Das Stillhalten
Das Zeichen (Gèn)
䷳ Gèn unten, Gèn oben
Das Buch der Wandlungen
Das Gèn-Hexagramm: Man verharrt am Rücken, aber man nimmt sich selbst nicht wahr; man geht im Hof umher, aber man erblickt den anderen nicht. Kein Unheil.
Erste Sechs: Die Zehen anhalten. Kein Unheil. Fördernd für dauerhafte Beharrlichkeit.
Zweite Sechs: Die Waden anhalten. Man kann den, der einem folgt, nicht retten. Das Herz ist unzufrieden.
Dritte Neun: Die Hüfte anhalten. Man zerreißt das Rückenmark. Gefahr, die das Herz versengt.
Vierte Sechs: Den Oberkörper anhalten. Kein Unheil.
Fünfte Sechs: Die Kiefer anhalten. Die Rede ist geordnet. Die Reue schwindet.
Obere Neun: Mit aufrichtigem Herzen anhalten. Heil.
Der Kommentar zum Spruch (Tuanzhuan) sagt:
Gèn bedeutet innehalten. Wenn es Zeit ist innezuhaften, halte inne; wenn es Zeit ist zu handeln, handle. Handeln und Ruhen verpassen nicht den rechten Augenblick, dann wird der Weg hell. Das Innehalten, von dem das Gèn-Hexagramm spricht, ist das Innehalten an dem Ort, an dem man innehalten soll. Die Linien des unteren und oberen Trigramms stehen gegeneinander und haben keine Gemeinschaft. Darum nimmt man sich selbst nicht wahr, und wenn man im Hof umhergeht, erblickt man den anderen nicht. Kein Unheil.
Der Kommentar zum Bild (Xiangzhuan) sagt:
Zwei Berge, einer auf dem anderen, das ist das Bild des Gèn-Hexagramms. Der Edle erkennt daraus, dass er in seinem Nachdenken nicht über seinen Stand hinausgeht.
"Die Zehen anhalten": Das bedeutet, dass man den rechten Weg nicht verfehlt.
"Den, der folgt, nicht retten können": Das bedeutet, dass man nicht zurückweicht und gehorcht.
"Die Hüfte anhalten": Die Gefahr versengt das Herz wie Feuer.
"Den Oberkörper anhalten": Das bedeutet, dass man sich selbst anhält.
"Die Kiefer anhalten": Das kommt von der Mitte und der rechten Position.
"Das Heil des aufrichtigen Innehaltens": Das kommt daher, dass die aufrichtige Tugend zu einem guten Ende führt.
