkommt mich unweigerlich quälender und brennender Groll; was für eine Stimmung habe ich noch, mir Blumen ins Haar zu stecken und Schönheitspflästerchen aufzulegen, mich betörend und lieblich zu schmücken? Ich bereite schon das Deckbett und das Kissen vor, um nur dumpf und benommen zu schlafen; von nun an werden Ärmel und Gewand dazu dienen, die immer wieder sich häufenden Tränen zu trocknen. Ist das nicht zum Verzweifeln, o weh! Ist das nicht zum Verzweifeln, o weh! Von nun an – Briefe und Nachrichten – die musst du mir in meiner Verzweiflung und Bekümmernis gewiss senden! [Sie tritt vor die Frau und verneigt sich.] [Die Frau sagt:] Meister Zhang und der Älteste, setzt euch. Fräulein, setz dich hierher. Hongniang, bring den Wein. Meister Zhang, tritt näher; wir sind alle unter Verwandten, du brauchst dich nicht zu scheuen. Heute übergebe ich dir Yingying. Wenn du in der Hauptstadt angekommen bist, lass meine Tochter keine Schande erleben, und bemühe dich, einen Ersten im Examen zu erringen. [Zhang Sheng sagt:] Der Jüngling verlässt sich auf das Glück und den Schutz der Frau, und auf die Gelehrsamkeit in seiner Brust; das Erlangen eines Amtes sehe ich so leicht an wie das Aufheben eines Grashalms. [Der Älteste sagt:] Der Entschluss der Frau ist vortrefflich; Meister Zhang ist keiner, der zurückbleibt. [Sie trinken Wein und setzen sich.] [Yingying seufzt tief.] [Tuobu Shan:] Der Westwind treibt die gelben Blätter in wirrem Fall, kalter Nebel umhüllt das welke Gras in trüber Ferne. Beim Gastmahl sitzt er seitwärts und schräg, die Stirn gerunzelt, totenstill und dumpf. [Xiaoliang Zhou:] Ich sehe, wie ihm die Tränen in den Augen stehen, die er nicht zu vergießen wagt, aus Furcht, man könnte es merken; plötzlich erblicke ich ihn, da senkt er den Kopf, seufzt lang und stellt sich, als ordne er sein schlichtes weißes Seidengewand. [Yaopian:] Wenn auch später die gute Heirat zustande kommt – dieser Augenblick vor mir – wie könnte er einen nicht zu Weinen und Schluchzen bringen? Die Liebe ist wie von Sinnen, das Herz wie betrunken; vom gestrigen bis zum heutigen Tag ist der Leibesumfang um eine ganze Spanne geschrumpft. [Die Frau sagt:] Fräulein, schenk den Wein ein. [Hongniang reicht den Wein, Yingying schenkt ein, seufzt tief und sagt:] Bitte, trinkt den Wein. [Shangxiao Lou:] Die Wonnen sind noch nicht zu Ende, da naht schon der Trennungsschmerz. Ich denke an die heimliche Liebe vorgestern nacht, die Vermählung gestern nacht, und jetzt, heute, die Trennung. Ich kenne wohl den Geschmack des Sehnens in diesen letzten Tagen – doch nun zeigt sich: Dieser Trennungsschmerz ist zehnmal stärker noch als jenes Sehnen. [Yaopian:] Ihr jungen Leute haltet die weite Trennung für gering, die Zuneigung ist dünn, das Wegwerfen leicht. Ganz vergesst ihr die Zeit, da Bein an Bein, Wange an Wange, Hand in Hand lag. Du wirst meines Vaters, des Kanzlers Cui, Schwiegersohn. Die Frau erhebt den Mann, der Mann erhebt die Frau. Wenn wir nur ein Paar Lotosblüten an einem Stiel sein dürfen, das wäre besser, als den Ersten im Examen zu machen. [Die Frau sagt:] Hongniang, schenk Wein ein. [Hongniang schenkt Wein ein.] [Yingying singt:] [Manting Fang:] Die Speisen und der Wein werden allzu hastig gebracht; einen Augenblick noch sind wir von Angesicht zu Angesicht, im nächsten schon müssen wir uns trennen. Wäre es nicht, dass ich mich beim Gastmahl vor den Augen der Mutter zurückhalten muss, ich hätte wahrlich Lust, mit ihm nach alter Sitte die Speisen darzureichen. Obwohl wir nur einen kurzen Augenblick beisammen sein dürfen, sollte es mir doch vergönnt sein, mit meinem Gatten an einem Tisch zu speisen. Jetzt vor mir bleibt mir nur, in Gedanken zu verweilen; wenn ich an den Grund und Anlass denke, würde ich fast zum „Wartestein der Gattin“. [Hongniang sagt:] Ältere Schwester, du hast noch kein Frühstück gegessen; trink doch einen Schluck Suppe oder Wasser. [Yingying sagt:] Hongniang, was für Suppe oder Wasser könnte ich hinunterschlucken! [Kuaihuo San:] Der gebrachte Wein und die Speisen – wenn ich sie zu mir nehme, sind sie wie Erde und Schlamm; selbst wenn es Erde und Schlamm wäre, hätte es doch etwas von Erdgeruch und Schlammgeschmack. [Chao Tianzi:] Der lauwarme, köstliche Wein – so kühl und klar wie Wasser. Es sind zum größten Teil Tränen der Sehnsucht. Die vorgesetzten Speisen und der Tee – wollte ich sie nicht essen? Aber Kummer und Groll füllen mir Magen und Gedärme. Um eines so geringen Ruhmes willen wie eines Schneckenhorns, um eines so winzigen Vorteils willen wie einer Fliegenkopfes, zerreißt man das Liebespaar und trennt es in zwei Teile. Der eine hier, der andere dort – ein Seufzer um den anderen, lang und tief. [Die Frau sagt:] Spannt den Wagen an, ich fahre voraus. Das Fräulein komme später mit Hongniang. [Sie geht ab.] [Zhang Sheng verabschiedet sich vom Ältesten.] [Der Älteste sagt:] Bei diesem Gang habe ich nichts weiter zu sagen. Der arme Mönch wird bereit sein, die Liste der Erfolgreichen bei der Prüfung zu kaufen. Die Hochzeitsmalzeit für euch wird an mir Armen nicht fehlen. Herr, behütet euch wohl! Auf der Reise – sorgt wohl für euch! Von nun an habe ich keinen Sinn mehr für Sutren-Rezitation und Buddha-Verehrung, sondern warte gespannt auf die erste frohe Kunde eures Namens auf der goldenen Liste. [Er geht ab.] [Yingying singt:] [Sibian Jing:] Im Nu sind die Becher und Teller in Unordnung; der Wagen fährt ostwärts, das Pferd geht westwärts, unsere Herzen schwanken unentschlossen. Die Sonne sinkt, die grünen Berge stehen im Abendrot. Ich weiß nicht, wo er heute Nacht weilen wird? Selbst im Traum wäre es schwer, ihn zu finden. Zhang Sheng! Ganz gleich, ob du diesmal ein Amt erlangst oder nicht – kehre schnell zurück! [Zhang Sheng sagt:] Der Jüngling wird bei diesem Gang mühelos den Ersten im Examen erringen. Wahrlich: Der Weg zum Himmel ist schließlich erreichbar; wenn mein Name nicht auf der goldenen Liste steht, schwöre ich, nicht zurückzukehren. [Yingying sagt:] Du gehst, und ich habe nichts anderes als ein kurzes Gedicht zum Geleit: „Der mich nun verlässt, wo ist er jetzt? Einst war er mir so nah. So wende denn die alte Zuneigung, und liebe, die vor dir ist.“ [Zhang Sheng sagt:] Die Gedanken des Fräuleins sind irrig. Wie könnte Zhang Gong es wagen, eine andere zu lieben? In Ehrfurcht erwidere ich mit einem kurzen Gedicht, um meine Gesinnung kundzutun: „Im Menschenleben gibt es stets die lange Trennung; wer ist der Nächste, der Liebste? Trifft man keinen, der das Herz versteht, wer erbarmt sich dann des, der so seufzt?“ [Yingying singt:] [Shuahai’er:] Die Tränen haben die Ärmel durchnässt, nasser noch als das grüne Gewand des Amtmanns am Fluss Jiang. Der Würger fliegt ostwärts, die Schwalbe westwärts – noch vor dem Aufbruch frage ich nach dem Tag der Rückkehr. Obwohl der vor mir Stehende tausend Meilen reisen wird, will ich doch zuvor den Becher Weins, den wir bei Lebzeiten teilen, ganz leeren. Noch ehe ich trank, war das Herz schon trunken; die Augen vergießen Blutstränen, das Herz ist schon zu Asche geworden. [Wu Sha:] In der Hauptstadt angekommen, musst du dich an das Klima gewöhnen; auf der Reise achte auf Essen und Trinken, richte dich nach der Jahreszeit und pflege deine Gesundheit. In öden Dörfern und auf freiem Feld, wo viel Tau und Regen fällt, schlafe früh; in Dorfherbergen, wo Wind und Frost herrschen, stehe spät auf. Beim Ritt im Herbstwind ist die Pflege am schwersten, die Schonung am nötigsten. [Si Sha:] Wem soll ich diesen Kummer klagen? Die Sehnsucht kennt nur ich allein. Der Himmel kümmert sich nicht um der Menschen Hinfälligkeit. Tränen, in den neunfach gewundenen Gelben Fluss geträufelt, ließen ihn über die Ufer treten; Kummer, auf die drei Gipfel des Huashan-Berges gelegt, ließe sie sinken. Am Abend lehne ich trübsinnig einsam am Westgeländer, sehe nur den Sonnenuntergang über der alten Heerstraße, die Trauerweiden am langen Damm. [San Sha:] Lächelnd kamen wir gemeinsam, weinend kehre ich allein zurück. Wenn ich heimkomme und unter den Bettvorhang trete – das bestickte Deckbett der vergangenen Nacht war noch warm und duftete, als hielte es den Frühling fest; doch heute nacht wird die grüne Decke Kälte ausströmen, die nur der Traum kennt. Ich halte dich zurück, es ist kein anderer Grund: Wenn ich sehe, wie du den Sattel besteigst und dich in den Bügel stemmst, kann ich meine tränenvollen Augen und die bekümmerte Miene nicht bezwingen. [Zhang Sheng sagt:] Hast du noch etwas zu sagen, um mich zu ermahnen? [Yingying singt:] [Er Sha:] Du brauchst nicht zu sorgen, dass die Begabung gut, das Glück aber schlecht sei; ich fürchte nur, dass du mich verstößt und eine andere nimmst. Lass nicht einen ganzen Frühling lang ohne Brief und Nachricht vergehen! Ich hier werde dir durch den blauen Vogel, den Boten, häufig Botschaft senden; doch du – lass nicht „ohne Namen auf der goldenen Liste kehre ich nicht zurück“ dein Wort sein! Diesen einen Punkt musst du dir merken: Wenn du die fremden Blumen und Gräser jener anderen Gegend siehst, dann verweile nicht an ihnen, wie du es hier getan hast! [Zhang Sheng sagt:] Wer könnte dem Fräulein gleichkommen? Wie sollte der Jüngling auf solche Gedanken kommen? [Yingying singt:] [Yi Sha:] Die grünen Berge trennen den, der mich begleitet hat; der lichte Wald tut nicht den Willen kund; dünner Nebel und Abenddunst verhüllen den Blick. Auf der alten Straße im Sonnenuntergang hört man keine Menschenstimme, nur der Herbstwind weht durch Hirse und Spelz, und ich höre das Pferd wiehern. Warum steige ich so träge in den Wagen? Damals, als ich kam, war ich so eilig – und jetzt, da ich gehe, bin ich so langsam! [Hongniang sagt:] Die Frau ist schon eine Weile vorausgegangen. Ältere Schwester, lass uns nach Hause gehen. [Yingying singt:] [Shouwei:] Im ringsum gebreiteten Bergeslicht, unter dem Schatten der einen Peitsche im Abendrot. Der Kummer der Menschenwelt erfüllt mir die Brust; ermessen, wie viele dieser großen und kleinen Wagen ihn zu tragen vermöchten? [Yingying und Hongniang gehen ab.] [Zhang Sheng sagt:] Diener, lass uns ein Stück Weges vorankommen, solange es noch hell ist, und uns frühzeitig eine Unterkunft suchen. Die Tränen eilen mit dem raschen Strom, die Sorgen jagen mit den treibenden Wolken dahin. [Er geht ab.]
