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Die Reise nach Westen

Kapitel 89: Der Gelbe Löwengeist richtet vergeblich ein Fest der Stachelharken aus; Gold, Holz und Erde planen den Aufruhr am Leopardenkopfberg.

Kapitel 89

In dem Hof lagen die mehreren Schmiede, da sie sich in den letzten Tagen sehr abgemüht hatten, in der Nacht und schliefen ein jeder. Als es aber tagte und sie sich anschickten, zu schmieden, da sahen sie unter dem Schuppen die drei Waffen nicht mehr. Sie waren ganz starr vor Staunen und wußten sich nicht zu helfen, suchten überall herum. Da kamen die drei Prinzen aus dem Palast, um nachzusehen. Die Schmiede fielen insgesamt auf die Knie und sprachen: „Ihr jungen Herren, die drei Waffen der göttlichen Meister sind alle miteinander verschwunden.“

Als der junge Prinz das hörte, erschrak er bis ins Innerste und sprach: „Ohne Zweifel hat sie der Meister in der vergangenen Nacht wieder an sich genommen.“ Eilends lief er nach dem Sturmseidenpavillon, um nachzusehen: da stand das weiße Pferd noch unter dem Vordach, und er rief unwillkürlich: „Schläft der Meister noch?“ Der Mönch Scha-Sand sprach: „Er ist bereits aufgestanden.“ Darauf öffnete er die Tür, und als der Prinz hereinkam und die Waffen nicht sah, fragte er ganz bestürzt: „Hat der Meister die Waffen alle wieder eingezogen?“ Der Affe Sun Wu-kung sprang auf und sprach: „Nein, ich habe sie nicht eingezogen.“ Der Prinz sprach: „Die drei Waffen sind heute Nacht alle verschwunden.“ Der Eber Schweinchen fuhr eilig in die Höhe und sprach: „Ist mein Rechen noch da?“ Der junge Prinz sprach: „Eben, als wir herauskamen, sahen wir die Leute überall suchen, aber sie fanden nichts. Ich dachte, der Meister hätte sie vielleicht wieder an sich genommen, und darum komme ich, um zu fragen. Des Meisters Kostbarkeiten können groß und klein werden; vielleicht hat er sie bei sich versteckt, um uns zum Narren zu halten.“ Der Affe sprach: „Wahrhaftig, ich habe sie nicht eingezogen. Laßt uns alle gehen und suchen.“

Sogleich kamen sie in den Hof unter den Schuppen, und da war in der Tat keine Spur mehr zu sehen. Schweinchen sprach: „Sicherlich haben diese Schmiede sie gestohlen. Schnell heraus damit, und wenn es auch nur ein wenig länger dauert, so schlage ich sie alle tot, tot!“ Die Schmiede aber fielen erschrocken auf die Knie, vergossen Tränen und sprachen: „Herr, wir haben uns in den letzten Tagen sehr abgemüht, in der Nacht schliefen wir, und als es tagte und wir aufstanden, da waren sie verschwunden. Wie sollten wir, die wir nur gewöhnliche Menschen sind, sie forttragen können? Ich bitte den Herrn, uns das Leben zu schenken, uns das Leben zu schenken.“ Der Affe sprach kein Wort, aber im Herzen ärgerte er sich und dachte: „Es ist doch unsere Schuld. Nachdem wir die Muster gesehen hatten, hätten wir sie bei uns behalten sollen; warum ließen wir sie hier liegen? Der Glanz der Kostbarkeiten muß wohl irgendeinen Bösewicht aufmerksam gemacht haben, der sie in der Nacht gestohlen hat.“ Schweinchen aber glaubte es nicht und sprach: „Bruder, was redest du da? In einer so friedlichen Gegend, nicht in der Wildnis oder den tiefen Bergen, wie sollte da ein Bösewicht kommen? Sicherlich haben die Schmiede einen bösen Gedanken gefaßt. Sie sahen den Glanz unserer Waffen und erkannten, daß es drei Kostbarkeiten waren, und in der Nacht verließen sie den Königspalast, riefen einige Leute zusammen, hoben sie und zerrten sie und trugen sie fort. Her damit, schlagt sie, schlagt sie!“ Die Schmiede aber warfen sich immer wieder auf die Knie und schworen Eide.

Während sie noch so lärmten, kam der alte Prinz heraus, erkundigte sich nach der Sache, und auch ihm entwich alle Farbe aus dem Gesicht. Er überlegte eine Weile und sprach: „Die Waffen der göttlichen Meister sind von Natur anders als gewöhnliche Dinge; selbst hundert oder zehn Menschen könnten sie nicht forttragen. Zudem herrsche ich in dieser Stadt nun schon in der fünften Generation. Ich will nicht großsprecherisch sein, aber ich habe doch einigen Ruf als tüchtiger Herrscher; die Bürger und Soldaten, die Handwerker und alles Volk hier fürchten meine Gesetze und werden es sicher nicht wagen, einen bösen Gedanken zu fassen. Ich bitte die göttlichen Meister, noch einmal nachzudenken.“ Der Affe lachte und sprach: „Darüber brauchen wir nicht weiter nachzudenken, und wir brauchen auch die Schmiede nicht zu Unrecht zu beschuldigen. Ich frage den Fürsten: Gibt es rings um diese Stadt in den Bergen irgendwelche Waldgeister oder Ungeheuer?“ Der Fürst sprach: „Diese Frage des göttlichen Meisters ist sehr vernünftig. Nördlich von dieser Stadt liegt der Leopardenkopfberg, und darin befindet sich eine Tigerrachen-Höhle. Oft sagen die Leute, in der Höhle wohne ein Unsterblicher, andere sagen, es seien Tiger und Wölfe darin, wieder andere, es seien Ungeheuer. Ich habe nie genaue Nachforschungen angestellt und weiß nicht, was es eigentlich ist.“ Der Affe lachte und sprach: „Weiter brauchen wir nichts zu sagen. Sicherlich hat ein Bösewicht aus jener Gegend, der erkannte, daß es Kostbarkeiten waren, sie in der Nacht gestohlen.“ Er rief: „Schweinchen, Scha-Sand, ihr beide bleibt hier, um den Meister zu beschützen und die Stadt zu bewachen, und ich, der alte Affe, will mich auf die Suche machen.“ Auch befahl er den Schmieden, das Feuer nicht ausgehen zu lassen und weiterzuschmieden.

Der gute Affenkönig nahm Abschied von San-tsang, pfiff, und schon war er unsichtbar; im Nu war er auf dem Leopardenkopfberg angelangt. Die Stadt war nämlich nur dreißig Li entfernt, und er war im Augenblick dort. Er stieg gerade auf den Gipfel und sah nach, und da war in der Tat etwas Dämonendunst. Es war wahrlich:

„Des Drachen Adern lang, das Erdreich weit und groß;

Die spitzen Gipfel ragen hoch zum Himmel,

Die tiefen Schluchten rauschen schnell dahin.

Vor dem Berg liegt smaragdgrünes Gras wie ein Teppich,

Hinter dem Berg prangen seltsame Blumen wie Brokat.

Hohe Kiefern, alte Zypressen,

Uralte Bäume, schlanke Bambusrohre.

Bergkrähen und Berghäher fliegen und schreien wirr,

Wilde Kraniche und wilde Affen schreien und rufen.

Unter der Felswand, Hirsche und Rehe paarweise;

Vor der Steilwand, Dachse und Füchse in Scharen.

In Wellen und Windungen zieht sich der ferne Drachen,

In neun Krümmungen und neun Windungen verbirgt sich der Aderlauf.

Die Hügelkette reicht bis an die Stadt Yü-hua,

Ein Ort des Glanzes und Gedeihens für tausend Herbste und zehntausend Jahre.“

Während der Affe noch so ausschaute, hörte er plötzlich hinter dem Berg jemanden sprechen. Schnell drehte er sich um und sah zwei wolfsköpfige Ungeheuer, die laut redend nach Nordwesten gingen. Der Affe überlegte: „Das sind sicherlich die Wächter des Berges. Ich will ihnen nachgehen und horchen, was sie reden.“ Er ballte die Faust, sprach einen Zauberspruch, verwandelte sich und wurde zu einem Schmetterling, breitete die Flügel aus, schwebte leicht dahin und eilte ihnen nach. Und wahrhaftig, er hatte eine schöne Gestalt angenommen:

„Ein Paar zarte Flügel, zwei silberne Fühler.

Mit dem Wind fliegt er eilig dahin, im Sonnenlicht tanzt er langsam.

Über Wasser und Mauern kann er leicht hinweg,

Stiehlt Düfte, spielt mit den Weidenkätzchen, voller Lust.

Sein Leib ist leicht, er liebt den Duft der Blumen,

In anmutiger Haltung läßt er sich nach Belieben entfalten und zusammenrollen.“

Er flog über den Köpfen der Ungeheuer, schwebte und schwebte und horchte auf ihre Rede. Da rief das eine Ungeheuer plötzlich: „Zweiter Bruder, unser König hat in den letzten Tagen großes Glück gehabt: im vorigen Mondmonat bekam er eine schöne Frau, mit der er in der Höhle Kurzweil treibt, und das ist eine große Freude; in der vergangenen Nacht bekam er drei Waffen, die sind wahrlich Kostbarkeiten ohne Preis. Morgen wird er ein Gastmahl veranstalten, um den Rechen zu feiern, und wir werden alle unseren Vorteil davon haben.“ Das andere sprach: „Auch wir haben etwas Glück: wir haben diese zwanzig Unzen Silber bekommen, um Schweine und Schafe zu kaufen. Jetzt sind wir auf dem Markt von Kan-fang, laß uns erst ein paar Krüge Wein trinken. Dann machen wir eine falsche Rechnung über die Sachen, unterschlagen zwei oder drei Unzen Silber, kaufen uns einen wattierten Rock für den Winter – ist das nicht gut?“ Die beiden Ungeheuer redeten und lachten und eilten auf der großen Straße wie im Flug dahin.

Als der Affe hörte, daß man das Rechenfest feiern wollte, freute er sich heimlich. Er dachte daran, sie totzuschlagen, aber sie hatten ihm nichts getan, und zudem hatte er keine Waffe in der Hand. Da flog er vor ihnen her, zeigte seine wahre Gestalt und stellte sich mitten auf den Weg. Als die Ungeheuer nahe an ihn herankamen, da spie er einen Zaubergeifer auf sie und sprach den Spruch „Om hum zha li“; damit belegte er die beiden Wolfsköpfe mit dem Festbann. Ihre Augen waren weit offen, aber sie konnten den Mund nicht öffnen; steif und starr standen sie auf ihren Füßen. Dann warf er sie um, zog ihnen die Kleider aus und durchsuchte sie. Da fand er in der Tat zwanzig Unzen Silber, die in einem Beutel am Gürtel hingen; auch trug jeder eine Tafel aus lackiertem Holz, auf der einen stand „Verschmitzt und seltsam“, auf der anderen „Seltsam und verschmitzt“.

Der gute große Heilige nahm das Silber, löste die Tafeln, kehrte um und ging zurück in die Stadt. Im Königspalast angekommen, erzählte er dem Fürsten, dem Tang-Mönch sowie den hohen und niederen Beamten und den Schmieden ausführlich, was sich zugetragen hatte. Schweinchen lachte und sprach: „Sicherlich haben meine Kostbarkeiten mit ihrem Glanz die Aufmerksamkeit erregt, darum kauft man Schweine und Schafe und veranstaltet ein Gastmahl zur Feier. Aber wie sollen wir sie jetzt holen?“ Der Affe sprach: „Wir drei Brüder gehen alle miteinander. Dieses Silber ist für den Einkauf der Schweine und Schafe bestimmt. Wir wollen es den Schmieden schenken und den Fürsten bitten, einige Schweine und Schafe zu besorgen. Schweinchen, du verwandelst dich in den ‚Verschmitzt und seltsam‘, ich verwandle mich in den ‚Seltsam und verschmitzt‘, und Scha-Sand soll sich als Schweine- und Schafhändler verkleiden. So gehen wir in die Tigerrachen-Höhle hinein, und wenn sich die Gelegenheit bietet, nimmt ein jeder seine Waffe, schlägt alle Unholde tot, und dann kehren wir zurück und machen uns auf den Weg.“ Scha-Sand lachte und sprach: „Vortrefflich, vortrefflich! Keine Verzögerung, schnell gehen wir!“ Der alte Fürst befolgte diesen Plan und ließ sogleich den Verwalter sieben oder acht Schweine und vier oder fünf Hammel kaufen.

Sie drei nahmen Abschied von ihrem Meister und zeigten draußen vor der Stadt ihre großen Zauberkräfte. Schweinchen sprach: „Bruder, ich habe den ‚Verschmitzt und seltsam‘ nicht gesehen, wie soll ich mich in seine Gestalt verwandeln?“ Der Affe sprach: „Die Ungeheuer sind von mir mit dem Festbann belegt worden und werden bis morgen um diese Zeit schlafen. Ich erinnere mich an ihr Aussehen. Stelle dich hin und warte, bis ich dich lehre, dich zu verwandeln. … So und so ist ihre Gestalt.“ Der Tölzel sprach wirklich den Zauberspruch, der Affe hauchte ihn mit seinem Götteratem an, und im Augenblick war er dem „Verschmitzt und seltsam“ zum Verwechseln ähnlich; er hing sich eine Tafel um den Gürtel. Der Affe verwandelte sich in den „Seltsam und verschmitzt“ und hing sich ebenfalls eine Tafel um den Gürtel. Scha-Sand kleidete sich wie ein kleiner Schweine- und Schafhändler. Zusammen trieben sie die Schweine und Schafe auf der großen Straße vor sich her und eilten geradewegs auf den Berg zu.

Nach nicht langer Zeit kamen sie in eine Bergschlucht hinein und trafen dort wieder einen kleinen Unhold; der hatte ein garstiges Gesicht und ein böses Aussehen! Seht:

„Runde, triefende Augen, wie Lampen glänzend;

Rotes, struppiges Haar, wie Feuer flackernd.

Eine Rübennase, ein Maul voll Borsten, scharfe Hauer;

Schlappohren, eine breite Stirn, ein bläuliches, schwammiges Gesicht.

Er trug ein hellgelbes Gewand und an den Füßen Schuhe aus Binsen.

Wild und grimmig wie ein böser Geist, eilig und hastig wie ein teuflischer Unhold.“

Der Dämon trug unter dem linken Arm ein lackiertes Einladungskästchen, als er dem Wanderer entgegenrief: „Schräge Bohrer, Spitzbub, ihr beiden seid da? Habt ihr ein paar Schweine und Schafe gekauft?“ Der Wanderer sagte: „Was da getrieben wird, ist das nicht eben das?“ Der Dämon fragte, auf Sandmönch zeigend: „Wer ist dieser da?“ Der Wanderer sagte: „Das ist der Händler, der die Schweine und Schafe verkauft. Er hat noch ein paar Silberstücke von uns zu bekommen, und ich nehme ihn mit nach Hause, um das Geld zu holen. Wohin gehst du?“ Der Dämon sagte: „Ich gehe zum Bambusgipfel-Berg, um den Großen Alten König für morgen früh zum Fest einzuladen.“ Der Wanderer fragte in seinem Ton fort: „Wie viele Leute werden insgesamt eingeladen?“ Der Dämon sagte: „Der Große Alte König sitzt am Ehrenplatz, mit unserem hiesigen Bergkönig und den Hauptleuten zusammen, etwa über vierzig Personen.“ Während sie sprachen, sagte Bajie: „Los, los, die Schweine und Schafe laufen ja schon auseinander.“ Der Wanderer sagte: „Geh du und halt sie an, während ich mir seine Einladung anschaue.“ Der Dämon, da er ihn für einen der Seinen hielt, öffnete das Kästchen, nahm die Einladung heraus und reichte sie dem Wanderer. Der Wanderer entfaltete sie und las darauf:

„Morgen früh ehren wir bereitete Speisen und Wein, um das Fest der Stachelkeule zu feiern; ich bitte Euch, über den Berg zu kommen und mit uns zu verweilen. Hoffentlich lehnt Ihr nicht ab; ich bin zutiefst dankbar. Rechts, in Ehrfurcht, an unseren verehrten Großvater, den Heiligen Alten Herrn der Neun Seelen. Euer untertäniger Schüler, Gelber Löwe, verneigt sich in tiefster Demut.“

Nachdem der Wanderer gelesen hatte, gab er die Einladung dem Dämon zurück. Der Dämon legte sie in das Kästchen und ging geradewegs in südöstlicher Richtung davon.

Sandmönch fragte: „Bruder, was stand auf der Einladung für Worte?“ Der Wanderer sagte: „Es war die Einladung zum Fest der Stachelkeule. Der Name lautete ‚Euer untertäniger Schüler, Gelber Löwe, verneigt sich in tiefster Demut.‘ Eingeladen war der verehrte Großvater, der Heilige Alte Herr der Neun Seelen.“ Sandmönch lachte und sagte: „Gelber Löwe ist wohl ein goldener Löwe, der zum Dämon wurde. Aber ich weiß nicht, was für ein Ding der Heilige Alte Herr der Neun Seelen ist.“ Bajie hörte dies, lachte und sagte: „Das ist wohl meine Ware.“ Der Wanderer fragte: „Woran siehst du, dass es deine Ware ist?“ Bajie sagte: „Die Alten sagen: ‚Die räudige Muttersau jagt gezielt den goldenen Löwen.‘ Darum weiß ich, dass es meine Ware ist.“ Die drei redeten und lachten, trieben die Schweine und Schafe vor sich her und sahen bald das Tor der Tigerrachen-Höhle. Vor der Höhle zeigte sich:

Ringsum Berge, umschlungen von Grün,

Ein Hauch von Atmosphäre verbindet mit der Stadt.

An steilen Felsen rankt grüner Efeu,

An hohen Klippen hängt purpurne Pflaume.

Vogelstimmen hallen im dichten Geäst,

Blütenschatten grüßen vor dem Höhlentor.

Nicht geringer als der Pfirsichblüten-Grotte,

Gerade recht, um weltlichen Sinn zu meiden.

Als sie sich allmählich dem Tor näherten, sahen sie einen Haufen kleiner und großer Dämonen, die unter den Blütenbäumen spielten. Plötzlich hörten sie Bajie, der „he, he“ die Schweine und Schafe antrieb, und alle kamen herbei, um sie zu empfangen. Da packten sie Schweine, packten sie Schafe und fesselten sie alle zusammen. Bald wurde der Dämonenkönig im Inneren aufgeschreckt; er kam mit einem Dutzend kleiner Dämonen heraus und fragte: „Ihr beiden seid da? Wie viele Schweine und Schafe habt ihr gekauft?“ Der Wanderer sagte: „Acht Schweine und sieben Schafe, insgesamt fünfzehn Stück Vieh. Das Silber für die Schweine macht sechzehn Unzen, das für die Schafe neun Unzen. Vorher haben wir zwanzig Unzen Silber bekommen, also sind noch fünf Unzen übrig. Das hier ist der Händler, der mitgekommen ist, um das Geld zu holen.“ Der Dämonenkönig hörte das und rief: „Ihr Kleinen, holt fünf Unzen Silber und schickt ihn fort.“ Der Wanderer sagte: „Dieser Händler ist erstens gekommen, um das Geld zu holen, und zweitens, um dieses große Fest zu sehen.“ Da wurde der Dämon zornig und schalt: „Du schräger Bohrer, du bist ein Faulpelz! Du kaufst die Sachen und redest dann mit anderen über das Fest oder nicht?“ Bajie trat vor und sagte: „Meister, du hast einen Schatz erlangt, der wahrlich ein Wunder der Welt ist; was schadet es, ihn anschauen zu lassen?“ Der Dämon stieß einen „Hui“-Laut aus und sagte: „Du Spitzbub bist auch böse! Mein Schatz stammt aus der Stadt Yuhua. Wenn dieser Händler ihn sieht und in jener Stadt herumerzählt, so dass die Leute es erfahren, und der Prinz kommt, um nachzuforschen, was dann?“ Der Wanderer sagte: „Meister, dieser Händler ist ein Mann von hinter dem Qianfang-Markt, weit entfernt von der Stadt; er ist kein Stadtmensch, wie sollte er etwas herumerzählen? Zweitens ist er hungrig, und wir beide haben auch noch nicht gegessen. Wir haben zu Hause fertigen Wein und Speisen; gebt ihm etwas davon zu essen und schickt ihn dann fort.“ Kaum war das gesagt, da holte ein kleiner Dämon fünf Unzen Silber und gab sie dem Wanderer. Der Wanderer reichte das Silber Sandmönch und sagte: „Händler, nimm das Geld, ich gehe mit dir nach hinten, um etwas zu essen zu holen.“

Sandmönch fasste sich ein Herz und ging mit Bajie und dem Wanderer in die Höhle hinein. Als sie zur zweiten Halle kamen, sahen sie auf dem Tisch in der Mitte hoch oben eine neunzinkige Stachelkeule aufgestellt, die wahrlich blendend glänzte; am östlichen Ende lehnte ein goldener Wunderstab, am westlichen Ende ein Dämonenbezwinger-Stab. Der Dämonenkönig folgte ihnen und sagte: „Händler, was da in der Mitte glänzt, das ist die Stachelkeule. Du kannst sie dir ansehen, aber wenn du hinausgehst, erzähle ja keinem davon.“ Sandmönch nickte dankend.

Ach! Das war: Wenn die Sachen ihren Herrn sehen, müssen sie zurückgeholt werden. Bajie war sein Leben lang ein grober Mensch; als er die Stachelkeule sah, fragte er nicht nach Grund oder Ursache, lief hin, nahm sie herunter, schwang sie in der Hand, zeigte seine wahre Gestalt, nahm eine Haltung ein und hieb dem Dämon mitten ins Gesicht. Der Wanderer und Sandmönch stürmten ebenfalls zu den beiden Seiten, holten ihre Waffen, zeigten ihre ursprüngliche Gestalt, und die drei Brüder schlugen wild durcheinander. Erschrocken wich der Dämonenkönig schnell zurück, lief nach hinten, holte eine Vierschneiden-Schaufel mit langem Stiel und scharfer Klinge, eilte in den Hof und hielt die drei Waffen ab, während er mit strenger Stimme rief: „Wer seid ihr, dass ihr es wagt, mit falschem Vorgeben meine Schätze zu betrügen?“ Der Wanderer schalt: „Du diebischer Fellknäuel! Du kennst mich nicht. Wir sind die Schüler des heiligen Mönchs Tang Sanzang aus dem Osten. Als wir nach Yuhua kamen, um die Pässe auszutauschen, hatten wir die Gnade des weisen Fürsten, der seine drei Söhne zu unseren Schülern machte, um Kampfkunst zu lernen. Dabei nahmen sie unsere Schätze als Vorlage, um entsprechende Waffen zu schmieden. Weil sie im Hof lagen, hast du, diebischer Fellknäuel, sie in der Nacht in die Stadt gestohlen und behauptest nun noch, ich würde mit falschem Vorgeben deine Schätze betrügen. Bleib stehen, und ich werde dir mit unseren drei Waffen ein paar Kostproben verpassen.“ Der Dämon hob die Schaufel zur Abwehr. Dieser Kampf, vom Hof bis zum vorderen Tor, wie die drei Mönche einen Dämon umzingelten, war ein furchtbares Gemetzel:

Brausend der Stab wie der Wind, rollend die Stachelkeule wie Regen.

Der Dämonenbezwinger-Stab erhob sich, himmelweiter Glanz,

Die Vierschneiden-Schaufel reckte sich, Wolken erzeugten Seide.

Gleich als ob drei Unsterbliche die große Pille schmieden,

Feuerlicht blendet, schreckt Geister und Götter.

Der Wanderer waltet seiner Macht, voller Können,

Der Dämon stahl den Schatz, gar ohne Schicklichkeit.

Himmelsfürst Bajie zeigt seine Zauberkraft,

General Sandmönch strahlt in noch schönerem Glanz.

Die Brüder vereint, wenden sie List und Plan an,

In der Tigerrachen-Höhle entbrennt der Streit.

Der Dämon, übermütig, treibt seine List,

Vier Helden messen sich ebenbürtig.

Sie kämpften, bis die Sonne im Westen sank,

Des Dämons Kraft erlahmte, er hielt nicht stand.

Sie kämpften lange Zeit am Leopardenkopf-Berg; der Dämon konnte nicht mehr standhalten, schrie Sandmönch an: „Sieh die Schaufel!“ Sandmönch wich aus. Der Dämon gewann eine Lücke und floh, in Richtung Südosten, mit dem Wind davonfliegend. Bajie wollte ihn verfolgen, aber der Wanderer sagte: „Lass ihn gehen. Von alters her heißt es: ‚Einen fliehenden Feind treibe man nicht in die Enge.‘ Lass uns erst einmal seinen Rückweg abschneiden.“ Bajie folgte dem Rat.

Die drei gingen direkt zum Höhlentor und erschlugen alle hundert kleinen und großen Dämonen. Es waren alles Tiger, Wölfe, Leoparden, Hirsche, Ziegen und Schafe. Der Große Heilige wandte eine List an, brachte all die feinen Sachen aus der Höhle und die toten Tierkörper zusammen mit den herbeigetriebenen Schweinen und Schafen hinaus. Sandmönch holte trockenes Reisig und zündete ein Feuer an, Bajie fächerte mit seinen beiden Ohren Wind, und bald war das ganze Nest niedergebrannt. Dann kehrten sie mit den herausgebrachten Dingen nach der Stadt zurück.

Zu dieser Zeit waren die Stadttore noch nicht geschlossen, und die Leute waren noch nicht schlafen gegangen. Der alte König und sein Sohn sowie der Tang-Mönch warteten sehnsüchtig im Leinenpavillon, als sie sahen, wie sie mit Getöse einen Hof voller toter Tiere, Schweine, Schafe und feiner Gegenstände hinwarfen. Sie riefen alle: "Meister, wir sind siegreich zurückgekehrt." Der Prinz dankte ihnen wiederholt. Der Tang-Meister war von Herzen froh. Die drei kleinen Prinzen knieten nieder und verbeugten sich auf dem Boden. Sha Seng half ihnen auf und sagte: "Dankt noch nicht, sondern kommt her und seht euch diese Dinge an." Der Prinz fragte: "Woher stammen all diese Dinge?" Der Wanderer lachte und sagte: "Jene Tiger, Wölfe, Leoparden, Hirsche, Rehe, Ziegen und Schafe waren allesamt zu Dämonen gewordene Geister. Wir haben ihre Waffen genommen und sie aus der Höhle getrieben. Der alte Dämon war ein goldmähniger Löwe; er kämpfte mit einer viereckigen Schaufel gegen uns bis zum Abend, wurde besiegt und floh in südöstlicher Richtung. Wir haben ihn nicht verfolgt, sondern seinen Rückzugsweg abgeschnitten, diese Schar von Dämonen erschlagen, seine Dinge durchsucht und mitgebracht." Als der alte König dies hörte, war er sowohl erfreut als auch besorgt: Erfreut über den Sieg, besorgt, dass der Dämon später Rache nehmen würde. Der Wanderer sagte: "Fürst, seid unbesorgt, ich habe alles wohlüberlegt und ordentlich geregelt. Ich werde sicherlich alles für euch säubern, bevor ich aufbreche, und keinesfalls einen Rest von Unheil hinterlassen. Als ich mittags ging, traf ich einen kleinen Dämon mit grünem Gesicht und rotem Haar, der eine Einladung überbrachte. Ich sah auf seinem Zettel: 'Morgen früh werde ich ehrerbietig Speisen und Getränke vorbereiten, um das Nagelschaufelfest zu feiern, und bitte Euch, den Berg zu überqueren und zu kommen. Hoffentlich lehnt Ihr nicht ab, ich bin sehr dankbar. Rechts ergebenst dem verehrten Großvater, dem heiligen Neun-Geister-Urvater, vorgelegt.' Die Unterschrift lautete: 'Untertänigst von Eurem Schüler Gelber Löwe mit gebeugtem Haupt hundertfach verneigt.' Eben als jener Dämon die Schlacht verlor, wird er sicherlich zu seinem Großvater gehen, um sich zu treffen und zu sprechen. Morgen früh wird er sicherlich kommen, um Rache an uns zu nehmen. Dann werde ich ihn für euch hinwegfegen." Der alte König dankte ihm und ließ das Abendessen auftragen. Die Meister und Schüler aßen ihr Abendessen und gingen dann jeder in seine Kammer, um sich auszuruhen; davon sei nicht weiter die Rede.

Nun aber: Jener Dämon floh tatsächlich in südöstlicher Richtung zum Bambusknotenberg. In jenem Berg gab es einen Höhlenort, genannt die Neunfach gewundene Verweilhöhle. Der Neun-Geister-Urvater in dieser Höhle war sein Großvater. In jener Nacht lief er ohne Unterlass im Wind, und als es die fünfte Nachtwache war, erreichte er den Höhleneingang, klopfte an die Tür und trat ein. Die kleinen Dämonen sahen ihn und sagten: "Großkönig, gestern Abend kam der Grüngesichtige, um die Einladung zu überbringen. Der Herr behielt ihn bis heute Morgen da, um mit ihm zu Eurem Nagelschaufelfest zu kommen. Warum kommt Ihr nun selbst so früh am Morgen, um ihn einzuladen?" Der Dämon sagte: "Nicht gut zu sagen, nicht gut zu sagen. Das Fest kann nicht stattfinden." Während er sprach, kam der Grüngesichtige von drinnen heraus und sagte: "Großkönig, warum seid Ihr gekommen? Der alte Großkönigsvater wird gleich aufstehen und mit mir gehen, um am Fest teilzunehmen." Der Dämon war ganz aufgeregt und winkte nur ab, ohne zu sprechen.

Nach einer Weile stand der alte Dämon auf und rief sie herein. Dieser Dämon warf seine Waffe weg, warf sich zu Boden und verneigte sich, wobei ihm die Tränen unaufhaltsam über die Wangen liefen. Der alte Dämon sagte: "Mein würdiger Enkel, gestern hast du die Einladung geschickt, heute Morgen wollte ich gerade zum Fest kommen, und nun kommst du selbst. Warum bist du so betrübt und bekümmert?" Der Dämon verneigte sich mit dem Kopf bis zum Boden und sagte: "Mein Enkel ging vorgestern Abend im Mondschein spazieren und sah, wie in der Stadt Yuhua ein Glanz in den Himmel aufstieg. Ich eilte hin, um nachzusehen, und es waren drei Waffen im Hof des Fürstenpalastes, die Licht ausstrahlten: eine war die neunzinkige golddurchwirkte Nagelschaufel, eine der Juwelenstab und eine der Goldreifenstab. Mein Enkel wandte sofort seine Zauberkraft an und brachte sie hierher, gab der Sache den Namen 'Nagelschaufelfest', ließ meine Untergebenen Schweine, Schafe, Früchte und dergleichen kaufen, ein Bankett zur Feier vorbereiten und lud den Großvater ein, es zu betrachten, zur Freude. Gestern, nachdem ich den Grüngesichtigen mit der Einladung geschickt hatte, sah ich, wie der zuvor zum Schweine- und Schafkauf geschickte Schlaukopf etliche Schweine und Schafe trieb und auch einen reisenden Händler mitbrachte, der sein Geld forderte. Er bestand darauf, das Fest zu sehen, aber mein Enkel fürchtete, er würde es draußen ausplaudern, und ließ ihn nicht sehen. Dann sagte er, er habe Hunger und bitte um etwas zu essen; ich ließ ihn hinten essen. Er ging hinein, sah die Waffen und behauptete, sie seien seine. Daraufhin nahmen sich die drei jeder eine und zeigten ihre wahre Gestalt: einer war ein Mönch mit behaartem Gesicht und Donnermaul, einer ein Mönch mit langer Schnauze und großen Ohren, einer ein Mönch mit unglücklicher Gesichtsfarbe. Sie unterschieden nicht zwischen Gut und Böse, schrien und begannen wild zu kämpfen. Mein Enkel ergriff schnell die viereckige Schaufel, eilte hinaus und stellte sie zur Rede, fragte, wer sie seien, dass sie es wagten, so einen Schwindel zu treiben. Sie sagten, sie seien die Schüler des Tang-Mönchs, der von Ostland entsandt sei, um nach dem Westhimmel zu reisen, und als sie durch die Stadt kamen, um ihre Pässe zu wechseln, hätten sie der Fürst zurückgehalten, um Kampfkünste zu lernen. Er habe diese drei Waffen als Vorlage nachbilden lassen und sie im Hof aufgestellt; ich habe sie gestohlen, und deshalb kämpfen sie nun voller Unmut. Ich weiß nicht, wie die drei Mönche heißen, aber sie alle haben Fähigkeiten. Mein Enkel konnte allein gegen sie drei nicht bestehen und floh daher zum Großvater. Ich bitte um Hilfe, die Mönche zu fangen und Rache zu nehmen, damit man die liebevolle Sorge des Großvaters um seinen Enkel erkennt."

Als der alte Dämon dies hörte, überlegte er einen Augenblick, lächelte und sagte: "Ach, die sind es. Mein würdiger Enkel, du hast dich an ihnen zu Unrecht vergriffen." Der Dämon fragte: "Weiß der Großvater, wer sie sind?" Der alte Dämon sagte: "Der mit der langen Schnauze und den großen Ohren ist Zhu Bajie; der mit der unglücklichen Gesichtsfarbe ist Sha Heshang; diese beiden sind noch erträglich. Der mit dem behaarten Gesicht und dem Donnermaul heißt Sun Xingzhe. Dieser Mensch hat wahrhaftig übernatürliche Fähigkeiten: Vor fünfhundert Jahren hat er im Himmelspalast großen Aufruhr gestiftet, und hunderttausend Himmelssoldaten konnten ihn nicht fangen. Er sucht gezielt Leute, er ist so ein Anführer, der Berge durchwühlt, Meere aufwühlt, Höhlen zerstört und Städte angreift und Unheil stiftet. Wie konntest du dich an ihm vergreifen? Nun gut, lass mich mit dir gehen und diesen Kerl mitsamt dem Fürsten von Yuhua fangen, um dir Luft zu machen." Als der Dämon dies hörte, verneigte er sich sofort zum Dank.

Daraufhin befahl der alte Dämon den Affenlöwen, Schneelöwen, Löwenhunden, Weißen Zeren, Fuchsartigen und Elefantenringern, seinen Enkeln, scharfe Waffen zu ergreifen. Der Gelbe Löwe führte sie an, und alle ließen Sturmwinde aufkommen und eilten direkt zum Leopardenkopfberg. Dort rochen sie Rauch- und Feuerdunst und hörten Wehklagen. Als sie genau hinsahen, waren es die beiden Schlaukopf und Sonderling, die dort "Herr, Herr" weinten. Der Dämon trat näher und rief: "Bist du der wahre Schlaukopf oder ein falscher Schlaukopf?" Die beiden Dämonen fielen auf die Knie, verbeugten sich mit Tränen und sagten: "Wie sollten wir falsch sein? Gestern um diese Zeit bekamen wir das Geld, um Schweine und Schafe zu kaufen. Als wir auf der großen Straße westlich des Berges gingen, sahen wir einen Mönch mit behaartem Gesicht und Donnermaul. Er spuckte uns an, und sofort wurden unsere Füße schwach und unsere Zungen schwer; wir konnten nicht sprechen und nicht gehen. Er warf uns um, nahm das Geld weg und löste die Täfelchen. Wir beide waren benommen und kamen erst jetzt wieder zu uns. Als wir nach Hause kamen, sahen wir, dass der Rauch und das Feuer noch nicht erloschen waren und alle Häuser niedergebrannt waren. Auch den Herrn und alle Haupt- und Nebenführer fanden wir nicht. Deshalb sind wir hier und weinen voller Kummer. Wir wissen nicht, wie das Feuer entstanden ist."

Als der Dämon dies hörte, konnte er seine Tränen nicht zurückhalten, sie flossen wie eine Quelle; er stampfte mit beiden Füßen und schrie himmelschreiend vor Wut: "Diese kahlen Schurken! Sie sind äußerst bösartig! Wie konnten sie so eine grausame Tat begehen? Sie haben meine ganze Höhle niedergebrannt, meine Schönheiten verbrannt, meinen gesamten Hausrat und meine Leute verloren. Das bringt mich um vor Wut, das bringt mich um vor Wut!" Der alte Dämon rief den Affenlöwen, ihn herzuziehen, und sagte: "Mein würdiger Enkel, da die Sache nun so weit gekommen ist, nützt bloße Wut nichts. Erhalte dir deine Kräfte und geh in die Stadt, um die Mönche zu fangen." Jener Dämon hörte noch immer nicht auf zu weinen und sagte: "Herr, jenes Bergrevier von mir habe ich nicht an einem Tag angelegt. Nun hat dieser kahle Schurke alles zerstört; wozu soll ich dieses Leben noch haben?" Er richtete sich auf und wollte mit dem Kopf gegen die Felsklippe schlagen. Die Schneelöwen, Affenlöwen und andere redeten ihm schweren Herzens zu, bis er aufhörte.

Daraufhin verließen sie diesen Ort und eilten alle zur Stadt. Man hörte den Wind brausen und den Nebel wallen; sie kamen sehr nahe. Das erschreckte die Leute außerhalb der Stadtmauern so sehr, dass sie, ihre Kinder und Frauen mit sich ziehend, ohne auf ihren Hausrat zu achten, alle in die Stadt flohen, durch die Tore eintraten und die Tore schlossen. Jemand meldete es im Fürstenpalast: "Unheil, Unheil." Der Fürst und der Tang-Mönch waren gerade im Leinenpavillon beim Frühstück. Als sie die Meldung von Unheil hörten, kamen sie heraus, um zu fragen. Die Leute sagten: "Eine Schar von Dämonen, die Sand und Steine aufwirbeln, Nebel und Wind aufwühlen, nähert sich der Stadt." Der alte Fürst erschrak sehr und sagte: "Was tun?" Der Wanderer lachte und sagte: "Seid alle unbesorgt, alle unbesorgt. Das sind die Dämonen der Tigerrachenhöhle, die gestern die Schlacht verloren haben und nach Südosten gegangen sind, um diesen sogenannten Neun-Geister-Urvater zu holen. Lasst mich mit meinen Brüdern hinausgehen. Befehlt, die vier Tore zu schließen, und ihr sollt Leute aufbieten, um die Stadtmauern zu bewachen." Der Fürst befahl daraufhin, die vier Tore zu schließen, und ließ Leute auf die Mauern steigen. Er selbst, sein Sohn und der Tang-Mönch postierten sich auf dem Stadtturm; die Fahnen bedeckten die Sonne, und die Kanonen donnerten zum Himmel. Die drei Wanderer hingegen schwebten halb in Wolken, halb im Nebel aus der Stadt hinaus, um den Feind zu empfangen. Dies war wahrhaftig:

Weil er die weisen Waffen verlor aus mangelnder Vorsicht,

Da ließ er sogleich die Dämonen und viele böse Mächte erstarken.

Ob dieser Kampf nun Sieg oder Niederlage brachte, das hört man in der nächsten Rede.