Der Wanderer
Das Reise (Lü)
䷷ (Gen unten, Li oben)
Das Buch der Wandlungen
Das Reise-Orakel: Kleines Gelingen. Hält man auf der Reise den rechten Weg ein, so verheißt dies Glück.
Anfangs Sechs: Auf der Reise zeigt man sich niederträchtig und gemein – dies zieht man sich selbst als Unheil zu.
Sechs Zweite: Auf der Reise kehrt man vorübergehend in einer Herberge ein, birgt Reisegeld bei sich und erhält die Treue eines Dieners.
Neun Dritte: Auf der Reise wird die Herberge niedergebrannt, der Diener geht verloren. Selbst wenn man den rechten Weg einhält, bleibt Gefahr.
Neun Vierte: Auf der Reise findet man eine Unterkunft, erhält Reisegeld und eine Axt, doch mein Herz ist dennoch nicht froh.
Sechs Fünfte: Mit einem Pfeil schießt man auf einen Fasan, verliert einen Pfeil, erlangt aber schließlich Ruhm und ein Amt.
Oben Neun: Das Vogelnest wird niedergebrannt. Der Reisende lacht zuerst, dann aber bricht er in lautes Weinen aus. Am Feldrain verliert er einen Ochsen – Unheil.
Der Große Kommentar (Tuan Zhuan) sagt:
Das Reise-Orakel: Kleines Gelingen. Der Sanfte erlangt auf dem äußeren Trigramm die mittlere Position und kann sich dem Starken fügen; er ruht und klammert sich an das Licht. Darum gibt es kleines Gelingen, und das Einhalten des rechten Weges auf der Reise verheißt Glück. Die zeitliche Bedeutung des Reise-Orakels ist wahrhaft groß!
Der Bildkommentar (Xiang Zhuan) sagt:
Ein Berg über dem Feuer – das versinnbildlicht die Reise. Der Edle erkennt daraus, dass er die Strafen mit Hellsicht und Bedacht anwenden muss, ohne die Rechtsfälle zu verschleppen.
„Auf der Reise zeigt man sich niederträchtig und gemein“: Dies deutet darauf hin, dass die Gesinnung bedrängt ist und Unheil herbeiführt.
„Man erhält die Treue eines Dieners“: Dies zeigt, dass es letztlich keinen Fehler gibt.
„Auf der Reise wird die Herberge niedergebrannt“: Dies zeigt, dass man bereits Schaden erlitten hat. Behandelt man die Untergebenen mit einer reisenden Haltung, so verliert man sie notwendigerweise im Sinne der Rechtschaffenheit.
„Auf der Reise findet man eine Unterkunft“: Dies zeigt, dass man noch keinen angemessenen Platz gefunden hat. „Man erhält Reisegeld und eine Axt“: Dies zeigt, dass das Herz dennoch nicht froh wird.
„Man erlangt schließlich Ruhm und ein Amt“: Dies zeigt, dass man zur hohen und ehrwürdigen Stellung aufsteigt.
„In der Stellung eines Reisenden auf dem obersten Platz verharren“: Nach dem Prinzip der Vernunft muss dies die Plage des Niederbrennens nach sich ziehen. „Am Feldrain verliert man einen Ochsen“: Dies zeigt, dass letztlich niemand davon weiß.
